Oldenburg und Rügen feiern 20 Jahre Partnerschaft

Am 23. Januar 1990 wurde in Oldenburg der Partnerschaftsvertrag zwischen dem Landkreis Rügen und der Stadt Oldenburg unterzeichnet. Um diese mittlerweile 20-jährige Freundschaft zu feiern, hatte Rügens Landrätin Kerstin Kassner eine Oldenburger Delegation, bestehend aus Mitgliedern des Rates und der Stadtverwaltung, vom 31. März bis 1. April 2010 nach Putbus eingeladen. Die zweitägigen Feierlichkeiten sollten an die intensiven und guten Begegnungen der vergangenen 20 Jahre und die daraus resultierenden Freundschaften erinnern und sie in einem Festakt entsprechend würdigen.

In den Jahren nach der Wende war die Stadt Oldenburg für Rügen ein wichtiger und zuverlässiger Partner in nahezu allen Bereichen des Verwaltungsaufbaus und der Entwicklung der Region. Es gab zahlreiche Kontakte zwischen Schulen; Krankenhäuser halfen mit Ausstattung und Fachwissen, die Feuerwehren engagierten sich unbürokratisch und es gab inspirierende kulturelle und sportliche Begegnungen. Bürger und Politiker aus beiden Kommunen besuchten sich gegenseitig. Heute ist Rügen als erfolgreicher Landkreis längst Brückenkopf in der Ostsee. Die schönste und größte deutsche Insel setzt auf erneuerbare Energien und sanften Tourismus.

Das enorme Engagement der Oldenburger und Rüganer füreinander hat zwar nachgelassen, doch erinnern sich noch immer viele gern an den Akt der Solidarität und Freundschaft zurück. Oldenburgs Partnerschaft mit Rügen hat im Zusammenhang mit Mauerfall, Aufbau Ost und Wiedervereinigung einen hohen symbolischen Wert: Die Bürgerinnen und Bürger beider Kommunen haben Zeitgeschichte nicht nur zusammen erlebt, sondern vor allem gemeinsam mit gestaltet.

Oldenburger Delegation zu Gast auf der Insel

Die Shanty-Chöre aus Sassnitz und Oldenburg, die bereits seit zehn Jahren miteinander musizieren, gaben ein Ständchen zu Ehren der langjährigen Partnerschaft. Und das Berliner Kabarett „Distel“ nahm in ihrem Stück „Staatsratsvorsitzende küsst man nicht“ die Geschichte von DDR und BRD aufs Korn und gab hinreichend Gesprächsstoff über 20 Jahre Mauerfall. Oldenburgern und Rüganern bot es eine gute Vorlage für gemeinsame Erinnerungen an die Wendezeit und die damals lebhafte Partnerschaft. „ Das ging damals alles sehr schnell. Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Vertragsunterzeichnung im Januar 1990 vergingen gerade einmal 43 Tage“, erinnerte Bürgermeisterin Schilling an die Anfänge der Partnerschaft in ihrer Festansprache.

„Ganz wichtig war neben den vielen Bürgerkontakten gerade in den ersten Jahren die umfangreiche Verwaltungshilfe“, bilanzierte Rügens Kreistagspräsidentin Gisela Lemke. „Der Erfahrungsaustausch und die persönlichen Kontakte mit unseren Partnern und Freunden werden natürlich auch künftig immer wichtig für uns sein“, versicherte die Rügener Landrätin Kassner. Sie erwähnte zudem das Engagement von OFFIS e.V. beim Aufbau des IT-College Putbus und die Aktivitäten der EWE AG, die derzeit eine Geschäftsstelle in Bergen/Landkreis Rügen unterhält und dort unter anderem Bioenergieanlagen plant. Im IT-Science Center Putbus zeigte sich die Oldenburger Delegation von Software-Entwicklungen für die PC-Nutzung für Sehbehinderte beeindruckt.

Die von bürgerschaftlichem Engagement getragene Partnerschaft könnte auch in Zukunft hier ihren Schwerpunkt haben: so wollen die Seniorenbeiräte von Oldenburg und Rügen Kontakte aufbauen, bereits erfolgreich durchgeführte Jugendbegegnungen sollen fortgesetzt und die Arbeit von Vereinen unterstützt werden. Oldenburger Ratspolitikerinnen und Ratspolitiker regten unter anderem Vereinsbegegnungen bei Oldenburger Hallenfußball-Turnieren an. Auch der politische Austausch der Parteien untereinander soll intensiviert werden.