17. April 2020

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann zur Coronakrise

Liebe Oldenburgerinnen und Oldenburger,

seit mehr als fünf Wochen haben wir alle uns auf ein komplett verändertes Leben einstellen müssen. Die Coronakrise fordert von uns allen starke Einschränkungen und Entbehrungen und das wird leider noch weiter so bleiben. Die Maßnahmen und Regelungen, die Bund, Land und wir als Stadt angeordnet haben, sind erfolgreich. Die Kurve der Ansteckungen ist deutlich abgeflacht. Doch reicht das noch nicht. Wir können nicht einfach in unser gewohntes Leben zurückkehren. Wir alle sind weiterhin aufgerufen, unseren eigenen Beitrag dazu zu leisten, um das Leben von Menschen zu retten, die von dem Coronavirus am stärksten bedroht sind. Noch immer gilt: Wir wollen die Ansteckung über einen möglichst langen Zeitraum strecken, um unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten, wie wir es in anderen Ländern erleben.

Ich bin sehr froh und erleichtert, dass die große Mehrheit der Oldenburgerinnen und Oldenburger, sich noch immer ruhig und besonnen verhält. Dafür möchte ich jedem Einzelnen herzlich danken, denn ich weiß, diese Situation ist nicht einfach, insbesondere bei Familien mit Kindern. Die Einsicht in die verhängten Einschränkungen und die Disziplin, diese einzuhalten ist trotzdem sehr hoch. Nur dadurch haben wir es gemeinsam geschafft, dass die Maßnahmen wirken.

Doch leider können wir nicht einfach alles wieder öffnen und sagen: Der Spuk ist vorbei. Die Coronakrise ist noch längst nicht bewältigt, wir befinden uns auf einer Marathonstrecke und müssen unsere Kräfte gut einteilen. Das bedeutet, wir sollten vorsichtig bleiben und mit Bedacht leichte Lockerungen der Beschränkungen vornehmen. Und genau damit beginnen wir jetzt mit einem ersten Schritt: Es wird wieder mehr öffentliches Leben zugelassen, aber die bisherigen Kontakteinschränkungen bleiben unverändert bestehen. Das sollten wir dabei nicht vergessen, sonst müssen wir an nächster Stelle komplett zurückrudern.

Ich kann gut verstehen, dass nicht alle gleichermaßen zufrieden mit den Entscheidungen sind, die Bund und Land getroffen haben, aber ich kann Ihnen versichern, dass die Verantwortlichen auch jetzt sehr bewusst und vorsichtig vorgehen, um einen guten und sicheren Weg in die Normalität zu wählen. Deshalb hoffe ich sehr, auch Sie vertrauen weiterhin den Expertinnen und Experten und der Politik, die verantwortungsbewusst mit den Menschleben in unserem Land umgehen wollen.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich bitte Sie während der nächsten Phase der gelockerten Möglichkeiten beim Einkaufen, Arbeiten und in den Schulen weiterhin um Vorsicht und auf den besonderen Schutz von Risikogruppen zu achten. Die Abstandsregeln behalten unverändert ihre wichtige Bedeutung, genauso wie das intensive und gründliche Händewaschen, und auch das Tragen eines Mund-und Nasenschutzes wird zunehmend empfohlen.

Und bitte verzichten Sie noch immer auf physische Treffen. Greifen Sie besser zum Telefon oder laden Sie zu virtuellen Begegnungen im Internet ein, um Ihre Kontakte aufrechtzuhalten – der Gesundheit zuliebe! Ich selbst verzichte weiterhin auf Besuche von Familie und Freunden, auch wenn mir das nicht leicht fällt. Aber ich weiß, es ist noch immer wichtig, dass wir uns so verhalten. Vernunft steht zurzeit über Herzenswünschen. Das gilt auch für unsere traditionellen Veranstaltungen und Feiern, auf die wir in diesem Sommer verzichten müssen. Aber es hilft mir, daran zu denken: Es kommen wieder andere Zeiten und dann erfreuen wir uns umso mehr am Wiedersehen!

Für alle, die in dieser Zeit alleine sind oder die Hilfe benötigen, möchte ich auf die Übersicht der Oldenburger Hilfs- und Beratungsangebote » aufmerksam machen. Bitte greifen Sie zum Hörer » und holen Sie sich Unterstützung; Sie müssen nicht alleine bleiben.

Ich wünsche Ihnen allen frohe Momente im Sonnenschein, jetzt immerhin auch wieder mit einem Eis in der Hand.

Ihr
Jürgen Krogmann
Oberbürgermeister