Zwei Delegationen Gast der Südafrika Begegnungen

Während der Südafrika Begegnungen 2012 » besuchten ab dem 13. September 2012 zwei Delegationen aus dem Land am Kap der Guten Hoffnung für sieben Tage Oldenburg. Oberbürgermeister Schwandner: „Der Austausch mit unseren Freunden aus Südafrika gewinnt an Fahrt. Ich freue mich sehr, dass wir auf wirtschaftlicher und kultureller Ebene schon in so kurzer Zeit diese engen und hochrangigen Kontakte knüpfen konnten.“

Arbeitsgespräche mit Delegation um Minister Qoboshiyane

Die siebenköpfige Delegation vom südafrikanischen Ostkap rund um Landesminister Mlibo Qoboshiyane hat sich eingehend über die strategische Aufstellung Oldenburgs informiert. Im Blickpunkt der Arbeitsgespräche am Vormittag des 17. September 2012 mit Erster Stadträtin Silke Meyn, Stadtbaurätin Gabriele Nießen, Sozialdezernentin Dagmar Sachse und OB-Büroleiterin Andrea Reschke stand der Austausch über Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten der Finanz- und Verwaltungsstrukturen sowie Fragen der Infrastruktur und Verkehrsplanung.

Abweichend vom föderal geprägten staatlichen Finanzwesen Deutschlands, orientieren sich die Geldmittel der Städte und Gemeinden in Südafrika aber auch der Distrikte maßgeblich an einem Kategoriensystem nach Einwohnerzahl und strategischer Wirtschaftskraft, ergab ein Vortrag von Atanley Khanyile, Generalbevollmächtigter im Landesministerium Mlibo Qoboshiyanes, das für Kommualverwaltungen und Traditionelle Angelegenheiten in der Provinz Eastern Cape zuständig ist. Außerdem informierten sich die Südafrikaner über den Öffentlichen Nahverkehr und unternahmen eine Busreise mit der VWG. Im Anschluss trug sich Minister Qoboshiyane bei einem Rathausempfang ins Gästebuch der Stadt ein. Am Nachmittag folgte der gemeinsam von der Landessparkasse zu Oldenburg und der Stadt Oldenburg ausgerichtete Wirtschaftstag Oldenburg-Südafrika.

Bürgermeisterin informiert sich über Energiewirtschaft

Die zweite, 13-köpfige Delegation aus dem befreundeten Distrikt Buffalo City Metropolitan Municipality führte Bürgermeisterin Zukiswa Ncitha an, die Oldenburg bereits zum dritten Mal besuchte. Den Schwerpunkt des siebentägigen Programms bildeten ökonomische, insbesondere energiewirtschaftliche Fragen. Vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien möchte sich die Region Buffalo City mit ihrer Hauptstadt East London stärker entwickeln. „Oldenburg hat in dieser Branche hervorragende Kompetenzen aufzuweisen. Wir werden unter anderem das Bundestechnologiezentrum für Elektrotechnik und Informationstechnik (BFE) besuchen, das EWE-Forschungszentrum Next Energy und den Solarpark auf dem Fliegerhorst“, so Schwandner weiter.

Intensiver Austausch bei Wirtschaftstag

Beim Wirtschaftstag konnten hiesige Unternehmen einen guten und authentischen Überblick auf unternehmerische Chancen und Herausforderungen in Südafrika erhalten. Kenntnisse aus erster Hand lieferten die Gäste aus Südafrika. Einen profunden Blick durch die bilaterale Brille gewährte der renommierte Wirtschaftsjournalist Wolfgang Drechsler, Südafrika-Korrespondent beim „Handelsblatt“.

Ebenfalls anwesend waren zudem Vertreterinnen und Vertreter bereits in Südafrika engagierter Oldenburger Unternehmen. Bereits bestehende Energie-Kontakte zum Ostkap sollten vertieft werden. Ganz im Zeichen der erneuerbaren Energien stand auch ein gemeinsamer Workshop mit den südafrikanischen Gästen, Vertreterinnen und Vertretern der südafrikanischen Botschaft in Berlin, dem Generalkonsulat Südafrika (München) sowie Unternehmen des Oldenburger Energieclusters OLEC. Die südafrikanischen Delegationen warteten bei ihrem Besuch zugleich mit einer Einladung auf: im November 2012 fand in East London die international besetzte Renewable Energy Conference Eastern Cape-Europe » dann auch mit Oldenburger Beteiligung statt. Weiterer Programmpunkt für die Gäste war die Besichtigung des Jade Weser Ports, der bereits Kontakte ins Eastern Cape unterhält.

Südafrikanische Mode vom Eastern Cape

Zur Delegation um Bürgermeisterin Zukiswa Ncitha gehörten auch vier Vertreter aus dem Bereich Modedesign. Sie präsentierten beim „Oldenburger Modeherbst“ im Rahmen der Südafrika Begegnungen junge Mode vom Ostkap: Junge Models aus Südafrika und Deutschland zeigten als „Living-Statues“ trendige Bekleidung aus sogenanntem Shweshwe, auch German Prints genannt.Die Vorlage von Shweshwe – kleingemusterte, indigofarbene Baumwollstoffe – brachten deutsche Siedlerfrauen um 1850 nach Südafrika. Heute wird das Textil in vielen Farben hergestellt, etwa in sattem Rot, Schokoladenbraun oder Grün. Bernd Hubl, Projektleiter der Südafrika Begegnungen, war sich im Vorfeld sicher: „Die Modenschau wird verdeutlichen, dass Südafrika ein Land mit enorm kreativen Szenen ist.“

Die Entwürfe waren das Ergebnis eines Wettbewerbs der Walter-Sisulu-University (WSU) zusammen mit dem Unternehmen Da Gama Textiles, East London, und Modedesignern vom Eastern Cape. Die Marketingleiterin von Da Gama Textiles, Helen Karen Bester, sowie die Fashion & Design-Dozenten der WSU, Sibusisiwe Noda und Sefako Aaron Sepeng, und der studentische Designer Luyolo Fusa als Gewinner aus dem Studierendenwettbewerb waren anwesend.