Stiftungen in Oldenburg

Die „Vereinte Oldenburger Sozialstiftung" (ehemals Bürger-Stiftung Oldenburg) setzt sich aus mehreren kleineren Stiftungen zusammen. Die ersten Überlegungen der Verantwortlichen, mehrere kleinere Stiftungen in eine „Sozial­stiftung“ und eine „Kulturstiftung“ zusammenzufassen, wurden im April 1982 angestellt, da Barver­mögen und Erträge dieser kleinen Stiftungen derart geschrumpft waren, dass die einzelnen Stiftungszwecke nicht mehr erfüllt werden konnten. In Gesprächen mit der Bezirksregierung Weser-Ems ging es um folgende von der Stadt Oldenburg verwalteten Stiftungen:
 
Alwine-Eismann-Stiftung
Die am 16.07.1934 in Oldenburg verstorbene Handarbeitslehrerin hinterließ der Stadt Olden­burg das Hausgrundstück Margaretenstraße 3 und ein Kapitalvermögen von 18.304,34 RM. Sie bestimmte in ihrem Testament, dass von ihrem Vermögen bedürftige alte Oldenbur­gerinnen unterstützt werden sollten. Die Grabstelle befindet sich auf dem Gertruden Kirchhof.
 
Vermächtnis Grünberg
Die Stifterin Gertrud Grünberg starb am 18.04.1961 in Oldenburg und bestimmte, dass ihr Vermögen zur Unterstützung der Bewohner des Altenheimes Bogenstraße 16/20/22 ver­wendet werden soll. Sie vererbte der Stadt Oldenburg ein Barvermögen von 6.625,84 DM, 30 Union Investment- Zertifikate, Nennwert: 1.500,00 DM, 19 Aktien Continental Gummiwerke, Nennwert: 950,00 DM, 20 Kaufhof AG Aktien, Nennwert: 1.000,00 DM und 7%ige Kommunalobligationen, Nennwert: 1.400,00 DM.
 
Nonne-Stiftung
Die am 10.06.1919 in Oldenburg verstorbene Stifterin Trienke Nonne hat in ihrem Testament vom 03.10.1916 bestimmt, dass eine Stiftung für bedürftige oder gering bemittelte Kranke in der Stadtgemeinde Oldenburg gegründet werden soll, die vorzugsweise Lungenkranken zugute kommt. Sie vererbte der Stadt Oldenburg ein Bankguthaben von 20.066,06 RM, das Wohn­hausgrundstück Steinweg 14 und das Grundstück Heimweg 14. Die Grabstelle befindet sich auf dem Gertruden Kirchhof.
 
Sophie-Schütte-Stiftung
Die Stiftung wurde am 27.01.1917 durch den Geheimen Regierungsrat Johann Heinrich Karl Schütte (gestorben am 29.03.1940) zum Andenken an seine Mutter Sophie Schütte ins Leben gerufen. Die Stiftung hatte den Zweck, hilfsbedürftige Kinder der Gemeinde Oldenburg in ihren durch äußere Verhältnisse und Umstände begründeten Nöten oder Bedürfnissen zu unter­stützen, ganz besonders, wenn deren Entstehung mit den Folgen des Krieges in Zusammen­hang steht. Bei Gründung der Stiftung wurden 100.000,00 Mark 5%ige Reichsanleihe eingebracht. Beim Zusammenschluss waren noch 5.813,30 DM vorhanden. Die Grabstelle von Johann Schütte und Sophie Schütte befindet sich auf dem Alten Osternburger Friedhof. Die Stiftung wurde 1926 dem „Vereinigte Unterstützungsfonds“ zugeordnet und auf Widerspruch des Stiftungsgründers 1935 wieder eigenständig.
 
von-der-Loo-Stiftung
Die Stifterin Adelheid Auguste Marie von der Loo hat in ihrem Testament vom 28.04.1818 ein Legat ausgesetzt, das am 16.03.1822 in Kraft trat. Danach sollen aus dessen Zinsen verwaiste, unverheiratete, unvermögende Töchter „zivil- und geistlicher herrschaftlicher Bedienten vom Stande“, sowohl in als auch außerhalb der Stadt, so lange sie unverheiratet bleiben, ausgezahlt werden. Frau von der Loo verstarb am 30.01.1822. Sie hat 4.000 Rthlr. Gold hinterlassen. Beim Zusammenschluss bestand das Vermögen noch aus 4.999,50 DM. Die Grabstelle befindet sich auf dem Gertruden Kirchhof.
 
