Neubauquartier Beverbäker Wiesen

Kategorie: Stadt

Projektbeschreibung: Auf dem circa 19 Hektar großen Gelände der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne bot sich ein umfassendes Potenzial für die Bereitstellung eines differenzierten Wohnraumangebotes mit Dienstleistungen und nicht störendem Gewerbe sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen in einer zentralen Stadtlage. Die städtebaulichen Zielsetzungen wurden in einem vom Rat beschlossenen Eckpunktepapier vom 19. März 2012 verankert. Darin wurden unter anderem weitreichende energetische Anforderungen gestellt.

Für das Teilgebiet des ehemaligen Hubschrauberlandesplatzes wurde am 24. Oktober 2014 der Bebauungsplan M-667 A beschlossen. In einem begleitenden städtebaulichen Vertrag wurde auf der Grundlage des Eckpunktepapiers im wesentlichen der „KfW-Effizienzhausstandard 40“ (auf Basis der EnEV 2009) und die flächendeckende Ausstattung der Dachflächen mit Solaranlagen vereinbart. Auf dem insgesamt 2.1 Hektar großen Teilbereich sollen bis 2019 rund 160 Wohneinheiten geschaffen werden. Die Oldenburger Wohnungsbaugesellschaft GSG plante in diesem Neubauquartier („Beverbäker Wiesen“) eine Eigentumswohnanlage im KfW-Plusenergiestandard in zwei Bauabschnitten. Das Energiekonzept des ersten Bauabschnittes (Baufertigstellung 2016) beinhaltet ein mit Biomethan betriebenes BHKW, kontrollierte Wohnraum-Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und eine sehr gut gedämmte und luftdichte Gebäudehülle. Zusätzlich sind auf den Gebäuden Solarmodule für die Stromerzeugung installiert. Das Energiekonzept des zweiten Bauabschnitts mit 40 Eigentumswohnungen (geplante Fertigstellung bis Sommer 2019) beinhaltet ebenfalls eine sehr hoch gedämmte Gebäudehülle, eine zentrale Wärmeversorgung über eine Wärmepumpe, die mit selbst erzeugtem Solarstrom  aus der Photovoltaikanlage mit 86 kWp betrieben wird, außerdem eine dezentrale Warmwasserversorgung, ebenfalls mit regenerativem Strom betrieben, kontrollierte Wohnraum-Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, Stromspeicherbatterien, mit deren Hilfe der erzeugte Solarstrom zu 80 Prozent selbst genutzt werden kann und in der Tiefgarage können die PKW-Stellplätze mit Ladestationen für Elektroautos nachgerüstet werden.

Ein anderes Energiekonzept im Quartier wird vom Projektentwickler Kubus-Immobilen und der Baugesellschaft Freytag von der Linde (Beverbäker Wiesen GbR) realisiert. Die Versorgung erfolgt hier über ein Wärmenetz zu den sechs Unterzentralen in den einzelnen Häusern. Von dort aus werden die Häuser mit Raumwärme und Warmwasser versorgt. Ergänzt wird die Energieversorgung durch Photovoltaikanlagen auf den Flachdächern der einzelnen Häuser.

Die Wärmeerzeugung in der Zentrale leistet im Alleinbetrieb ein kombinierter 350-kW-Biomassekessel. Die Bunker zur Lagerung der Pellets und des Biomasse-Hackgutes sind ebenfalls in der Heizzentrale untergebracht. Als Notkessel steht ein Gaskessel mit 160 kW bereit.

CO2-Wirksamkeit: 200 Tonnen CO2 pro Jahr / gegenüber EnEV Referenzgebäude

Ansprechpartner: Stadt Oldenburg, Fachdienst Umweltmanagement, Projektentwickler Kubus-Immobilen und Baugesellschaft Freytag von der Linde (Beverbäker Wiesen GbR) sowie GSG Oldenburg