Typisch Flüchtling? Typisch Frau? Typisch deutsch!

Im Rahmen des Niedersächsischen Landesprogramms „GleichbeRECHTigt leben - Unsere Werte, unser Recht“ » finden landesweit in den Monaten September und Oktober zahlreiche Aktivitäten statt. Der Fokus liegt dabei auf dem Sichtbarmachen unterschiedlicher, kulturell geprägter Rollenbilder sowie Verhaltens- und Kommunikationsweisen.

Die Gleichstellungsbeauftragte » des Landkreises Ammerland und das Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg bieten im Aktionszeitraum die zweitägige Fortbildung „Genderkompetenz im interkulturellen Kontext“ an.

Die Fortbildung wird an zwei Terminen durchgeführt und richtet sich an ehrenamtlich Tätige und Interessierte in der Flüchtlingsarbeit und an hauptberufliche Fachkräfte aus Verwaltungen, Institutionen, Verbänden sowie der kommunalen Migrationsarbeit.

Für ehrenamtlich Tätige besteht die Möglichkeit, die Tagungsgebühr erstattet zu bekommen. Informationen hierzu geben die Koordinierungsstellen für Migration und Teilhabe.

Ansprechpartner der Stadt Oldenburg ist Nils Padberg, 0441/235-2188.

Einen Flyer finden Sie hier » (PDF, 300 KB)

Inhalt der Fortbildung

Ziel der Fortbildung ist es, Wege zu einem sensiblen Umgang in interkulturellen Begegnungen zu finden. Geschlechtergerechte Sprache und die kritische Betrachtung geschlechtsspezifischer sowie kultureller Stereotypen dienen ebenso wie konkrete Fallbeispiele aus der Praxis als Ausgangspunkte.

In dem Seminar werden (Geschlechter-)Stereotypen, Klischees und sonstige „Hindernisse“ sichtbar gemacht und hinterfragt. Welchen kulturellen, ethnischen, religiösen, geschlechtlichen Stereotypen und Klischees von Menschen begegnen wir und wie wird vielfach damit umgegangen? Welche Vorannahmen gibt es bezogen auf das Geschlecht und die ethnische Herkunft unseres Gegenübers und wie spiegeln sich diese in der Kommunikation – in Haltung, Sprache und Erwartungen?

Diesen und ähnlichen Fragen gehen wir nach, entdecken und hinterfragen. Dabei stehen der eigene Blickwinkel und dessen kritische Reflexion im Vordergrund.

Zur Referentin

Dr. Kerstin Bueschges ist Akademikerin, Coachin und Live Art Künstlerin. Seit Mai 2013 ist sie die Projektkoordinatorin des interdisziplinären Graduiertenkollegs Gender und Bildung an der Stiftung Universität Hildesheim.

„Menschen beratend zur Seite zu stehen, sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten, erfüllt mich immer wieder mit Freude, Begeisterung und Stolz. Spielerische Leichtigkeit und Kreativität, reflektierende Emotionalität und intellektuelle Neugierde sind dabei Eigenschaften, die ich hervorbringe, ins Licht stelle, stärke und vertiefe.
Menschen in ihrer Ganzheitlichkeit – also mit allen Ecken und Kanten – wahrnehmen und erkennen, fördern und bestärken sehe ich als produktive Herausforderung. Individuelle Differenzen bedeuten in meinen Augen Abwechslung, Fülle und Potential.“ (Dr. Kerstin Bueschges)

Termine, Kosten und Anmeldung

  • Tagungsort: Hansens Haus am Meer, Auf dem Hohen Ufer 25, 26160 Bad Zwischenahn
  • Termin 1: Dienstag, 17. Oktober und Mittwoch, 18. Oktober 2017, jeweils 9 bis 16 Uhr 
  • Termin 2: Dienstag, 24. Oktober und Mittwoch, 25. Oktober 2017, jeweils 9 bis 16 Uhr
  • Anmeldeschluss für beide Termine ist der 15. September 2017
  • Teilnehmende: 14
  • Kosten: Der Kostenbeitrag beträgt 50 Euro und enthält die Verpflegung und Getränke für beide Tage. Ehrenamtlich Tätige haben die Möglichkeit, die Tagungsgebühr erstattet zu bekommen. Informationen hierzu geben die Koordinierungsstellen für Migration und Teilhabe. Ansprechpartner der Stadt Oldenburg ist Nils Padberg, 0441/235-2188.
  • Anmeldung: per E-Mail an migration(at)ammerland.de mit Angabe Ihrer Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefon) und dem Hinweis, in welchem Feld Sie ehrenamtlich oder hautberuflich tätig sind

