Oberbürgermeister Krogmann verurteilt „sinnlosen Anschlag“ – Tat am hellichten Tag

Gedenkwand am PFL mit antisemitischen Parolen beschmiert

Die Gedenkwand für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Oldenburg am PFL in der Peterstraße ist zum Ziel eines Anschlags geworden. Unbekannte haben Vorder- und Rückseite des Mahnmals mit antisemitischen Parolen beschmiert. Die Tat ereignete sich am Dienstag, 27. Juli 2021, mutmaßlich in der Zeit zwischen 11 und 13 Uhr.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann zeigt sich schockiert: „Ich bin erschüttert über diese Tat, die das Gedenken an die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus auf schändliche Weise beschmutzt. Ich verurteile diesen sinnlosen Anschlag aufs Schärfste.“ Für den Oberbürgermeister ist klar: „Wer auch immer dafür verantwortlich ist, muss wissen, dass unsere Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde unerschütterlich ist. Es wird niemals gelingen, die Erinnerung an die jüdischen Opfer zu unterdrücken“, betont Krogmann. „Wir werden nicht nachlassen, antisemitischem Gedankengut entgegenzutreten.“

Mahnwache gegen Antisemitismus

Der Anschlag auf die Gedenkwand für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus am PFL hat große Betroffenheit ausgelöst. Etwa 150 Menschen nahmen am Mittwochabend, 28. Juli 2021, an einer Mahnwache teil, zu der die Deutsch-Israelische Gesellschaft aufgerufen hatte. Sie setzten damit ein Zeichen gegen Antisemitismus. In mehreren Redebeiträgen wurde die Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde Oldenburg betont. Alle zeigten sich erleichtert, dass es der Stadtverwaltung gelungen war, innerhalb kürzester Zeit die beidseitig mit antisemitischen und israelfeindlichen Botschaften besprühte Gedenkwand vollständig reinigen zu lassen.

Im Namen der Stadt Oldenburg erklärte Bürgermeisterin Petra Averbeck: „Wir sind eine Stadt, die von ihrer kulturellen und religiösen Vielfalt lebt. Antisemitismus, Rassismus und Hetze haben bei uns keinen Platz! Unsere Erinnerungs- und Gedenkarbeit wird künftig umso engagierter fortgeführt. Wir werden nicht müde, für Aufklärung und gegenseitiges kulturelles Verständnis zu kämpfen. Von diesem Weg kann uns nichts abbringen!“

Wand bereits gereinigt – Anzeige erstattet

Die Stadtverwaltung hat Anzeige erstattet. Der Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen. Eine Fachfirma hat bereits am Mittwoch, 28. Juli, die antisemitischen Schmierereien beseitigen können.

Die 2013 eingeweihten und 2015 überarbeiteten Gedenktafeln halten die Erinnerung an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Oldenburgs wach. 175 Namen ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger, das Geburtsdatum, der Geburtsort, die letzte Wohnung sowie das Todesdatum beziehungsweise das Datum ihrer Deportation sind auf der Gedenkwand nachzulesen. Auf einem großen Stadtplan sind die letzten Wohnungen besonders gekennzeichnet.