Zeitzeugen in Hörgeschädigtenschule

Ehrenamtliche der Agendagruppe Zeitzeugenbörse waren zu Gast im Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte (LBZH) am Lerigauweg in Oldenburg. Im Rahmen einer Unterrichtseinheit über das Dritte Reich, Krieg und Nachkriegszeit erzählten Ruth Hoting, Änne Behrends und Günther Zimny von ihrer Kindheit im Nationalsozialismus, über Bombennächte im Bunker, über Vertreibung und Flüchtlingselend und die vielfältigen Entbehrungen in der Nachkriegszeit. Ihre sehr persönlichen Erlebnisberichte gingen unter die Haut und stießen auf großes Interesse der Schulkinder.

Die Jugendlichen (15-16 Jahre alt und zum Teil schwer hörgeschädigt) hingen den Zeitzeugen buchstäblich an den Lippen. Sie zeigten sich sehr gut vorbereitet und sorgten mit zahlreichen Detailfragen für manche Änderung des geplanten Ablaufs der Veranstaltung. Die Zeitzeugen beantworteten geduldig jede noch so spezielle Frage, verteilten alte Zeitungsausschnitte, Landkarten und andere Dokumente. Frau Hoting hatte sogar ihren kleinen roten Lederkoffer dabei, den sie als kleines Mädchen bei Fliegeralarm immer mit in den Bunker genommen hat – ein authentisches, anfassbares Zeugnis selbst erlebter Zeitgeschichte.