Einwohnerzahl steigt auf knapp 174.000

Ukrainekrieg spielt große Rolle

So viele Menschen wohnten noch nie in Oldenburg

So viele Einwohnerinnen und Einwohner hatte Oldenburg noch nie: Mit Stand 31. Dezember 2022 wohnten genau 173.987 Menschen in unserer Stadt. Damit liegt die Zahl um 2.494 Personen höher als ein Jahr zuvor – und markiert zugleich einen erneuten Rekordwert. Und das, obwohl es unterjährig Schwankungen und sogar Rückgänge in den Monaten Januar und Juli gab. Der Dezember, der ansonsten nur geringe Zuwächse oder sogar Rückgänge aufweist, zeigte 2022 wegen des Zuzugs aus dem Ausland eine Tendenz nach oben.

Dazu sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann: „Wir freuen uns über diesen erneuten deutlichen Anstieg der bestätigt, wovon die hier lebenden Bürgerinnen und Bürger schon lange überzeugt sind: Oldenburg ist und bleibt eine lebenswerte Stadt mit etlichen Vorzügen, die weiter wächst und sich gut entwickelt.“ Doch natürlich ist ein Hauptgrund für den Anstieg nicht von der Hand zu weisen: Die Flucht vor dem Ukrainekrieg: „Menschen kommen vermehrt zu uns, weil sie Arbeit suchen – oder weil sie vor Not und Elend flüchten mussten, wie zuletzt aus der Ukraine. Das ist ein trauriger Grund, aber letztlich bieten wir den Geflüchteten so eine Perspektive in unserer weltoffenen Stadt – egal, wie lange sie bei uns bleiben.“

Gründe für den Anstieg 2022 und Vergleich mit 2015/16

Im Zeitraum der letzten Flüchtlingsbewegung gab es von Ende August 2015 bis Ende August 2016 einen Bevölkerungszuwachs von 3.160 Menschen. Der vergleichbare aktuelle Zeitraum (Ende Dezember 2021 bis Ende Dezember 2022) zeigt eine Zunahme, die mit 2.494 Personen etwa ein Fünftel darunter liegt. Diese Zahlen zeigen natürlich nicht nur die jeweils geflüchteten Menschen, sondern die Gesamtheit aller Zu‐ und Abwanderungen. Da der Flüchtlingsstrom aus der Ukraine indes erst Ende Februar 2022 einsetzte, spiegeln die Zahlen also nur gut zehn Monate wider.

Wer sind die Menschen, die im Verlaufe des Jahres 2022 nach Oldenburg kamen?

Seit Beginn 2022 sind 5.176 Personen aus fast 150 Ländern nach Oldenburg zugezogen. Die größten Gruppen waren dabei Menschen aus folgenden Ländern: Ukraine 1.647, Syrien 464, Irak 366, Rumänien 330, Türkei 238, Polen 152, Afghanistan 123, Spanien 113, Slowakei 112, Iran 110 und Indien 107.

Allein innerhalb Deutschlands sind im vergangenen Jahr 8.110 Personen mit Erst- oder Hauptwohnsitz nach Oldenburg gezogen.

Was sind die Gründe für die vermehrten Zuzüge?

Die wesentlichen Gründe für den Zuzug lassen sich aus den Herkunftsländern zumindest zum Teil ablesen: Menschen kommen aufgrund des bei uns vorherrschenden Fachkräftemangels aus anderen EU‐Staaten, um hier zu arbeiten (Rumänien, Polen, Spanien, Slowakei) oder aus anderen Staaten außerhalb der EU wie der Türkei oder Indien, ebenfalls um hier einer Arbeit nachzugehen. Der größte Anteil der Zugewanderten kommt jedoch aus Gründen nach Oldenburg, die sich eher in Flucht aus Not und Elend begründen. Insbesondere waren es 2022 Menschen aus der Ukraine. Deutliches Merkmal dafür sind die Zahlen vor dem Krieg in der Ukraine: Lediglich rund 200 Ukrainerinnen und Ukrainer lebten in Oldenburg.

Ein weiterer Grund für Zuzüge sind auch regelmäßig Studierende, was sich alljährlich im Herbst durch die Studienanfängerinnen und -anfänger zeigt.

Vergleich der aktuellen Zahlen mit der Prognose 2022

Interessant ist natürlich ein Blick auf die im Januar/Februar 2022 durch die Stadt Oldenburg vorgelegte Prognose: Hier wurde für die Stadt Oldenburg zum Ende 2022 eine Bevölkerungszahl von 172.106 prognostiziert. Zieht man von der aktuellen Zahl zum Ende des Jahres 2022 (173.987) die Zugezogenen aus der Ukraine (1.647) ab, landet man bei 172.340 Personen.

Weitere Entwicklung

Die grundsätzlichen Aussagen der Prognose 2022 haben weiterhin Bestand. Die Zahlen werden weiterhin moderat (ohne außerordentliche Zuzüge wie 2015/16 und 2022) ansteigen, jedoch – wie schon immer – durch Zuzüge aus Deutschland und der gesamten Welt gespeist sein. Nicht einschätzbar für eine Kommune bleibt die Entwicklung der Zu- oder Wegzüge durch Fluchtgründe, die von weltpolitischen Ereignissen und Entwicklungen abhängig ist. Hier muss weiterhin gut vorbereitet reagiert werden.

Zuletzt geändert am 9. Januar 2023