Korvette Oldenburg in Dienst gestellt

Die Korvette „Oldenburg“ hat am Montag, 21. Januar 2013, im Marinestützpunkt Rostock-Warnemünde ihren Dienst aufgenommen. In einer feierlichen Zeremonie wurde an Bord die Bundesdienstflagge der Seestreitkräfte gehisst und das Boot damit in die Liste der Kriegsschiffe aufgenommen. Die Indienststellungsrede hielt Thomas Kossendey, Parlamentarischer Staatssekretär aus dem Bundesministerium für Verteidigung. Musikalisch wurde die Zeremonie durch das Marinemusikkorps Ostsee begleitet. Unter den 350 geladenen Gästen waren auch Oberbürgermeister Gerd Schwandner und Stadtbaurätin Gabriele Nießen.

Namenstaufe im Juni 2007
Im Juni 2007 wurde die Korvette auf den Namen Oldenburg getauft. Bemüht hatte sich die Stadt bereits seit Anfang der 70er Jahre, die Namenspatenschaft für ein Schiff der Bundesmarine übernehmen zu können. Immerhin war Oldenburg einst zweitgrößte Garnisonsstadt Deutschlands. „Diese enge Verbindung unserer Stadt zur Bundeswehr wird durch unser Patenschiff deutlich. Mit der Namensgebung Oldenburg können wir den Seestreitkräften unsere Unterstützung zeigen. Ich freue mich, dass nach über 90 Jahren nun wieder ein Marineschiff mit Namen Oldenburg auf den Meeren unterwegs ist“, so Oberbürgermeister Schwandner. Drei Schiffe der Reichsmarine hatten in der Vergangenheit bisher den Namen „Oldenburg“ getragen: das Panzerschiff „Oldenburg“, das 1884 vom Stapel ging und 1918 außer Dienst gestellt wurde; das Handels-U-Boot „Oldenburg, das 1917 vom Stapel gelassen wurde und 1918 sank, und das Linienschiff „Oldenburg“ mit Stapellauf 1910, das 1920 an Japan ausgeliefert wurde.

Drittes von fünf K130-Schiffen
Nachdem es von der Schiffstaufe bis zur Indienststellung aufgrund verschiedener Reparaturen einige Jahre gedauert hat, ist die Korvette „Oldenburg“ nun das dritte von fünf Schiffen des Bautyps Korvettenklasse K130, das seinen Dienst in offenen Fahrgewässern aufnimmt. Die „Magdeburg“ und die „Braunschweig“ wurden bereits in Dienst gestellt. Im Februar und März folgen die letzten beiden K130-Schiffe. Alle fünf K130-Korvetten haben als Heimathafen Warnemünde. Laut Korvettenkapitän und Kommandant der „Oldenburg“ Hilko Klöver werde sich seine Korvette mit der 58-köpfigen Besatzung im Februar am Einsatz- und Ausbildungsverband der Marine beteiligen.

Zahlen und Fakten
Die „Oldenburg“ ist 89 Meter lang, wiegt 1.840 Tonnen und hat einen vergleichsweise geringen Tiefgang von 4,60 Meter, wodurch sie in flacheren Gewässern im küstennahen Einsatz manövrieren kann. Zudem wird die Korvette den besonderen Einsatzbedingungen in Küstennähe durch eine reduzierte Radar- und Infrarotsignatur sowie durch speziell angepasste Sensoren, Waffen und Kommunikationsanlagen gerecht und ist damit besonders für Überwachungs-Operationen in Küstengewässern optimiert. Die bisherigen Fregatten der Bundesmarine waren für solche küstennahen Einsätze zu groß, die kleineren Seeboote wiederum nicht seetüchtig genug für das offene Meer. Die Korvetten der Klasse 130 dagegen sind auch für Einsätze in schwerer See geeignet und können so zur Konfliktverhütung und Krisenbewältigung in entfernten Seegebieten eingesetzt werden.

Modernste Computer- und Sensorsysteme erleichtern Navigation, Datengewinnung und Zielerfassung. Bis zu 21 Tage kann die „Oldenburg“ ohne Hafen in See stehen. Das ermöglicht einen weltweiten Einsatz, unter anderem in multinationalen Verbänden.