Besuch einer Schülergruppe zur OLMUN

Israelischer Peace Club bei OLMUN 2015
Erstmalig in der 15jährigen Geschichte der Oldenburger Model United Nations (OLMUN) hat eine israelische Schülerdelegation Oldenburg besucht, um an der OLMUN 2015 teilzunehmen. Die Schülergruppe kam von der der Cabri Manor High School im Oldenburger Partnerkreis Mateh Asher. Die Schule ist seit 10 Jahren Partnerschule des Alten Gymnasiums Oldenburg. Die israelischen Schüler haben im Rahmen der OLMUN Deutschland vertreten, während die AGO-Schüler Israel vertraten. Die israelische Delegation setzte sich aus Schülern der jüdischen Cabri Manor School und Schülern der arabischen Sheik Danun School zusammen. Im Rahmen eines friedensstiftenden Projektes haben sich die jüdischen und arabischen Schüler gemeinsam in einem Peace Club auf den Besuch der OLMUN 2015, die vom 23. bis 26. Juni in Oldenburg stattfand, vorbereitet.

Peace Clubs (Friedensklubs) an israelischen Schulen

Der seit langem schwelende jüdisch-arabische Konflikt hat sich in den letzten Jahrzehnten dafür gesorgt, dass Israels arabische und jüdische Bevölkerung in diverse politische und militärische Konflikte involviert ist. Für die Menschen in Israel war die militärische Auseinandersetzung um den Gazastreifen im Sommer 2014 ein dramatisches Ereignis, das Verzweiflung, Trauer, aber auch Wut unter jüdischen und arabischen Israelis ausgelöst hat. Den von den Menschen gewählten politischen Führern auf beiden Seiten gelingt es nicht, dauerhaft Frieden zu halten. Es ist Zeit für einen neuen Ansatz und für neue Führungskräfte, die dauerhafte Friedenprozesse initiieren können.

Jugendliche müssen in der Schule Konfliktforschung betreiben, die kriegerischen Auseinandersetzungen untersuchen und nach alternativen friedensstiftenden Wegen suchen. Nur eine Schülergeneration, die sich mit potentiellen Friedenslösungen auseinandersetzt, wird auch neue friedensstiftende politische Führer hervorbringen.

In der Oldenburger Partnergemeinde Mateh Asher im nördlichen Galiläa leben sowohl israelische Juden und als auch Araber in friedlicher Koexistenz zusammen. Allerdings leben und arbeiten die Bewohner der jüdischen Kibbutzim und arabischen Siedlungen und damit auch Lehrer und Schüler der entsprechenden Schulen räumlich voneinander getrennt. Kooperationen zwischen den Schulen sind die Ausnahme.

Anfang 2015 hat Arik Gutler, Lehrer und israelischer Friedensaktivist der jüdischen Cabri Manor High School in Zusammenarbeit mit Yosef Moubaki, Lehrer der arabischen Sheik Danun School einen Friedensklub – Peace Club – als Pilot-Projekt gegründet. Neben der schulischen Konfliktforschung im Unterricht haben Schüler beider Schulen israelische Konfliktregionen (israelische-palästinensische Grenzmauer in Jerusalem) besucht und sich mit betroffenen Bevölkerungsgruppen auseinander gesetzt und Friedenforscher interviewt. Diese Jugendlichen werden Einsichten gewinnen, Erfahrungen weitergeben und die Menschen in ihren eigenen Gemeinden beeinflussen. Nur so entstehen vertrauensbildende Maßnahmen zwischen den in Segregation lebenden Arabern und Juden, nur so können Zweifel, Misstrauen und Hass abgebaut werden.

Arik Gutler, israelischer Friedensaktivist und Lehrer an der Cabri Manor High School, Partnerschule des Alten Gymnasiums Oldenburg (AGO) über die Idee des Israeli Peace Clubs.

Text: Jörg Witte, AGO, und Arik Gutler, Lehrkraft der Cabri Manor High School