Agenda 21 International

Die Agenda 21 ist ein Aktionsprogramm der Vereinten Nationen, das 1992 auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro von 178 Staaten unterzeichnet wurde.

Die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung (englisch: United Nations Conference on Environment and Development, UNCED; häufig als Erdgipfel bezeichnet) fand vom 3. bis 14. Juni 1992 in Rio de Janeiro statt. Sie gilt als Meilenstein für die Integration von Umwelt- und Entwicklungsbestrebungen und war seit der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen (United Nations Conference on the Human Environment) in Stockholm (1972) die erste größere internationale Konferenz, die Umweltfragen in einem globalen Rahmen diskutierte.

Auch bezüglich der Beteiligung zivilgesellschaftlicher Organisationen an internationalen Prozessen setzte der Erdgipfel neue Maßstäbe. Insgesamt 2400 Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) nahmen an der Konferenz teil, weitere 17.000 Menschen beteiligten sich am parallel stattfindenden NGO-Forum.

Wichtige Ergebnisse der UNCED sind neben der Agenda 21, die Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung, die Klimarahmenkonvention, die Wüstenkonvention und die Biodiversitäts-Konvention.

Im Nachfolgeprozess der Rio-Konferenz wurde die Kommission für Nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development, CSD) gegründet, die den Umsetzungsprozess der Konferenzergebnisse überwacht.

Als Nachfolgekonferenzen fanden 1997 die Konferenz Rio+5 in New York und 2002 der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (World Summit on Sustainable Development, WSSD) in Johannesburg statt. An der Konferenz in Johannesburg nahmen auch zwei Vertreter der Oldenburger Agenda 21 teil. Näheres dazu hier »

Internationale Agenda 21-Partnerschaften

Ausgehend vom Agenda 21-Motto "Global denken - lokal handeln" tauschen sich die Aktiven der Oldenburger Agenda 21 seit einiger Zeit auch auf internationaler Ebene mit zahlreichen Partnern aus der Bürgerschaft, Institutionen und Kommunen aus.

Hier ein Beispiel aktueller Klima- bzw. Entwicklungspartnerschaften mit Kommunen in

- Weissrussland »

OB unterzeichnet Millenniumserklärung

Der Nordwesten denkt global:
Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner (hier mit seinen Amtskollegen Jaap Dijkstra, Dezernent für Wirtschaft und Kultur der Stadt Groningen, und Gilles Bourdouleix, Bürgermeister von Cholet) unterzeichnete im Rahmen des Internationalen Freundschaftstreffens » am 9./10. Mai 2008 die Millenniumserklärung der Mitgliedskommunen des Deutschen Städtetags. Er erklärt damit, sich im Namen seiner Kommune für das Erreichen der acht Millenniums-Entwicklungsziele einzusetzen. Damit zeigt sich auch die Europäische Metropolregion im Nordwesten im Verbund mit Oldenburgs Partnerstadt Groningen für die globalen Herausforderungen der Zukunft verantwortlich.

Näheres zu dem Freundschaftstreffen hier »

Die Rede des Oberbürgermeisters finden Sie hier»


Ausführliche Informationen zu den Millenniumsentwicklungszielen (auf englisch Millennium Development Goals, MDG) stellt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf seinen Internetseiten zur Verfügung »

Internationales Treffen in Oldenburg

Ein Internationales Treffen von Aktiven aus Oldenburgs Partnerstädten zu den Themen Agenda 21, UN-Millenniumsziele und Nachhaltige Stadtentwicklung unter dem Motto „Schöne Aussichten?! Lokales Handeln für ein globales Übermorgen“ hat vom 5. bis 7. Juni 2009 in Oldenburg mit zahlreichen Veranstaltungen stattgefunden. Der Fachdienst Regionalentwicklung und Internationale Beziehungen organisierte gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus Oldenburg dieses Treffen engagierter und im kommunalen Zusammenhang arbeitender Bürgergruppen zum Thema: Kommunale Entwicklungszusammenarbeit im Kontext lokaler Bürgernetzwerke und Lokaler Agendagruppen für eine Nachhaltige Stadtentwicklung. Näheres hier »

Nachhaltige Stadtentwicklung in Deutschland

Mehr als 2500 deutsche Städte und Gemeinden haben den Rio-Prozess in Richtung einer nachhaltigen, umweltgerechten Entwicklung aufgegriffen und treiben entsprechende Aktivitäten voran.
Die 1996, 1997 und 1999 vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag (DST) durchgeführten Umfragen bei den DST-Mitgliedsstädten belegen, dass in den vergangenen 25 Jahren bereits zahlreiche Aktivitäten in vielen kommunalen Handlungsfeldern auf die Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen ausgerichtet waren. Die Zielsetzung einer vorsorgenden und ressourcenschonenden Entwicklung in den deutschen Städten existiert also nicht erst seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio. Die deutschen Kommunen stehen somit auf ihrem Weg zu einer Lokalen Agenda 21 nicht am Anfang, vielmehr können sie den neuen Herausforderungen (Nachhaltigkeit, Konsensbildung u. a.) durch zielorientierte Weiterentwicklung vorhandener Ansätze begegnen. Zudem bezeichneten nach den Ergebnissen aus 167 DST-Mitgliedsstädten 90 % der Städte die Entwicklung der Lokalen Agenda 21 als ihre Aufgabe. 87 % dieser Städte hatten auch einen politischen Aufstellungsbeschluss gefasst
(Stand: Mai 1999). "Energie/Klimaschutz", "Verkehr", "Flächennutzung/Flächensicherung" und "Bauen" bilden dabei inhaltliche Schwerpunkte. In vielen Städten werden entsprechende Erfolge sichtbar, gleichzeitig besteht weiterer Handlungsbedarf.

Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung

Gemäß Kapitel 38 der Agenda 21 sind von den Staaten nationale Nachhaltigkeitsstrategien zu erarbeiten.

Die Bundesregierung verabschiedete im April 2002 unter dem Titel „Perspektiven für Deutschland“ ihre Strategie für eine Nachhaltige Entwicklung. Eckpfeiler sind die Bereiche „Generationengerechtigkeit“, „Lebensqualität“, „Sozialer Zusammenhalt“ und „Internationale Verantwortung“. Zudem wurden für die vier Handlungsfelder Energie und Klimaschutz, Verkehr, Landwirtschaft sowie Globale Verantwortung Maßnahmen genannt.

2004 wurde der erste Fortschrittsbericht veröffentlicht, 2005 folgte der „Wegweiser Nachhaltigkeit“ und im November 2008 der zweite Fortschrittsbericht ». Zur Erstellung des Fortschrittsberichts wurde ein Konsultationsprozess durchgeführt, der verschiedene gesellschaftliche Gruppen über unterschiedliche Medien und Prozesse beteiligte. Der Fortschrittsbericht bilanziert die Veränderungen in den vier Handlungsfeldern der Nachhaltigkeitsstrategie und führt vier weitere Handlungsfelder auf: Potenziale älterer Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft, Neue Energieversorgungsstruktur unter Einbeziehung der erneuerbaren Energien, Die Kraftstoffstrategie – „Alternative Kraftstoffe und innovative Antriebe“ sowie „Verminderung der Flächeninanspruchnahme“. Im „Wegweiser Nachhaltigkeit“ werden Perspektiven für vier weitere Schwerpunktthemen aufgeführt: Moderne Stromversorgung – erneuerbare Energien optimal integrieren, Nachwachsende Rohstoffe – für neue Produkte und wachsende Märkte, Zukunftsfähige Waldwirtschaft – ökonomische Perspektiven entwickeln, Biologische Vielfalt. Vom Rat für nachhaltige Entwicklung flossen Konzepte zu den Themen Generationenbilanz und Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ein.

Das Bundeskanzleramt ist für die Erstellung der Fortschrittsberichte und Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie in Abstimmung mit den Ministerien zuständig. Im Kanzleramt ist daher auch der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung angesiedelt.

2001 wurde der Rat für Nachhaltige Entwicklung durch die Bundesregierung berufen. Ihm gehören zurzeit 13 Personen des öffentlichen Lebens an. Hauptaufgaben des Rates sind die Beratung der Bundesregierung zur Nachhaltigkeit und der Dialog mit den verschiedenen Interessensgruppen.

Die Bundesregierung wie auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und der Nachaltigkeitsrat stellen Informationen zum Thema Nachhaltigkeit (-sstrategie) bereit. Unter anderem sind die Dokumente beim BMU[1] herunter zu laden. Die Bundesregierung bündelt die Informationen unter dem Dialog Nachhaltigkeit [2].

Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung wurde im April 2001 von der Bundesregierung berufen. Ihm gehören 15 Personen des öffentlichen Lebens an. Die Aufgaben des Rates sind die Entwicklung von Beiträgen zur Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, die Benennung konkreter Handlungsfelder und Projekte, sowie, Nachhaltigkeit zu einem wichtigen öffentlichen Anliegen zu machen.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (Foto rechts) hat den Rat für Nachhaltige Entwicklung im Juni 2010 erneut für drei Jahre berufen. Hier » gibt es nähere Informationen.

Parlamentarischer Beirat für nachhaltige Entwicklung

Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung des 17. Deutschen Bundestags hat sich am 21. Januar 2010 konstituiert, nachdem der Bundestag am 17. Dezember 2009 seine Einsetzung beschlossen hatte (17/245, pdf, hier »). Der Beirat hat 22 Mitglieder: neun von CDU/CSU, fünf von der SPD, je drei von der FDP und der Linken sowie zwei Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen. Vorsitzender ist Andreas Jung (CDU/CSU), Stellvertreterin Gabriele Lösekrug-Möller (SPD). Der Beirat soll die nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und die europäische Nachhaltigkeitsstrategie parlamentarisch begleiten und Empfehlungen abgeben.

Näheres hier »

Dialog Nachhaltigkeit der Bundesregierung

"Nachhaltigkeit und die Ausfüllung dieses Begriffs bedeuten, dass wir über den Tellerrand blicken müssen und uns heute bereits mit den Fragen von morgen beschäftigen müssen" (Angela Merkel). Wir schließen uns dieser Aussage unserer Bundeskanzlerin und ihrem Aufruf zum "Bürgerdialog Nachhaltigkeit" an.

Unter www.dialog-nachhaltigkeit.de hatte bis Ende September 2011 jedermann die Möglichkeit, den Entwurf des neuen Fortschrittsberichts zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu kommentieren. Auch die Beiträge anderer Dialogteilnehmer konnte man kommentieren oder bewerten. Der Entwurf enthält eine umfangreiche Bestandsaufnahme und beschreibt Ziele nachhaltiger Politik. Die Ergebnisse werden ebenfalls auf dieser Internetseite eingestellt.