Velstein'sches Stipendium
Diese ursprüngliche Familienstiftung wurde 1636 auf Wunsch des Erblassers Hermann Velstein, Präzeptor* des Grafen Anton Günther, von seiner Witwe errichtet. Nach den Bestimmungen dieser Stiftung sollten die männlichen Nachkommen der Söhne Johann Velstein und Henrich Velstein sowie die Schwiegersöhne drei Jahre lang das ganze Stipendium genießen. Von den Nachkommen in weiblicher Linie sollten zwei das halbe Stipendium drei Jahre lang beziehen. Falls keine berechtigten Nachkommen vorhanden waren, sollte je ein bedürftiger Theologiestudent aus dem Kirchspiel Blexen und aus der Stadt Oldenburg drei Jahre lang das Stipendium unter sich teilen. In die Stiftung brachte Hermann Velstein das 1619 für 2000 Reichstaler verkaufte Blexer Laurentiuslehen* ein. Die Stiftung überstand Geldentwertung und Kriege. Am 27.09.1965 wurde eine Satzung über die Gemeinnützigkeit der Stiftung erlassen.
Das Velstein'sche Stipendium wurde letztlich nicht Teil der „Bürger-Stiftung“ und wurde durch Aufhebungsbescheid vom 10.10.1989 aufgehoben. Das noch vorhandene Vermögen von 14.152,30 DM wurde an den Evangelischlutherischen Oberkirchenrat Oldenburg ausgezahlt. Der fasste die Stiftung mit dem „Lindern'schen Stipendienfonds“ zusammen und fördert damit das Theologiestudium.
 
von-Harten-Stiftung
Die Stifterin Johanna von Harten ist am 23.12.1847 in Oldenburg gestorben und hat in ihrem Testament bestimmt, dass ein Stipendienfond gegründet werden soll. Zweck der Stiftung soll sein, „verwaiste, unverheiratete und unvermögende Töchter zivil- und geistlicher Staatsdiener vom Stande“ aus Erträgnissen des Stiftungskapitals zu unterstützen. „Unterstützt werden können auch Töchter von Anwälten, Ärzten und anderen Personen von ähnlicher Stellung, deren Beruf das Beste des Staates oder des Publikums bezweckt.“ Das eingebrachte Vermögen betrug 20.472,12 RM und diverse Schuldverschreibungen, Kriegsanleihen, und Butjadinger Sielachtanleihen. Das Vermögen beim Zusammenschluss betrug 6.713,44 DM. Die Grabstelle befindet sich auf dem Gertruden Kirchhof.
 
Hugo-Zieger-Stiftung
Am 27.03.1932 verstarb der Stiftungsgründer Hugo Zieger. Er war Kunstmaler und Ober­zeichenlehrer. Durch die Stiftung soll sehr begabten jungen Malern, Ärzten und Lehrern, denen es an Geld fehlt, ermöglicht werden, die nötigen Studienanstalten zu besuchen. Beim Zusammenschluss waren ein Bankguthaben von 26.613,89 DM, das bebaute Wohngrund­stück Ziegelhofstraße 92 sowie Bilder und Skizzen im Wert von 1.500,00 DM vorhanden. Die Grabstelle befindet sich auf dem Neuen Friedhof.
 
Wilhelm-Meyer-Stiftung
Die Stiftung wurde durch Testament vom 21.11.1923 des Amthauptmanns Wilhelm Franz Meyer bestimmt. Er legte fest, dass aus der Stiftung begabte, bedürftige Schüler des humanistischen Gymnasiums in Oldenburg Unterstützungen während des Schulbesuchs und des Besuchs einer Universität oder Hochschule, auch einer Kunstakademie oder Kunstgewerbeschule, erhalten. Wilhelm Meyer starb am 21.08.1931. Das eingebrachte Vermögen betrug 3.083 RM. Beim Zusammenschluss waren noch 16.721,53 DM vorhanden. Die Grabstelle befindet sich auf dem Gertruden Kirchhof.
Im August 1982 ging es dann darum, den Namen der neuen Stiftung festzulegen. Während die Bezirksregierung Weser-Ems an den Namen „Sozialstiftung“ festhielt, schlug die Stadt Oldenburg folgende Namen vor:

  • Gemeinnützige Oldenburger Stiftung,
  • Oldenburgische Bürgerstiftung,
  • Stiftung Oldenburger Bürger und
  • Stadt Oldenburg-Stiftung.

Nach kontroversen Diskussionen und einigem Schriftverkehr schien sich der Vorschlag der Bezirksregierung „Vereinte Oldenburger Sozialstiftung“ durchzusetzen, dies stieß jedoch auf den entschiedenen Widerstand des zuständigen Dezernenten der Stadt Oldenburg, Herrn Stadtdirektor Otter. Man einigte sich vorläufig auf den Namen „Oldenburger Bürgerstiftung“. Der erste Satzungsentwurf für die neue Stiftung wurde im Mai 1983 vorgestellt und diskutiert. Im Verlauf der Diskussion um den Satzungsentwurf konnte man sich dann auf den endgültigen Namen der Stiftung „Bürger-Stiftung Oldenburg“ einigen. Außerdem wurde beschlossen, dass der „Vereinigte Unterstützungsfonds“ in die Bürger-Stiftung Oldenburg aufgenommen werden sollte. Das „Velstein'sche Stipendium“ wurde dagegen nicht Teil der Stiftung.
 
