Oberbürgermeister Krogmann übergibt Detlef Roßmann Bundesverdienstkreuz

Eigentlich sorgt Dr. Detlef Roßmann als Kino-Betreiber dafür, dass andere in Szene gesetzt werden. Am Mittwoch, 20. Dezember 2017, stand er indes selber im Rampenlicht – nicht vor einer Leinwand, aber vor der Kulisse des historischen Sitzungssaals im Rathaus der Stadt Oldenburg: Oberbürgermeister Jürgen Krogmann händigte dem Gründer und Geschäftsführer des Casablanca-Kinos in einer Feierstunde das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aus.

Zuerkannt hat es ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil. Die Auszeichnung würdigt die Verdienste im Bereich der Filmkunst, die sich Roßmann in über 30 Jahren erworben hat. „Sie sind mehr als der Kopf eines Kinos, Sie sind ein Botschafter des guten Films“, konstatierte Krogmann in seiner Laudatio.

Auszeichnung als Anerkennung
Die Auszeichnung sei Anerkennung für Roßmanns langes, einsatzfreudiges Schaffen, das dem anspruchsvollen Kino in Deutschland und in Europa zu seinem verdienten Platz in unserer Kultur verholfen habe, so Krogmann. „Wir können uns glücklich schätzen, dass Sie Oldenburg als Heimat gewählt und von hier aus die Filmkunst und ihre Verbreitung gefördert haben – sowohl national als auch international“, sagte der Oberbürgermeister.

Über das Casablanca Kino
Detlef Roßmann habe 1981 als Programmkino-Betreiber mit dem „Casablanca“ angefangen, sich aber sehr schnell für das große Ganze – für den Qualitätsfilm an sich – eingesetzt, lobte Krogmann. Roßmann habe Verantwortung übernommen und Brücken gebaut, insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich, aber auch zwischen der Filmbranche, der Politik und den Programmkinos, in Deutschland wie in Europa.

Unter Detlef Roßmanns Regie wurde das „Casablanca“ auf einem Hintergrundstück an der Johannisstraße zu einem cineastischen Mekka von großem Renommee, das regelmäßig für seine Programme ausgezeichnet wurde und wird. Inzwischen wird das auf vier Säle erweiterte Kino von Roßmanns Sohn Tobias geleitet.

Über den Preisträger
Von 1987 bis 2009 war Roßmann 1. Vorsitzender des Verbandes der unabhängigen Filmkunstkinobetreiber in Deutschland, als Vorstandsmitglied fungierte er weiter bis 2015. Von 1991 bis 2009 war der Oldenburger Mitglied des Präsidiums der Filmförderungsanstalt (FFA), seit 2014 ist er stellvertretendes Mitglied des Verwaltungsrates. Darüber hinaus gehört er sowohl der FFA-Vergabekommission als auch der Deutsch-Französischen Kommission an.

Auf internationaler Ebene ist Roßmann seit 2007 Präsident des internationalen Filmkunsttheaterverbandes CICAE (Confédération Internationale des Cinémas d’Art et d’Essay), einer Lobbyorganisation zur Förderung der Filmkunst und filmischen Vielfalt, die Kinos mit annähernd 3.000 Leinwänden, 15 Filmfestivals und diverse Filmverleiher aus etwa 30 Ländern in einem internationalen Dachverband mit Sitz in Paris vereint. Die Förderung der französischen Sprache und Kultur liegt dem 70-Jährigen besonders am Herzen.

Dank für Auszeichnung
Roßmann bedankte sich in einer ebenso launigen wie gehaltvollen Rede für die Auszeichnung und ordnete dabei das Entstehen der jungen alternativen Kino-Szene Anfang der 80er-Jahre in den damaligen gesamtpolitischen Kontext ein. „Ich habe immer versucht, meine Erfahrungen einzubringen, um kleinen Programmkinos das Überleben zu ermöglichen“, gab er sich bescheiden.