Qingdao und Xi’an

Oldenburger Delegation kehrt erfolgreich aus China zurück

Neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind am Mittwoch, 3. April 2019, von einer siebentägigen Delegationsreise unter der Leitung von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann aus China zurückgekehrt. Besucht wurden Oldenburgs Partnerstädte Qingdao und Xi’an. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung und drei Ratsherren nahmen auch Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und vom Institut OFFIS sowie BFE-Direktor Thorsten Janßen teil.

 „Mit diesem Besuch sind die Chinaaktivitäten einen guten Schritt weiter gekommen. Ich freue mich, dass wir viele neue Kontakte knüpfen, aber auch viele Beziehungen pflegen konnten. Auch wurde jetzt eine Vereinbarung über ein konkretes Bildungsprojekt mit einer Berufsschule unterschrieben“, freut sich Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Außerdem haben wir den Kooperationsvertrag mit dem Sino-German Ecopark (SGEP) um weitere drei Jahre verlängern können.“ Weitere Schritte wurden in Bereichen der Bildung, Wissenschaft und Wirtschaftsförderung vereinbart.

Wissenschaft und Duale Ausbildung

Das größte Arbeitspaket dürfte Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und dem Institut OFFIS mit nach Hause gebracht haben. „Der Besuch der Xixian Development Zone war eines von vielen Highlights dieser Reise. Hier konnte ich viele spannende Anregungen mit nach Hause nehmen. Neben Diskussionen über den Transfer von IT-Innovationen in den deutschen Markt konnten wir Gespräche über Austauschprogramme für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beginnen und über Forschungskooperationen diskutieren. Lernen können wir von der Konsequenz, mit der in China Technologie, wie etwa E-Mobilität, in den Markt gebracht wird.“

„Nach meinem ersten Besuch vor drei Jahren und einem durch die Stadt Oldenburg vermittelten und betreuten Förderprojekt zum eLearning konnten wir nun eine konkrete Vereinbarung mit der Berufsschule der Erschließungszone Qingdao schließen. Ohne die guten Kontakte zum SGEP wäre dies nicht möglich gewesen. Nun werden bald chinesische Berufsschüler mit unserer Software in den Grundlagen der Elektrotechnik unterrichtet“, so Thorsten Janßen, Direktor des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik e.V.

Kontakte gepflegt und verstetigt

Für den neuen Leiter der Oldenburger Wirtschaftsförderung, Ralph Wilken, war es der erste Besuch im Reich der Mitte: „Ich habe ein großes Interesse der chinesischen Wirtschaftsförderer und Promotion-Agenturen wahrgenommen, mehr über den deutschen Markt zu erfahren. Hier können wir unsere Qualitäten ausspielen. Es macht schon stolz, wenn Städte mit vielen Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Interesse an Oldenburg zeigen.“

Sowohl in Qingdao wie auch in Xi’an – beides Millionenstädte – wurde die Oldenburger Delegation von den dortigen Oberbürgermeistern empfangen. „Es ist interessant, wie unterschiedlich protokollarische Dinge abgewickelt werden und wie schnell Sachthemen Verbindlichkeit bekommen können“, sagt Frank Hinrichs, Leiter des OB-Büros der Stadt Oldenburg. „China ist sehr hierarchisch organisiert, lebt aber auch von persönlichen Kontakten. Empfänge auf Ebene der Oberbürgermeister bieten dabei erhebliche Potentiale und dienen sehr oft als Türöffner.“

„Die Gespräche mit dem Bildungsamt der Stadt Xi’an konnten in diesem Jahr weiter konkretisiert werden. Es wird voraussichtlich in diesem Jahr noch ein Besuch von chinesischen Lehrkräften in Oldenburger Gymnasien und Berufsschulen möglich sein“, berichtet Yu Wang vom Chinabüro der Stadt Oldenburg. Besucht wurde auch die 89. Middle School in Xi’an, mit der das Alte Gymnasium Oldenburg einen regelmäßigen Schüleraustausch unterhält.

Austausch über soziale Themen und politische Systeme

„Wir konnten uns über die unterschiedlichen politischen Systeme austauschen“, berichtet Ratsherr Bernhard Ellberg. „Beim Besuch der politischen Konsultation konnten wir mehr über deren beratende Rolle erfahren und wie in den politischen Gremien gearbeitet wird. Für unsere Arbeit im Oldenburger Stadtrat konnten wir für viele Sachthemen, vor allem natürlich für die Wirtschaftsförderung, gute Anregungen mitnehmen.“

„Mir wird der Besuch der Förderschule für Gehörlose in Erinnerung bleiben“, sagt Ratsherr Klaus Raschke. „Es waren, wie auch in den anderen Schulen, die wir besuchen konnten, hoch emotionale Momente. Die Kinder und Jugendlichen konnten neben dem Schulunterricht beim spielerischen Roboterbau, bei Kalligraphie oder bei Sandbildmalerei ihre Talente zeigen. Das war eine echte Bereicherung.“

Ratsherr Manfred Klöpper fühlte sich im Stadtarchiv der Stadt Qingdao an seine Geburtsstadt Wilhelmshaven erinnert: „Deutschland wollte einen Stützpunkt errichten und hat die Grundsteine gelegt für die heutige Millionenstadt. Daran erinnern viele Archivgüter, aus denen wir auch lernen konnten, wie aus heutiger Sicht mit der Geschichte umgegangen wird.“