Vereinigte Unterstützungsfonds
Der „Vereinigte Unterstützungsfonds“ wurde 1926 durch Zusammenfassung von 37 kleineren Stiftungen, deren Bestände und Erträge durch Inflation so gering waren, dass sie einzeln den Zweck ihrer Stiftung nicht mehr erfüllen konnten, gegründet. Folgende kleinere Stiftungen wurden zusammengefasst:
 

  1. Becker-Sattler-Stiftung,
  2. Böger-Stiftung,
  3. Eggers-Stiftung,
  4. Elisabeth-Stiftung,
  5. von Erlanger-Stiftung,
  6. Fortmannsche-Stiftung,
  7. Francksen-Stiftung für Altersversorgung,
  8. von Freitag'sche Stiftung,
  9. Greverus-Stiftung,
  10. Haake-Stiftung,
  11. Hegelersche-Stiftung,
  12. Henning'scher Fonds,
  13. Hotes-Stiftung,
  14. Hüschen-Stiftung,
  15. Kaiser-Jubiläums-Stiftung,
  16. Klävemann-Stiftung für Diakonissen,
  17. Klävemann-Stiftung für das Elisabeth-Kinder-Krankenhaus,
  18. Klävemann-Stiftung für Knaben,
  19. Klävemann-Stiftung für Mädchen,
  20. Klävemann-Stiftung für Kranke,
  21. Auktionator Köhler-Stiftung,
  22. Hofrat Köhler'sches Legat,
  23. Maas-Stiftung,
  24. Meenen-Stiftung,
  25. Mengerssen-Stiftung,
  26. Meyer-Jäger-Stiftung,
  27. Nikolaus-Friedrich-Peter Gedächtnisfonds,
  28. Oppenheim-Stiftung,
  29. Raninger-Stiftung,
  30. Rosenbohm-Stiftung,
  31. Rösike-Stiftung,
  32. Dr. Schüssler-Stiftung,
  33. Sophie-Schütte-Stiftung,
  34. Stiftung der alten Spar- und Leihbank,
  35. Stalling-Stiftung,
  36. Tappenbeck-Stiftung für das Heimatmuseum,
  37. Wiesenbach-Stiftung.

Die „Sophie-Schütte-Stiftung“ wurde 1935 auf Grund eines Widerspruchs des Stiftungsgründers wieder eine eigenständige Stiftung. Sie wurde bei Gründung der „Bürger-Stiftung Oldenburg“ dieser zugeordnet.
 
1936 wurde der 1753 ins Leben gerufene „Hebammenfonds“ aufgelöst, weil der Stiftungszweck nicht mehr erfüllt werden konnte. Die Mittel wurden den „Vereinigte Unterstützungsfonds“ zugeschlagen.
 
1950 wurden auf Grund eines Ratsbeschlusses folgende ältere Stiftungen, die wegen der Währungsreform vermögenslos geworden waren, dem „Vereinigte Unterstützungsfonds“ zugeschlagen:

  •  „August-Hanken-Stiftung“ von 1932,
  • „Harms-Stiftung“ von 1934,
  • „Gerhard Hullmann-Stiftung“ von 1892 und
  • „Frieda-Stiftung“ von 1897.

Der Stiftungszweck des „Vereinigte Unterstützungsfonds“ war die Unterstützung hilfsbedürftiger Gemeindeangehöriger.
 
Der Rat der Stadt Oldenburg beschloss am 19.03.1984 in einer öffentlichen Sitzung die Zusammenlegung der kleineren Stiftungen zu der „Bürger-Stiftung Oldenburg“. Die Satzung wurde am 17.05.1985 im Amtsblatt des Regierungsbezirks Weser-Ems Nr. 20 veröffentlicht.
 
Die erste Spende über 11.000,00 DM für die „Bürger-Stiftung Oldenburg“ ging am 25.10.1985 anlässlich einer Veranstaltung der Firma Miele in der Weser- Ems Halle mit Thomas Gottschalk ein. Die erste Unterstützung leistete die „Bürger-Stiftung Oldenburg“ am 28.11.1986.
 
1985 wurde das Vermächtnis von „Max Godawer“ und 1991 das Vermächtnis von „Friedrich Duden“ der „Bürger-Stiftung Oldenburg“ zugeteilt.
 

Im Dezember 2006 wurde in Oldenburg von "Oldenburger Bürger" eine neue "Oldenburgische Bürgerstiftung" gegründet. Zur Vermeidung von Verwechselungen verzichtete die "Bürger-Stiftung Oldenburg" auf ihr geschütztes Namensrecht und zog sich auf einen bei der Gründung vorgesehenen Namen "Vereinte Oldenburger Sozialstiftung" zurück. Die Satzungsänderung des Rates der Stadt Oldenburg vom 18.12.2006 wurde am 27.02.2007 vom Niedersächsischen Minister für Inneres und Sport genehmigt.


Stiftungszweck der Stiftung ist die Förderung begabter, bedürftiger Schüler, Studenten und Künstler mit Wohnsitz in Oldenburg, und Leistungen an hilfsbedürftige Einwohner Oldenburgs.