Anhaltende Trockenheit

Wasser marsch: Auch Freiwillige Feuerwehren bewässern Bäume

Die anhaltende Hitzeperiode und Trockenheit bereitet den Bäumen im Stadtgebiet zunehmend Probleme. „Es ist zwar Hochsommer, doch beim Blick auf die Bäume könnte man meinen, der Herbst beginnt“, sagt Uwe Ahlers, Leiter des Fachdienstes Stadtgrünpflege und Friedhöfe. Die Bäume haben „Trockenstress“: Dadurch verfärbt sich das Laub. Welke, braune Blätter fallen zu Boden. Mit dieser biologischen Reaktion mindern die Bäume den Wasserverlust beziehungsweise die Verdunstung, erklärt Ahlers.
 
Mehr als 70.000 städtische Bäume
Bei mehr als 70.000 städtischen Bäumen an Straßen und in Grünanlagen ist ein Wässern aller Bäume nicht möglich. Gefährdet durch die Trockenheit sind insbesondere die in den vergangenen Jahren gepflanzten Bäume im Straßenbereich, da sie noch kein ausreichendes Wurzelsystem ausgebildet haben. Zwar wässern städtische Mitarbeiter seit Mai die Neuanpflanzungen, aber die Trockenheit macht zunehmend auch Bäumen, die vor drei bis sechs Jahren gepflanzt wurden, zu schaffen.

Freiwillige Feuerwehren im Bewässerungs-Einsatz
Die Kapazitäten des Fachdienstes Stadtgrünpflege, der bei seinen Einsätzen Wasser aus öffentlichen Gewässern verwendet, sind für das Versorgen von rund 2.000 Jungbäumen nicht ausreichend. Daher wird der Fachdienst ab jetzt durch die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt unterstützt. Ab Mittwoch, 25. Juli 2018, wird Wasser aus den in der Regel 2.000 Liter fassenden Löschtanks fließen, um Bäume zu retten. Beteiligt sein werden alle sechs Ortsfeuerwehren (Eversten, Haarentor, Stadtmitte, Ohmstede, Ofenerdiek und Osternburg).

Stadt bittet die Bevölkerung ebenfalls um Mithilfe
Darüber hinaus bittet die Stadtverwaltung auch die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufgabe, die in Nähe von Wohnbebauung gepflanzten Jungbäume mit Wasser zu versorgen. Vorzugsweise sollte in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden möglichst täglich gewässert werden. Als Minimum sind dem Wurzelbereich jüngerer Bäume pro Bewässerungsgang etwa 20 bis 30 Liter Wasser in Stammnähe zuzuführen. Bei Baumstandorten älteren Pflanzdatums fehlt bereits der Bewässerungsring. Damit sich die Wassergaben hier nicht flächig verteilen, sondern im Nahbereich des Stammes versickern, ist es in diesen Fällen hilfreich, einen aus Bodenmaterial bestehenden Gießring im Abstand von 40 bis 50 Zentimetern vom Baumstamm zu formen, rät Uwe Ahlers: „Wir freuen uns über jede Unterstützung aus der Bevölkerung.“

Sorgsamer Umgang mit Trinkwasser

Auch die Stadtverwaltung hält es selbstverständlich für geboten, dass ein sorgsamer Umgang mit Trinkwasser angezeigt ist. Entsprechende Appelle der Wasserversorger heben aber darauf ab, auf unnötiges Bewässern von Gärten und Rasensprengen zu verzichten. Auch das Wasser in Planschbecken und Pools sollte nicht vorschnell ausgetauscht werden. Die Bemühungen um den Erhalt von Bäumen haben jedoch eine andere Qualität und sind nicht mit unbedachter Wasserverschwendung gleichzusetzen. Zahlreiche andere Städte wenden sich in diesen Tagen mit ähnlichen Aufrufen, durch Gießen Bäume vor der Hitze zu retten, an ihre Bürgerinnen und Bürger – unter anderem Aachen, Berlin, Bremen, Bonn, Essen, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Stuttgart, Osnabrück und Emden.

Stadtbäume sind hervorragende Klimaschützer
Für das innerstädtische Klima sind die Stadtbäume von außerordentlicher Bedeutung. Bäume sind hervorragende Klimaschützer: Sie produzieren Sauerstoff und verbrauchen dabei das klimaschädliche CO2, fungieren als Schattenspender und Lärmbremse. Gerade das Wässern der etwa 2.000 Jungbäume ist daher eine Investition in die Zukunft, wobei sich der Wasserverbrauch nach Auffassung der Stadtverwaltung in vertretbaren Grenzen hält. Ohne die Bewässerungsmaßnahmen ist unter Umständen ein größerer Verlust von Bäumen zu befürchten.
                                      
Feuerwehren nutzen öffentliche Gewässer und Brunnen
Die Freiwilligen Feuerwehren und der Fachdienst Stadtgrünpflege schöpfen das Wasser vor allem aus öffentlichen Gewässern und Brunnen, so dass zum überwiegenden Teil kein Trinkwasser benötigt wird. Bekommt jeder Baum insgesamt etwa 300 Liter Wasser, so beträgt das Gesamtvolumen ungefähr 300 bis 450 Kubikmeter. Der Anteil des „Brauchwassers“ wird nach Einschätzung der Stadtverwaltung bei über 50 Prozent liegen, so dass für diese Bewässerungsaktion rund 200 Kubikmeter Trinkwasser benötigt werden. Die Stadtverwaltung ist der Auffassung, dass der für die dringend erforderliche Baumbewässerung benötigte Trinkwasseranteil sich in Grenzen hält und angesichts der außergewöhnlichen Situation angemessen ist.