Stadt sieht sich in Klimaschutzstrategie bestätigt

Wärmedämmung ist ein Thema, das viele Hausbesitzer interessiert. Und durch eine Erhöhung der Sanierungsrate kann auf örtlicher Ebene ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz erreicht werden. Die Stadt Oldenburg sieht sich in ihrer Klimaschutzstrategie durch eine im Auftrage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erstellte Studie der Prognos AG zur Wirtschaftlichkeit von Dämmung und effizienter Heiztechnik im Neubau und bei der Altbausanierung (Direktlink KfW) bestätigt. Darauf verweist Gerd Iwanuk, Leiter des Fachdienstes Umweltmanagement der Stadt Oldenburg.

Die Studie belegt  prognostiziert, dass nach jetziger politischer Ausgangslage bundesweit bis zum Jahr 2050 rund 838 Milliarden Euro investiert werden, um wie geplant den Energiebedarf im Gebäudebestand um 80 Prozent zu senken. Mehr als die Hälfte davon werden in die Sanierung von Altbauten fließen. Lässt man hier die ohnehin anfallenden Kosten für Sanierung von defekten Bauteilen einmal außen vor, stehen den Investitionen für Dämmung und effiziente Heiztechnik in Höhe von 237 Milliarden Euro Heizkostenersparnisse von 361 Euro gegenüber. Unter dem Strich ergibt sich hier ein Plus durch energieeffiziente Maßnahmen von 124 Milliarden Euro. Damit sind energieeffiziente Maßnahmen als wirtschaftlich zu bewerten. Für diese Berechnungen wurde eine sehr moderate Energiepreissteigerung von nur einem Prozent angenommen.

Den Ausgaben für staatliche Fördermittel in Höhe von 66 Milliarden Euro stehen der Studie zufolge Einnahmen aus Wachstum und Beschäftigung von 95 Milliarden Euro gegenüber. Weiterhin kommen Arbeitsplätze im regionalen Handwerk hinzu: Es wird bundesweit von etwa 200.000 bis 300.000 Beschäftigten ausgegangen.

Die CO2-Einsparung wird mit 67 Millionen Tonnen beziffert. Was die Studie nicht in Zahlen ausdrücken kann, ist der erhöhte Wohnkomfort, von dem die Nutzer sanierter Gebäude profitieren. "Oldenburger Hausbesitzer, die ihren Altbau sanieren wollen, sollten sich von der aktuellen Diskussion über die Studie nicht verunsichern lassen", sagt Gerd Iwanuk, Leiter des Fachdienstes Umweltmanagement. "Leider wurden die Zahlen der Studie mancherorts eindeutig falsch interpretiert. Nicht die Unwirtschaftlichkeit von energieeffizienter Gebäudesanierung, sondern das genaue Gegenteil wird durch die Studie deutlich. Und dies gilt nicht nur auf volkswirtschaftlicher Ebene, sondern in der Regel auch für den Einzelfall, vor allem dann, wenn die energetische Sanierung an eine ohnehin fällige Sanierungsmaßnahme gekoppelt wird."

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich beim Fachdienst Umweltmanagement unter Telefon 0441 235-3089 zum Thema Energieeffizienz an Alt- und Neubauten informieren.

Die Formulierung der Nordwest-Zeitung in der Ausgabe am 22.4.2013 "Studie über Wärmedämmung fordert Stadt heraus - Verwaltung verteidigt ihre Linie - Prognos-Untersuchung stellt Wirtschaftlichkeit in Frage" gibt den Inhalt einer städtischen Pressemitteilung leider falsch wieder. Insbesondere wird fälschlich behauptet, die Prognos-Untersuchung zeige, dass zahlreiche Wärmedammmaßnahmen sich nicht rechnen. Tatsächlich steht in der Prognos-Studie genau das Gegenteil. Man sollte sich also nicht verunsichern lassen.