Ein-Blick in die Ausstellung

Auf 17 Tafeln wird die Geschichte des Frauen- und Mädchenfußballs dargestellt. Dabei wird auch ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklungen auf nationaler und regionaler Ebene gelegt. Um Ihnen einen kleinen Vorgeschmack zu geben, stellen wir Ihnen einige Tafeln vor.

Die Informationstafeln werden mit zahlreichen Objekten ergänzt, wie beispielsweise Pokale, Fotos, Wimpel und Fahnen. Auch ein Teil des legändären Tafel- und Kaffeeservice II. Wahl, das die Europameisterinnen 1989 zum Titelgewinn erhielten, ist ausgestellt. Ebenso wie ein Schminkkoffer. Aber was der mit Frauenfußball zu tun hat, wird erst in der Ausstellung verraten.

Anpfiff

Die Ursprünge des modernen Fußballs liegen im England des 19. Jahrhunderts. Fußball ist als Freizeitbeschäftigung zunächst den „Gentlemen-Kickern“ von Adel und wohlhabendem Bürgertum vorbehalten. Fußball wird schnell bei Arbeitern beliebt und avanciert zum Breitensport. 1888 wird die erste Profi-Liga in England eingerichtet.

Frauen sind zu dieser Zeit in ganz Europa vom Sportbetrieb weitgehend ausgeschlossen. Trotzdem gründet die Frauenrechtlerin Nettie Honeyball 1894 mit dem „British Ladies’ Football Club“ den weltweit ersten eigenständigen Frauenfußballverein...

 

Anpfiff in Oldenburg

„So ernsthaft hatten wir uns Damenfußball in unserem Verein gar nicht vorgestellt!“

verrät der Fußball-Obmann Fred Twele 1970 der NWZ, als die VfLerinnen gegen Union Bremen antreten. Eigentlich sei die Aufforderung, ein Aushang in der Vereinshalle, an die Damen sich zum Fußballspiel zusammenzufinden eher ein Gag gewesen. Doch es finden sich 20 Frauen und Mädchen mit neuen Fußballschuhen, zum Training ein. Sie sind weder Mannweiber, noch Prinzessinnen. Es sind Frauen, die sich in eine Männerdomäne wagen, weil sie gern draußen und in einer Mannschaft spielen wollen.
Schon bald stellen sich die ersten Erfolge ein. 1971 werden die ersten Punktspiele aufgenommen und die VfL-Damen belegen bei der Bezirksmeisterschaft ein Jahr später den 2. Platz ...

Von F bis A

Viele Spielerinnen beginnen in einer Jungenmannschaft. Sei es, weil es noch keine Mädchenmannschaften gibt oder weil der Weg zur vorhandenen Mannschaft zu weit ist. Obwohl es den Mitgliedsverbänden des DFB von 1955 bis 1970 verboten ist, Mädchen und Frauen auf ihren Plätzen Fußball spielen zu lassen, spielt  Cornelia Kuck von 1967 bis 1970 beim VfL Oldenburg in einer Jungenmannschaft mit. Sie ist wahrscheinlich das erste Mädchen in Oldenburg, das in einem Verein spielt. Im Tor ist sie sich der Anerkennung der Jungen gewiss. Doch die gegnerischen Mannschaften beschweren sich und die Punkte gehen, egal ob gewonnen oder verloren, an die Gegner...