Die Flüchtlingsunterkünfte in Oldenburg

Als 2015 Hunderttausende Flüchtlinge in Deutschland Schutz suchten, mussten Kommunen innerhalb kürzester Zeit reagieren und Unterkünfte organisieren – die Stadt Oldenburg war dabei ebenfalls stark gefordert. Diese Herkulesaufgabe ist sehr gut gemeistert worden – und auch bei der Nachnutzung von nun frei werdenden Kapazitäten agiert die Verwaltung mit Weitblick. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir in Oldenburg die Unterbringung der zugewanderten Menschen weitgehend mit großer Umsicht und verantwortungsvoll lösen konnten. Neben der Verwaltung haben dazu auch der Rat der Stadt Oldenburg, sehr viele soziale Organisationen sowie unzählige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer beigetragen“, bilanziert Sozialdezernentin Dagmar Sachse.

Zwölf zentrale Unterkünfte
In der Hochphase der Flüchtlingszuwanderung wurden in Oldenburg zwölf zentrale Unterkünfte mit 1.700 Plätzen eingerichtet. Derzeit unterhält die Stadt Oldenburg nur noch eine Kommunale Gemeinschaftsunterkunft (KGU). Dabei handelt es sich um die KGU VII Alte Färberei mit 148 Plätzen (davon sind zurzeit 77 belegt).

Umzug der Bewohnerinnen und Bewohner
Auch diese KGU schließt zum 31. Dezember 2018. Die von der Schließung betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner werden zum Teil in Wohnungen umziehen. Die verbleibenden Menschen werden in die demnächst in Betrieb gehende KGU Gaußstraße umziehen. Die KGU Gaußstraße wird dann ab Januar 2019 die letzte verbleibende kommunale Gemeinschaftsunterkunft sein.

Es wurden 64 Objekte angemietet
Der dezentralen Unterbringung wurde von Anfang an ein hoher Stellenwert eingeräumt – so hat die Stadt momentan 64 Objekte angemietet. Von diesen Wohnungen sind 41 belegt (von 138 Menschen). Das ist eine Momentaufnahme, da es hier aufgrund von Auszügen anerkannter Asylbewerberinnen und Asylbewerber in eigenen, selbstständig angemieteten Wohnraum zu einer großen Fluktuation kommt. Hierbei unterstützt innerhalb der Stadtverwaltung im Amt für Zuwanderung und Integration der Bereich „Auszugsmanagement“, der zusammen mit dem Fachdienst „Integration“ den Menschen die Ankunft in der neuen Heimat erleichtert.

Die zentralen Unterkünfte
Bei den zentralen Unterkünften handelte es sich um eigene Immobilien, Container oder befristet angemietete Objekte. „Der schrittweise Abbau der Unterbringungskapazitäten erfolgte immer auch unter wirtschaftlicher Betrachtung, so dass beispielsweise auslaufende Mietverträge nicht verlängert wurden und vorhandene Planungen für die eigenen Objekte ohne Verzögerung umgesetzt werden konnten“, erläutert Ingo Tulodetzki, Leiter des Amtes für Zuwanderung und Integration.

Die nachstehende Auflistung zeigt, von welchen Unterkünften sich die Stadt mittlerweile wieder getrennt oder sie einer anderen Nutzung zugeführt hat:

Kommunale Gemeinschaftsunterkünfte (KGU)
KGU I – Gaußstraße (geschlossen Dezember 2016; ein Teil wiedereröffnet Oktober 2017 als Wohnheim; der verbleibende Teil wird ab Januar 2019 letzte verbleibende KGU der Stadt)

KGU II – Cloppenburger Straße (Betrieb beendet November 2017; Immobilie soll verkauft werden)

KGU III – Schützenweg (Betrieb bis März 2017; Mietvertrag beendet)

KGU IV – Alexanderstraße (Betrieb beendet September 2018; ist Bestandteil des Smart City Konzeptes auf dem Fliegerhorst)

KGU V – Sporthalle Fliegerhorst (Betrieb beendet April 2016; wird im Zuge des Masterplans Fliegerhorst abgerissen)

KGU VI – Georg-Bölts-Straße (schrittweise geschlossen, endgültig im Februar 2017; Mietvertrag beendet; die Halle wird heute wieder gewerblich genutzt)

KGU VII – Pophankenweg / Alte Färberei (Betrieb wird beendet zum 31. Dezember 2018; Gebäude wird rückgebaut und auf dem Gelände eine Kita errichtet)

Notunterkünfte (NU)
NU BBS 3 Willerstraße (Betrieb bis Juli 2016; Verkauf der Immobilie an Investor)

NU Schlachthofstraße (geschlossen 30. September 2016; Mietvertrag beendet; Halle wieder gewerblich genutzt)

NU Post SV Tennishalle Alexanderstraße (geschlossen 30. Juni 2016; Mietvertrag beendet; heute Skate-Arena)

Sonstige
Container Adenauerallee (Betrieb bis September 2017; Anlage wurde abgebaut und auf dem Gelände entstand eine Kita)

Container An der Kolckwiese (Betrieb bis März 2017; bis zum Ende des Mietvertrages werden die Container vom Fachdienst Soziale Leistungen als Verwaltungsräume des Stadtteilteams Süd genutzt)