Als „Schwammstadt“ gegen Starkregen und Hitze

„UN!TE 2020 digitally“: Partnerstädte stellen sich gemeinsam dem Klimawandel

Hitze und Dürren, Starkregen und Überschwemmungen: Oldenburgs Partnerstädte liegen zwar in unterschiedlichen Regionen der Erde, die Folgen des globalen Klimawandels stellen jedoch alle vor ähnliche Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, von erfolgreichen Beispielen anderer zu lernen und auf deren Erfahrungen aufzubauen. Das war am Donnerstag, 5. November, das Ziel eines Workshops im Rahmen der „UN!TE 2020 digitally“. Die von der Stadt Oldenburg organisierte virtuelle Städtepartnerschaftskonferenz befasst sich in mehreren Terminen mit den globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), die in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen verankert sind.

Ziel 11: das Städteziel

Bei der Umsetzung der SDGs kommt der Stadtentwicklung vor Ort eine besondere Bedeutung zu. Schließlich ist den Kommunen mit dem SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ ein eigenes Nachhaltigkeitsziel gewidmet worden. Mehr als 20 Vertreterinnen und Vertreter aus Buffalo City Metropolitan (Südafrika), Cholet (Frankreich), Groningen (Niederlande), Vorpommern-Rügen (Deutschland), Xi'an und Qingdao (China) sowie aus Oldenburg legten in ihrem digitalen Workshop einen Fokus auf die Planung resilienter Städte, die widerstandsfähig gegen die Folgen des Klimawandels sein sollen. Karin Küblböck, Ökonomin der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale Entwicklung (ÖFSE), moderierte den Austausch der Expertinnen und Experten.

Ulrich Fortmann, Stadtplaner der Stadt Oldenburg, stellte als Lösungsansatz das Prinzip der „Sponge-City“, also Schwammstadt, vor. Dahinter steckt die Idee, die Oberflächen der Stadt stärker als bisher für die Aufnahme und Speicherung von Niederschlagsmengen zu etablieren. Regenwasser soll zur Begrünung und Klimatisierung von Städten genutzt, Grünflächen zu natürlichen „Kühlschränken“ werden. Naturnah gestaltete Regenwasserrückhaltebecken, neue offene Entwässerungsgräben und in Bebauungsplänen festgeschriebene Dachbegrünungen gehören zu Wassermanagement-Maßnahmen, die in Oldenburg bei der Entwicklung des neuen Stadtteils auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorstes umgesetzt werden.

Spannende Inputs aus Südafrika und China

Verschiedene Maßnahmen zur nachhaltigen Siedlungsentwicklung, zum Hochwasserschutz und zum Katastrophenmanagement präsentierten die Vertreterinnen und Vertreter aus Buffalo City. Wie die SDGs und nationalen Entwicklungsstrategien in das kommunale Handeln integriert werden, stellte Ondela Mahlangu vor. Willemien van Niekerk informierte über das „Green Book“. Dabei handelt es sich um eine Online-Plattform zur Planungsunterstützung, die unter anderem Informationen zu den Auswirkungen des Klimawandels liefert.

Dass auch Xi'an mit Umweltproblemen bei der Stadtentwicklung, extremen Wetterlagen und Temperaturanstieg konfrontiert ist, schilderte Jinfeng Du von der Jiaotong University in Xi'an. Eine Schlüsselrolle bei der Förderung nachhaltiger Stadtentwicklung schrieb er naturnahen Lösungen zu.

Flaggen für die Sichtbarkeit

Am Montag, 9. November, findet ein weiterer digitaler Workshop statt, diesmal geht es um das Nachhaltigkeitsziel Nummer 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz). Die Teilnehmenden wollen den Schwerpunkt auf erneuerbare Energien legen. Bis einschließlich zur virtuellen Abschlusskonferenz am 18. November sind vor dem Oldenburger Rathaus eine UN!TE-Flagge, eine Flagge mit den 17 Icons, die die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen symbolisieren, und die Oldenburg-Flagge gehisst.

Förderung vom Bund

UN!TE 2020 digitally, die Konferenz mit Oldenburgs Partnerkommunen zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, wird gefördert durch Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.