Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen

Preisverleihung im Oldenburgischen Staatstheater

Feierliche Auszeichnung mit zwei Hauptpreisen und einem Sonderpreis

Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat am Samstag, 24. September 2022, gemeinsam mit dem Vorstandsmitglied der Woiwodschaft Niederschlesien, Krzysztof Maj, den 46. Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen verliehen. Die feierliche Auszeichnung der Preisträgerinnen fand im Beisein von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann im Oldenburgischen Staatstheater statt. In seiner Rede hob Minister Pistorius angesichts des Angriffskrieges von Putin auf die Ukraine mit Millionen Vertriebenen die Bedeutung eines geeinten Europas hervor. „Kunst und Kultur schaffen es, Brücken zu bauen. Diesen Brücken kommt gerade in der heutigen Zeit eine immer größere Bedeutung zu“, so Pistorius.

Die Preisträgerinnen im Kurz-Portrait

Hauptpreisträgerin: Agnieszka Ostapowicz

Agnieszka Ostapowicz ist eine schlesische Geigerin sowie Musikmanagerin und war lange in der Breslauer Philharmonie tätig. Mit ihrem Engagement besonders in der musikalischen Kinder- und Jugendarbeit hat sie einen großen Teil zur deutsch-polnischen Verständigung beigetragen. So gründete und leitete Agnieszka Ostapowicz das Jugendorchester „Junge Deutsch-Polnische Philharmonie" von 1999 bis 2017 und ist Mitbegründerin diverser anderer kultureller Festivals und Stiftungen. Seit 2018 ist Agnieszka Ostapowicz zudem Mitglied im Beirat der Stiftung Genshagen.

Hauptpreisträgerin: Dr. Beate Störtkuhl

Dr. Beate Störtkuhl wurde 1963 in Landshut geboren und studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Romanistik. 1991 über den Architekten Carl Rading promoviert, arbeitete sie ab 1992 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Dr. Beate Störtkuhl ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gremien, die sich mit Themen der deutschen und polnischen Kultur beschäftigen. Mit ihrer jahrelangen Expertise gehört sie zu den ausgewiesenen Expertinnen der schlesischen Kultur.

Sonderpreisträgerin: Dr. Ingrid Hartmann

Dr. Ingrid Hartmann wurde 1941 geboren und studierte Medizin. Während ihres Studiums lernte sie ihren späteren Ehemann Hagen Hartmann kennen, der aus einer schlesischen Familie stammte. Das Ehepaar führte gemeinsam eine Arztpraxis in Saarbrücken und kaufte 2005 die Schlossruine in Pakoszów. Von 1725 bis 1945 gehörte das historische Gebäude mit Parkanlage den Vorfahren von Hagen Hartmann und befand sich zum Zeitpunkt des Erwerbs in einem beklagenswerten Zustand. Dr. Ingrid Hartmann schuf mit starkem Willen und viel Herzblut ein neues Konzept für das Schloss Pakoszów (Wernersdorfer Bleiche) bei Jelenia Góra (Hirschberg) und machte aus dem vernachlässigten Gebäude einen einzigartigen Ort auf der Landkarte Niederschlesiens.

Hintergrundinformationen zum Kulturpreis Schlesien

Der Kulturpreis Schlesien des Landes Niedersachsen wird seit 1977 verliehen. Mit dem Preis sollten die Leistungen solcher Kunstschaffenden gewürdigt werden, die entweder selbst aus Schlesien stammen oder deren auszuzeichnendes Werk Bezüge zu Schlesien aufweist. Der Kulturpreis Schlesien besteht aus zwei gleichwertigen Hauptpreisen, die mit je 4.000 Euro dotiert sind. Zusätzlich wurde im Jahr 2022 ein Sonderpreis mit 3.000 Euro verliehen. Die Preisverleihung findet im jährlich wechselnden Turnus in Niedersachsen oder in Niederschlesien statt.

Zuletzt geändert am 29. November 2022