Alleinerziehende und das Ehegattensplitting

Im Grundgesetz ist in Artikel 6 der besondere Schutzauftrag des Staates gegenüber Ehe und Familie verankert. Um dies auch steuerrechtlich zu berücksichtigen, wurde 1958 das sogenannte Ehegattensplitting im deutschen Steuerrecht eingeführt. Damals hat diese Steuervergünstigung überwiegend Familien mit Kindern und einem Haupteinkommen erreicht. Heute gibt es jedoch viele verschiedene Familienmodelle.

Durch die gemeinsame steuerrechtliche Veranlagung ist der steuerliche Vorteil umso höher, je größer der Unterschied im Einkommen der Eheleute und je höher das erzielte Einkommen ist. Von diesem Steuerprivileg profitieren jedoch nur Ehepaare und inzwischen eingetragene Lebenspartnerschaften. Dies gilt unabhängig davon, ob Kinder im Haushalt leben oder nicht. Alleinerziehende sind von diesem Steuerprivileg ausgeschlossen: Ihre Einkünfte werden unter Umständen höher besteuert als bei Ehepaaren, die sich die Erwerbs- und Hausarbeit teilen können.

Warum das Ehegattensplitting nicht nur Alleinerziehende benachteiligt und warum es – zumindest steuerrechtlich betrachtet – effektiver ist, Schweine statt Kinder großzuziehen, erläutert die Steuerberaterin und verwitwete Mutter Reina Becker in diesen Vortrag.

Reina Becker klagt seit 2008 vor deutschen Gerichten gegen den Ausschluss als Alleinerziehende vom Ehegatten/Partnerschaftssplitting. Im Januar 2017 hat sie dagegen Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt.

  • Termin: Mittwoch, 17. Mai, 19 Uhr
  • Ort: Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, Seminarraum 2
  • Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten telefonisch unter 235 4444 oder per E-Mail an servicecenter(at)stadt-oldenburg.de