Gewaltschutzkonzept für Flüchtlingsunterkünfte

Die Stadtverwaltung hat unter Federführung des Gleichstellungsbüros ein Gewaltschutzkonzept für Flüchtlingsunterkünfte erarbeitet, das jetzt der Politik zur Abstimmung vorgelegt wird. Mit diesem Gewaltschutzkonzept, das von Gewaltberatungsstellen und anderen Fachleuten mitgetragen wird, werden einheitliche Standards in unterschiedlichen Bereichen festgeschrieben. Das Gewaltschutzkonzept gilt für alle Flüchtlingsunterkünfte der Stadt Oldenburg.

„Das Gewaltschutzkonzept ist ein weiterer Bestandteil unserer gesamten Integrationsanstrengungen, mit denen wir bisher erfolgreich auf den Zuzug von mehr als 3.000 Flüchtlingen in Oldenburg reagiert haben“, sagt Sozialdezernentin Dagmar Sachse. „Es freut mich, dass wir mit dem Gewaltschutzkonzept eine wichtige Grundlage für die Sicherheit der Menschen schaffen.“

Besondere Schutzbedürftigkeit
Ein besonderes Schutzbedürfnis haben insbesondere (schwangere) Frauen, Mütter, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Behinderung, Lesben, Schwule, Bi-, Trans- und Intersexuelle, aber auch traumatisierte Geflüchtete. Aus diesem besonderen Schutzbedürfnis ergibt sich ein erhöhter Anspruch, sie vor Angriffen auf ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Persönlichkeit und ihre Menschenwürde zu schützen.

Festschreibung von Standards
In dem vorliegenden Gewaltschutzkonzept werden bereits vorhandene Standards festgeschrieben: Hierzu zählen die Wahrung der Privatsphäre durch abschließbare Zimmer und Sanitäranlagen sowie ausreichend Aufenthalts- und Rückzugsräume insbesondere für schutzbedürftige Menschen. Die haupt- und ehrenamtlich Beschäftigten in den Unterkünften sind sensibilisiert und im Hinblick auf das Erkennen und Verhindern von Gewalt geschult.

Neben den bestehenden Standards werden auch weitere Maßnahmen in das Konzept aufgenommen. So entwickelt beispielsweise die Stabstelle Integration gemeinsam mit dem Amt für zentrales Flüchtlingsmanagement ein Willkommenspaket mit Informationsmaterialien zu den Themen Gewaltschutz, Gleichberechtigung, Akzeptanz unterschiedlicher sexueller Orientierungen und Identitäten sowie eine Übersicht von bestehenden Beratungsstellen. Zudem soll in den Flüchtlingsunterkünften eine Vertrauensperson benannt werden, die in Fällen von Gewalt oder Diskriminierung ansprechbar ist und weiterhilft.

Schwerpunkt liegt auf Prävention
Der Schwerpunkt des Konzeptes liegt in der Prävention von physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt. „Oldenburg verfügt bereits über hohe Standards in den Flüchtlingsunterkünften – diese werden nun mit dem Gewaltschutzkonzept fest verankert und weiterentwickelt“, betont Wiebke Oncken, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. „Durch den Fokus auf präventive Maßnahmen sollen Übergriffe verhindert oder mindestens verringert werden. Sollte es dennoch einen Vorfall geben, werden einheitliche Verfahrensweisen umgesetzt, um Betroffenen möglichst schnell guten Schutz zu bieten.“