Ausstellung: Piktogramme für Verständigung mit Geflüchteten

Aufgrund der guten Resonanz wird die Laufzeit der Ausstellung „Ankommen!“ im Horst-Janssen-Museum bis zum 17. Juli 2016 verlängert. In der Ausstellung stellen Studierende des Fachbereiches Kunst und Medien der Universität Oldenburg ihre grafischen Arbeiten erstmals der Öffentlichkeit vor. Mit Unterstützung der Künstlerin Teréz Fóthy, der Dozentin Katia Liebmann und der Flüchtlingsberatung der Diakonie haben sie Piktogramme entwickelt, die Flüchtlingen und anderen Neuankömmlingen das Alltagsleben und regionale Besonderheiten des Oldenburger Landes erklären.

64 Piktogramme zu unterschiedlichen Themen
Die 64 Piktogramme im Postkartenformat sind als Linol- oder Holzschnitte ausgeführt und mit einer Handpresse gedruckt worden. Die Motive reichen von der richtigen Mülltrennung oder der Fahrradbeleuchtung bis zu Gleichberechtigung, Pünktlichkeit, Kramermarkt und Stadtfest.

Mit Piktogramm-Karten ins Gespräch kommen
Nach der Ausstellung sollen die Karten gedruckt und mit einer Buchschraube zu einem Fächer zusammengefasst werden. „So bleiben einzelne Karten entnehmbar“, erklärt Teréz Fóthy und erläutert: „Das ist wichtig, weil die Karten Anlass geben sollen, um in Gruppen über das Zusammenleben zu sprechen.“ Die in Oldenburg lebende Argentinierin mit ungarischer Herkunft hat im Gespräch mit Geflüchteten, Migrantinnen und Migranten bereits ausprobiert, ob die Karten verstanden werden. „Wir hatten sehr anregende Diskussionen“, berichtet sie. Oft haben ihre Gesprächspartner dann aus ihren Herkunftsländern berichtet. „Mit den Karten kann man auch schwierige Themen ansprechen“, ist sich die Kunsttherapeutin sicher. Immer habe sie positive Rückmeldungen von den Gesprächsteilnehmern bekommen. Man könne sich viel leichter eingewöhnen, wenn man über die Gepflogenheiten  in der neuen Heimat gesprochen habe.

Karten universell einsetzbar
„Mit den Fächerkarten will die Stabsstelle Integration eine erste Orientierungshilfe für Neuankömmlinge anbieten“, erklärt die Integrationsbeauftragte der Stadt Oldenburg, Dr. Natalia Petrillo. Die Karten sind universell einsetzbar, von der Grundschule bis zur Erwachsenenarbeit. Sobald die Ausstellung aufgebaut ist, beginnt die Vorbereitung für den Auflagendruck. Der Vertrieb erfolgt dann über die Stadt und die Diakonie.

Weitere Informationen

  • Die Ausstellung „Ankommen!“ ist bis zum 17. Juli 2016 in den Räumen des Horst-Janssen-Museums zu sehen und zeigt neben den Motiven und der Entstehung einzelner Karten auch die Produktionstechnik.
  • Gefördert wird das Projekt auch von der Stabsstelle Integration der Stadt Oldenburg, der OLB-Stiftung, der Oldenburger Bürgerstiftung und der Diakoniestiftung.
  • Studierende, die am Projekt „Ankommen!“ beteiligt sind:
    Anke Baumbach, Paula Blindow, Maria Borgmann, Seyma Bülbül, Thea Drexhage, Katharina Emken, Constanza Maren Herrmann, Lea Hillmer, Svea Elena Möller, Sebastian Ott, Pauline Peters, Torge Schühle (M.A.), Naomi Layla Weiss, Marie Wilke, Annika Witten.