Anmeldeschluss für die Fortbildungen ist der 15. September 2017. Nach dem Anmeldeschluss erhalten Sie eine Teilnahmebestätigung mit Angaben zu den Zahlungsmodalitäten.

Die Fortbildung wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Ammerland und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Oldenburg.

Tagungsort

Zwischen Parklandschaft, Einkaufspromenade und Zwischenahner Meer liegt der Tagungsort „HansenS Haus am Meer“ » zentral im Kurort Bad Zwischenahn.

Wir haben für auswärtige Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Kontingent an Zimmern zum Preis von 92 Euro vormerken lassen. Unter dem Stichwort „Stadt Oldenburg“ müssten diese spätestens vier Wochen vor der Veranstaltung gebucht werden.

Eine Anfahrtsbeschreibung mit den vollständigen Kontaktdaten fnden Sie hier » (PDF, 200 KB)

Hintergrund zum Landesprogramm

Das Programm des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gemeinsam mit den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Niedersachsens ist Anfang 2017 an den Start gegangen! Unter dem Titel "GleichbeRECHTigt leben - Unsere Werte, unser Recht" geht es um die Sicherung und Weiterentwicklung von Frauenrechten, Gleichberechtigung und Teilhabe für alle Frauen und Männer, die in Niedersachsen leben, ob als Einheimische oder als Geflüchtete.

Zum Start des Landesaktionsprogramms "GleichbeRECHTigt leben - unsere Werte, unser Recht" sagt Niedersachsens Sozial- und Gleichstellungsministerin Cornelia Rundt: „Alle Frauen und Männer - unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Glauben oder ihrer sexuellen Orientierung - müssen gleichberechtigt bei uns leben können.“ Das Programm unterstützt Frauen und Männer dabei, sich mit den kulturellen Werten, Rollenverständnissen, Verhaltensweisen und Kommunikationsformen sowohl der Mehrheitsgesellschaft als auch der nach Niedersachsen zugewanderten Menschen vertraut zu machen. Vor Ort umgesetzt wird das Programm von den kommunalen Gleichstellungsbeauftragten.

„Für ein gedeihliches Miteinander ist es unabdingbar, dass die Menschen aufeinander zugehen und sich vertraut machen mit der oder dem jeweils 'Anderen'. Gleichzeitig muss klar sein, dass Gleichberechtigung von Frauen und Männern ein unveräußerlicher, grundrechtlich geschützter Wert ist, der für alle verbindlich ist. Gleichermaßen ist jede Art von Diskriminierung inakzeptabel“, betont Ministerin Rundt. Vorurteile und Diskriminierung führten schnell in eine Sackgasse, an deren Ende Unverständnis und Ablehnung stünden, so die Ministerin. Dem will das Programm vorbeugen.

Besonderes Augenmerk wird im Aktionsprogramm darauf gelegt, den Gleichstellungsgrundsatz des Artikels 3 des Grundgesetzes ‚Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Frauen und Männer sind gleichberechtigt.' einzuhalten und umzusetzen.

Das Land fördert das dreijährige Programm mit jährlich 180.000 Euro.

Handreichung

Die Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung, Frauen und Gleichstellungsbeauftragte hat eine Handreichung „GleichbeRechtigt leben - unsere WERTE, unser RECHT. Selbstbestimmt Grenzen setzen!“ herausgegeben. In der Begleitbroschüre zum Landesprogramm kommen Expertinnen und Experten zu Wort, die aus ihrer Perspektive Alltagssituationen im interkulturellen Kontext darlegen. Die Broschüre kann hier »  (PDF, 1,96 MB) herunter geladen werden.