Ehrengabe Terrakotta-General im Museumsgarten des Stadtmuseums

Die rund acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählende chinesische Metropole Xi’an verlieh Oberbürgermeister Prof. Dr. Gerd Schwandner im Oktober 2013 die Ehrenbürgerwürde. Xi’ans Stadtoberhaupt Jun Dong überreichte seinem Oldenburger Amtskollegen zum einen in einer feierlichen Zeremonie die Urkunde und kündigte zum anderen als weitere besondere Ehrengabe eine außergewöhnliche Nachbildung eines Terrakotta-Generals an.

Ehrengabe feierlich enthüllt
Im Sommer 2014 ist der „General Yuan“ in Oldenburg angekommen und wurde in Anwesenheit von Oberbürgermeister Schwandner und weiteren Ehrengästen am 24. Juli 2014 im Museumsgarten feierlich enthüllt.

Bei dem Oldenburger Terrakotta-General Yuan (circa 1,93 cm und 250 Kilogramm schwer) handelt es sich um ein exklusives Einzelstück aus dem Material irreversibel zerstörter Originale, welches in einem handgefertigten Abguss wieder in seine Ursprungsform gebracht wurde. Die Arbeiten wurden in den Werkstätten von Lintong, rund 30 Kilometer von der Stadt Xi’an entfernt, in der Provinz Shaanxi im Nordwesten von China, gefertigt.

Die Generäle stellen innerhalb der über achttausend Tonkrieger in den Grabanlagen, von denen bislang erst etwa 1.500 freigelegt werden konnten, eine besondere Gruppe dar. Sie sind von großer, mächtiger und kräftiger Statur, tragen doppelte bemalte Waffenröcke und Schuppenpanzer mit auffälligen Schleifen auf der Brust, Schultern und Rücken sowie rechteckige Schuhe mit der nach oben gekrümmten eleganten Spitze. Die Oberflächen sind damit wesentlich auffälliger und sorgfältiger modelliert als bei Offizieren niedrigen Ranges. Die Kopfbedeckung besteht aus einer zweiteiligen, kunstvoll gefalteten und gestärkten Vogelkappe (Fasan).

Geschichtsträchtiger Ursprung
Die Stadt Oldenburg pflegt seit 2007 im Rahmen einer strategischen Partnerschaft intensive Beziehungen zur chinesischen Metropole Xi’an. Die Stadt Xi’an gilt als eine der aufstrebenden Kultur- und Wirtschaftsmetropolen im Reich der Mitte und besitzt historisch eine seit Jahrhunderten starke Verbindung nach Europa, da Xi’an der asiatische Ausgangspunkt der Seidenstraße war. Auch in der chinesischen Geschichte nimmt Xi’an eine zentrale Rolle ein, war es doch Hauptstadt des ersten chinesischen Kaiserreiches. In der Neuzeit trat Xi’an 1974 wieder in das Bewusstsein der Europäer, als archäologische Grabungen die sagenumwobene Terrakotta-Armee zu Tage förderten. Seit 1987 zählt die berühmte Ton-Armee zum Weltkulturerbe und ist auf der UNESCO-Liste verankert. Xi’an ist ein chinesischer Schwerpunktsitz weltweiter Telekommunikations- und Technologiekonzerne wie Huawei, Fujitsu und Siemens sowie des chinesischen Automobilgroßkonzernes Shaanxi und zudem Forschungs- und Entwicklungsstandort der chinesischen Luftfahrtindustrie.