Jahresgespräch Bürgervereine

Oberbürgermeister Krogmann steht Bürgervereinen im Jahresgespräch Rede und Antwort

Zwischen Fußballträumen und digitalen Services

Vom Neubau eines Fußballstadions über den Ausbau der digitalen Services bis hin zum Fischsterben in Oldenburger Gewässern: Von aktuellen Themen geprägt war der Fragenkatalog, den die Arbeitsgemeinschaft Stadtoldenburger Bürgervereine (ASTOB) für das Jahresgespräch mit Oberbürgermeister Jürgen Krogmann vorbereitet hatte. Krogmann hatte dazu zum mittlerweile siebten Mal eingeladen. Er stand 19 Vertreterinnen und Vertretern von zwölf Vereinen am Mittwochabend, 8. Juni 2022, in konstruktiver Atmosphäre rund zwei Stunden lang Rede und Antwort.

Fußballstadion: aktueller Stand und Perspektiven

Nach dem geglückten Drittliga-Aufstieg am 5. Juni 2022 der Kicker des VfB Oldenburg ist das Thema Stadion in aller Munde. Zur Frage nach dem aktuellen Stand und den Perspektiven antwortete Krogmann, dass mit Hochdruck daran gearbeitet werde, dass möglichst viele Spiele in Oldenburg stattfinden können. Um dem Deutschen Fußball-Bund eine Vorlage für die Lizenzerteilung zu geben, habe der Rat mit deutlicher Mehrheit am 30. Mai 2022 für die Aufstellung eines Bebauungsplanes zum Neubau eines drittligatauglichen Fußballstadions an der Maastrichter Straße votiert. Die Eignung dieses Standortes habe eine 2017 vorgestellte Machbarkeitsstudie nachgewiesen, die derzeit überarbeitet werde, um faktenbasiert über einen Stadion-Neubau zu diskutieren, betonte der Oberbürgermeister.

Das Marschwegstadion hat hingegen für Krogmann keine Perspektive, die über eine vorübergehende Ertüchtigung mit den notwendigsten Mitteln hinausgehen würde. Und zwar aus diesen Gründen: „Im Marschwegstadion ist selbst Regionalliga-Fußball nur mit Ausnahmegenehmigung möglich, wegen des Immissionsschutzes kann kein Anpfiff nach 18.30 Uhr erfolgen, und es besteht erheblicher Sanierungsstau.“

Fischsterben: Revitalisierung einiger Gewässer

Für Schlagzeilen sorgte unlängst ein Fischsterben in Oldenburger Gewässern. „Was plant die Stadt, gegen ein erneutes Fischsterben zu tun?“, wollten die Bürgervereine wissen. Krogmann berichtete, dass die Stadt Oldenburg Partner eines Projekts zur Revitalisierung der Gewässer Wahnbäke, Geestrandgraben und Wulfsgraft ist. Der Bornhorster Fischereiverein sowie der Angelfischerverband im Landesfischereiverband Weser-Ems sind dabei, eine Projektskizze zu erstellen, um Fördermittel für die Umsetzung von Maßnahmen einwerben zu können. Die Revitalisierung soll dazu beitragen, strukturreichen Lebensraum im und am Gewässer zu schaffen und die Selbstreinigung des Wassers durch die biologische Aktivität zu stärken. Zudem seien Pufferstreifen entlang der Gewässer nötig, um den Eintrag von Dünger und Pestiziden zu verringern und die Wasserqualität zu verbessern.

Im jüngsten Fall am Umleiter Großer Bornhorster See/Wahnbäke liege der Verdacht nahe, dass eine Gewässerverschmutzung durch Gülle und Dünger das Fischsterben mitverursacht habe. Es seien Wasserproben von der Polizei genommen worden. Ergebnisse seien der Stadtverwaltung noch nicht bekannt. Der Bornhoster Fischereiverein habe Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Digitalisierung: weiterer Ausbau der Online-Services

Frank Hinrichs, Leiter des Büros des Oberbürgermeisters, nutzte die Gelegenheit, um den Bürgervereinen einen Überblick über den konsequenten Ausbau der Online-Services der Stadtverwaltung zu geben. Bis Ende 2022 sollen alle Verwaltungsleistungen auch digital bereitgestellt werden. Im dritten Quartal dieses Jahres werde ein neues Serviceportal online gehen.

Auch wenn am Mittwochabend längst nicht alle Punkte – knapp über 30 hatten die Bürgervereine diesmal eingereicht – im Detail besprochen werden konnten, soll keine Frage offenbleiben. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann dankte dem ASTOB-Vorsitzenden Harald Götting sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Bürgervereine für die zahlreichen Anregungen und sagte zu, die Antworten schriftlich nachzureichen.

Zuletzt geändert am 20. Juni 2022