Ablauf des Arbeitsgruppendialogs

Ziel des Arbeitsgruppendialogs war die Erarbeitung eines Aktionsprogramms für die nachhaltige Entwicklung Oldenburgs. Um den Dialog zielorientiert zu gestalten, wurden vier aufeinander aufbauende Phasen durchlaufen.

Beginnend mit der abstraktesten Ebene arbeiteten sich die Gruppen Schritt für Schritt auf immer konkretere Ebenen vor. Durch diese Reihenfolge, die einem Trichter oder einer auf dem Kopf stehenden Pyramide ähnelt, sollte systematisch verhindert werden, dass wichtige Aspekte übersehen wurden.

Die Leitbildebene

Viele der gegenwärtigen Probleme, auf die die Agenda 21 eine Anwort geben will, können nicht mehr sektoral gelöst werden. Die Ursachen sind zu komplex, als dass sie auf der Grundlage isolierter Zuständigkeiten erfolgversprechend behandelt werden könnten. Nur das Zusammenspiel aller direkt oder indirekt beteiligten Akteure und Entscheidungsebenen kann weiterhelfen. Deshalb gilt es, das Kriterium der Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe zu verankern. Es sollte sich wie ein roter Faden durch alle kommunalen Handlungsfelder ziehen.

Für lokale Agenda-Prozesse folgt daraus die Notwendigkeit, zunächst einen Orientierungsrahmen für die nachhaltige Zukunftsgestaltung zu entwickeln, der alle kommunalen Entscheidungsträger anspricht: von der einzelnen Bürgerin bis zu den Chefetagen von Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Alle sollen mitverantwortlich für eine zukunftsfähige Entwicklung sein, d. h. im Rahmen ihrer jeweiligen Handlungsspielräume eigene Beiträge leisten, statt auf spezielle Zuständigkeiten zu verweisen. Gemeinsames Handeln setzt aber voraus, dass sich alle Beteiligten zuvor auf eine gemeinsame Zielrichtung, d. h. Leitbilder verständigt haben. Deshalb wurde der Arbeitsgruppendialog mit der Entwicklung von Leitbildthesen begonnen, die zugleich eine Grundlage für die nächsten Arbeitsschritte und die Kommunikation gemeinsamer Zukunftsvorstellungen bildeten.

Die Bestandsaufnahme

Ausgehend von der Fragestellung Wo lassen sich in Oldenburg, bezogen auf die Leitbildthesen, positive Beispiele oder Defizite finden?recherchierten die Arbeitsgruppen zur IST-Situation Oldenburg. Es wurden zu jeder Leitbildthese umfangreiche Informationen und Stellungnahmen zusammengetragen, die im agenda-büro öffentlich zugänglich sind und als Basis für weitere Ergänzungen oder Darstellungen dienen. Diese Bestandsaufnahme kann weder vollständig sein, noch den Anspruch einer objektiven oder wissenschaftlichen Analyse erheben. Sie gibt vielmehr die Sichtweise der Arbeitsgruppenteilnehmer/innen wieder. Als Orientierungshilfe soll sie dafür sorgen, dass der Bezug zwischen den zuvor formulierten Leitbildern und dem zu benennenden Handlungsbedarf erhalten bleibt.

Der Handlungsbedarf

Die Erarbeitung des dringendsten Handlungsbedarfs schloss sich nahtlos an die Bestandsaufnahme an. Ein Soll-Ist-Vergleich zwischen den Leitbildern und der Realität Oldenburgs gibt in zweierlei Hinsicht Aufschluss darüber, wo ein nachhaltige Entwicklung ansetzen sollte. Negative Beispiele und Tendenzen verdeutlichen, wo der dringendste Bedarf für Agenda-Projekte liegt. Positive Beispiele für nachhaltiges Agieren zeigen Potenziale auf, an die direkt angeknüpft werden kann. Sie motivieren außerdem zur Nachahmung. Während dieser Phase des Arbeitsgruppendialogs erfolgte die Benennung der Handlungsfelder und -schwerpunkte, die in der nächsten Phase durch konkrete Projekte und Maßnahmen vertieft wurden.

Konkrete Projekte und Maßnahmen

Während dieser Phase wurden präzise formulierte Projektideen entwickelt. Mit Hilfe von "Projektsteckbriefen" erfolgte eine kurze Beschreibung der Projekte. Weitere Aussagen zum Zweck des Projektes, zu Kooperationspartnerinnen und -partnern, zu notwendigen ersten Schritten der Umsetzung, zum Finanzbedarf etc. wurden getroffen. Die erarbeiteten Projektempfehlungen erstrecken sich im wesentlichen auf die folgenden zwei Bereiche:

Projekte, die bereits von den bisher Aktiven initiiert werden können (auch wenn weitere Partner oder Akteure erforderlich sind)

Kommunale Aufgaben, die insbesondere in den Zuständigkeitsbereich von Politik, Verwaltung etc. fallen

Wenngleich diese Phase den Abschluss des Arbeitsgruppendialogs markierte, sollte sie auf keinen Fall als Ende des eigentlichen Agenda-Prozesses mißverstanden werden. Im Gegenteil: Mit der Benennung konkreter Nachhaltigkeitsprojekte und -maßnahmen startet der Agenda-Prozess erst richtig, denn nun beginnt die Umsetzung. Zu diesem Zweck wurden bereits zahlreiche Projektgruppen gebildet.