Paradewall

1790 nach Einebnung des Schlosswalles und Aufgabe des damaligen Damm-Tores ließ Herzog Peter Friedrich Ludwig in diesem Teil des Innenstadtringes eine vierreihige Lindenallee (130 Bäume) als Esplanade pflanzen. Ihre Besonderheit war die Abfolge aus drei gewinkelten Reihen, die damit räumlich den Schlossbereich fassten.
Unterstrichen durch repräsentative Steinbalustraden mit Steinvasen geschmückten Pfeilern (1885 bis 1957) am Anfang und Ende der Allee, gehörte der Paradewall lange zum internen Schlossbereich. Seit Regierungsantritt seiner königlichen Hoheit, des Großherzogs Nikolaus-Friedrich-Peter (1853) fand hier dreimal wöchentlich Parademusik statt, zu der die Öffentlichkeit Zutritt hatte.

1957 wurde der Paradewall in die Ringstraße um die Innenstadt durch eine Asphalttrasse mit einbezogen. Dadurch reduzierte sich die Allee auf drei Baumreihen. Die Lindenreihe entlang der Huntestraße vor den alten Kavaliershäusern war auch dem Verkehr zum Opfer gefallen.

1972, bei der Sturmkatastrophe, wurden die Bäume der schon überalterten Lindenallee umgedrückt. Danach wurden im lockeren Abstand Linden der Umgehungsstraße vor deren Hochlegung hierher gepflanzt.

Neugestaltung nach historischem Vorbild (1991 und folgende Jahre)

Zielsetzung war die Wiederherstellung und Erhaltung der historischen Wallstrukturen und deren Erlebbarkeit unter Einbeziehung der denkmalgeschützten Gebäude.

  • Die städtebaulichen Gegebenheiten erlaubten die Wiederherstellung einer dreireihigen Lindenallee, allerdings mit größerem Abstand untereinander zur besseren Entwicklung.
  • Die Fahrbahn der Huntestraße wurde eingeengt, um auch hier wieder eine Lindenreihe pflanzen zu können.
  • Parallel zum Stadtgraben (Mühlenhunte) entstand wieder der Promenadenweg mit Fortführung bis zum „Jordan“ am Stadthafen.
  • Auf die damaligen Eingangssituationen, die nicht im alten Sinne rekonstruiert werden können, weisen je zwei mit Steinvasen (Repliken) geschmückte Pfeiler hin.