Stadt Oldenburg legt Gleichstellungsplan 2018 bis 2020 vor

Die Stadt Oldenburg hat für den Zeitraum 2018 bis 2020 einen umfassenden Gleichstellungsplan vorgelegt. In diesem Schriftwerk werden nicht nur die jeweiligen Frauen- und Männeranteile in den einzelnen Verwaltungsbereichen sowie die voraussichtlich neu zu besetzenden Stellen analysiert, sondern gleichzeitig eine Vielzahl von Maßnahmen benannt, um ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in den jeweiligen Bereichen und den verschiedenen Führungsebenen herzustellen. Zweiter Schwerpunkt des Gleichstellungsplans ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Frauen in Führungspositionen

Der Frauenanteil unter den rund 170 Führungspositionen beträgt derzeit 36 Prozent. 2015 lag der Wert bei fast 38 Prozent. Eines der wichtigsten Ziele, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, konnte nicht erreicht werden. Dabei tröstet es nicht, dass der städtische Wert immer noch weit über dem landesweiten Durchschnitt, der 2014 bei 28 Prozent lag (3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Niedersachsen; der 4. Bericht liegt noch nicht vor). Von den vier Dezernaten in der Stadtverwaltung werden drei von Frauen geleitet. Auf Ebene der Bereichsleitungen ist der Anteil von Frauen und Männern nahezu gleich, während der Frauenanteil bei den Amts- und den Fachdienstleitungen zwischen 20 und knapp 30 Prozent liegt.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann nimmt den Bericht zum Anlass, verwaltungsintern die Frauenförderung zum Thema zu machen: „Wir wollen den Anteil von Frauen in Führungspositionen erhöhen. Es kommt vor allem darauf an, junge Frauen gezielt auf Führungspositionen vorzubereiten. Wir haben dazu gute Voraussetzungen und bereits laufende Programme der Personalentwicklung. Insofern bin ich zuversichtlich, dass es uns gelingen wird.“

Erfolgreiche Programme werden fortgesetzt

Um die Gleichstellung in der Stadtverwaltung noch weiter voranzutreiben, werden die bereits etablierten Maßnahmen in den kommenden drei Jahren fortgesetzt: Mit dem Programm „Führungstalente“ sollen bereits frühzeitig potentielle Führungskräfte unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gefunden werden, die unter anderem durch Orientierungsseminare und ein Potential-Assessment-Center gefördert werden. Neben diesem Projekt verfolgt die Stadt verschiedene Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, beispielsweise flexible Arbeitszeiten, Telearbeit oder auch längere Auszeiten wie Sabbaticals. Das Serviceangebot für Familien umfasst darüber hinaus auch Plätze in der stadteigenen Kindertagesstätte „Stadtzwerge“ sowie eine interne Beratungsstelle zur Pflege von Angehörigen.

Stadt zeigt sich familienfreundlich und flexibel

Beruf und Familienleben zu vereinen, ist in bestimmten Lebensphasen eine große Herausforderung. Daneben gerät der Wunsch nach persönlicher Entfaltung und somit die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben immer stärker in den Fokus. „Die Stadt präsentiert sich hier als attraktiver Arbeitgeber und bietet viele individuelle Angebote.“ so Volker Trautmann, Leiter des Amtes für Personal- und Verwaltungsmanagement, mit Hinweis auf eine neue Rahmendienstvereinbarung, die die Arbeitszeiten noch flexibler macht als zuvor und neben der Möglichkeit von Telearbeit an einem zu Hause fest eingerichteten Arbeitsplatz auch mobiles, ortunabhängiges Arbeiten ermöglicht. Längere Auszeiten werden in Form des Sabbaticals, durch Gehaltsumwandlung oder Beurlaubung unterstützt. Das Serviceangebot für Familien umfasst darüber hinaus auch Plätze in der stadteigenen Kindertagesstätte „Stadtzwerge“ sowie die Beratungs- und Informationsangebote zum Thema Pflege und Unterstützung von Angehörigen.

Gleichstellung auch als gesellschaftliche Aufgabe

Innerhalb der Stadtverwaltung gibt es neben dem Mangel an weiblichen Führungskräften einige Bereiche, in denen Frauen beziehungsweise Männer deutlich unterrepräsentiert sind: Frauen fehlen bei der Feuerwehr, im Kraftfahrbereich des Abfallwirtschaftsbetriebes und im Hausmeisterbereich; Männer fehlen im Sozial- und Erziehungsdienst sowie im Reinigungsbereich. „Die Überwindung der Geschlechtsrollenstereotype, die zu Unterrepräsentanzen führen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, da sind alle gefordert.“ betont Renate Vossler. „Uns ist es nicht nur ein Anliegen, mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen, genauso wichtig ist es, Frauen durch eine Erhöhung der Stundenzahl ein existenzsicherndes Einkommen zu ermöglichen oder Vorurteile abzubauen, die Männer daran hindern, eine (längere) Elternzeit in Anspruch zu nehmen oder ihre Arbeitszeit zu reduzieren.“ führt sie weiter aus.

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