Herausforderung für Jungs: Berufswelt und Rollenbilder im Wandel

Noch immer entscheiden sich Jungen überwiegend für typische „Männerberufe“: Bei den Auszubildenden sind die Berufe Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektriker sowie Anlagenmechaniker besonders beliebt. Entscheiden sich junge Männer für ein Studium, so häufig für Elektrotechnik, Informatik oder Ingenieurswesen, wo der Männeranteil jeweils bei weit über 80 Prozent liegt. Für ein Studium zum Beispiel der Sozial- oder Erziehungswissenschaften entscheiden sich die wenigsten.

Die geschlechterspezifisch geprägte Berufswahl birgt, besonders für Jungen mit niedrigeren Schulabschlüssen, jedoch Gefahren: Traditionell männerdominierte Berufe in Produktion und Baugewerbe verlieren beim Wandel zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft an Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass Jungen eine breit gefächerte Palette an Berufen kennen lernen – einschließlich Pflege- und Erziehungstätigkeiten oder auch Bibliotheksarbeit.

Doch nicht nur die Arbeitsmarktbedingungen, auch die Rollenvorstellungen von Männern und Frauen befinden sich im Wandel und fordern flexibles Denken. Ein Mann muss nicht selbstverständlich Alleinernährer für seine Familie sein. Immer mehr Frauen möchten eine Familie gründen und gleichzeitig Karriere machen, so dass sich die Partner einer Lebensgemeinschaft Familien- und Erwerbsarbeit teilen. Das bedeutet: Auch Männer nehmen Elternzeit, arbeiten Teilzeit und verdienen vielleicht weniger als ihre Frau oder Freundin. Somit sollen Schüler am Zukunftstag nicht nur ihr Berufsspektrum, sondern auch ihre Lebensperspektive erweitern.