Zusammentrommeln

Jugendliche aus Orient und Okzident hauen auf die Pauke
Vom 18. bis zum 28. Juli 2009 waren israelische Jugendliche und ihre Betreuer aus der Partnerkommune Mateh Asher in Oldenburg. Je vier arabische und jüdische Jugendliche trafen sich mit Oldenburger Jugendlichen zu einem Percussion-Workshop unter der Leitung des renommierten Oldenburger Schlagzeugers Axel Fries vom Institut für Musik der Universität Oldenburg.

Der Workshop hatte das Musizieren mit konventionellen und nicht-konventionellen Instrumenten zum Inhalt und ging von der Annahme aus, dass Musik jederzeit und überall möglich ist, dass Musikinstrumente im herkömmlichen Sinn hierfür keine Voraussetzung sind und dass praktisch alles, was uns im Alltag umgibt, als Klangquelle von eigener Ästhetik genutzt werden kann. Die Klangerforschung stand im Vordergrund sowie das Ausprobieren spezieller Spieltechniken und die Realisierung von Musik mit Alltagsgegenständen, gefundenen oder selbstgebauten Instrumenten. Die musikalische Umsetzung bewegte sich im Spannungsfeld von Improvisation, mehr oder weniger offenen Spielkonzepten bis hin zu konkreten Kompositionen, die gemeinsam erarbeitet wurden. Der Workshop fand in Kooperation mit „klangpol“ statt, einem Förderprojekt vom Netzwerk Neue Musik und der Kulturstiftung des Bundes.

Am Sonntag, 26. Juli, präsentierten die Jugendlichen im Rahmen des Oldenburger Kultursommers ihre „Musik für konventionelle Schlaginstrumente, Alltagsgegenstände und Schrottperkussion“ auf der Bühne im Schlossinnenhof.

Der Partnerlandkreis Mateh Asher nimmt aufgrund seiner Multikulturalität eine besondere Rolle in Israel ein. So haben die Kultureinrichtungen des Landkreises schon häufig landesweit durch ihre Bemühungen um das Miteinander besonders der jüdischen und arabischen Bevölkerung von sich Reden gemacht. Dieser vom städtischen Fachdienst Regionalentwicklung und Internationale Beziehungen, dem Jugendamt und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft organisierte interkulturelle Austausch bot den jüdischen und arabischen Jugendlichen die Chance, sich außerhalb Israels und in der Begegnung mit den deutschen Jugendlichen gemeinsam als israelische Staatsbürger zu identifizieren. Gleichzeitig wurde den Oldenburgern bewusst, wie sehr sich Jugendliche aus Israel trotz einer gemeinsamen Staatsbürgerschaft in ihren Kulturen unterscheiden. Über die Sprachgrenzen hinweg und in der gemeinsamen Erfahrung des unkonventionellen Musizierens zeigte sich, was die Jugendlichen voneinander trennt und was sie dennoch vereint.

Veranstalter: Stadt Oldenburg, Fachdienst Regionalentwicklung und Internationale Beziehungen in Kooperation mit der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft, klangpol und dem Jugendamt der Stadt Oldenburg

Fotos vom Workshop und vom Konzert finden Sie hier »

Beitrag im Nordwestradio von Kristin Hunfeld » (MP3-Format, öffnet sich in neuem Fenster)

Das Projekt wird gefördert durch die Eric- und Margarethe-Collins-Stiftung, die GSG Oldenburg und die Oldenburgische Landesbank.

klangpol wird gefördert durch

und durch