Studierende engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit

Am Freitag, 8. Juli 2016, haben Studierende der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg zum ersten Mal das Modul Service Learning mit dem Schwerpunkt ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge erfolgreich abgeschlossen. Das gemeinsame Projekt der Universität und der Agentur :ehrensache der Stadt Oldenburg läuft seit 2011 und richtete sich an Studentinnen und Studenten aller Fachrichtungen. In bisher zehn Durchgängen haben sich über 280 Studierende im Rahmen des Projektes ehrenamtlich engagiert.

Service Learning verknüpft universitäres Lernen mit gemeinnützigem Engagement. Ziele des Lehrangebotes sind der Dienst an der Gemeinschaft (Service) und die wissenschaftliche Vorbereitung und Reflexion eines ehrenamtlichen Engagements der Studierenden (Learning). Das Modul gehört zum Professionalisierungsbereich der Carl von Ossietzky Universität, in dem die Studierenden Schlüsselkompetenzen und berufsfeldbezogene Kompetenzen erlernen, die sie in ihrem späteren Berufsleben benötigen. Die erfolgreiche Teilnahme wird mit „Kreditpunkten“ honoriert, die für einen Studienabschluss angerechnet werden.
 

Hohes Engagement und Zuverlässigkeit

„Für mich zeigt sich in dem Engagement und in der Lehrveranstaltung, dass Studierende und die Universität bereit sind, eine gesellschaftliche Verantwortung für Geflüchtete wahrzunehmen“, betonte Prof. Dr. Karsten Speck, Pädagoge und Modulverantwortlicher an der Universität bei der Zertifikatsübergabe. „Die Einrichtungen freuen sich über das hohe Engagement und die Zuverlässigkeit der Studierenden sowie die sinnvollen Impulse, die sie einbringen“, ergänzt Monika Engelmann-Bölts vom Leitungsteam der Agentur :ehrensache.

Das Engagement der Studierende war breit gefächert: So waren sie in Sprachlernklassen aktiv, unterstützten Jugendliche mit Fluchterfahrungen, reparierten Fahrräder in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften oder haben Freizeitangebote für Kinder veranstaltet. Überall brachten sie Dinge voran, gestalteten mit und hatten Freude an ihrer Tätigkeit.

„Mir hat es Spaß gemacht und ich habe gelernt, auch mit Stresssituationen gut umzugehen“, sagte Simke Onkes, Studentin der Umweltwissenschaften mit dem Schwerpunkt Physik.
Ihre Kommilitonin Mareike Rieger betont, dass neben dem guten Gefühl und dem Spaß am Ehrenamt die Dankbarkeit der Geflüchteten für sie im Vordergrund stand. Beide sind sich einig: „Es ist nicht wichtig, was man tut, sondern, dass man etwas tut.“

Einblicke in soziale Bereiche

Durch das Modul erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Einblick in soziale Bereiche, verknüpfen universitäre Inhalte mit einem gesellschaftlichen Engagement und erwerben personale, soziale und berufliche Kompetenzen, auf die sie im späteren Berufsleben zurückgreifen können. Da es um eine Stärkung des lokalen Gemeinwesens geht, soll der ehrenamtliche Einsatz ausschließlich in der Stadt Oldenburg stattfinden.