Kolumne vom 10. Oktober 2011

Liebe Oldenburgerinnen und Oldenburger,

erinnern Sie sich noch an den 24. Oktober 2010? Meteorologisch war es ein typischer norddeutscher Herbsttag: windiger, nass, kalt. Sportlich war er aber alles andere als typisch – schließlich fand der 25. Oldenburger City-Lauf/Oldenburg Marathon statt! Trotz der widrigen Bedingungen gingen damals fast 3.000 Menschen an den Start. Sie katapultierten den Lauf auf den siebten Rang der Volks- und Straßenläufe in Niedersachsen. Und obwohl das Wetter auch das Zuschauen nicht gerade angenehmer machte, standen etwa 7.000 Menschen an der Strecke. Das sind starke Zahlen. Und das sind sie auch dann noch, wenn man sie ins Verhältnis zu anderen Läufen setzt. Beziehungsweise: dann erst recht.

Ein Beispiel: Der Berlin Marathon ist mit 40.000 Startern der größte Lauf Deutschlands. Die Teilnehmerzahl entspricht etwas mehr als einem Prozent der Einwohnerzahl von 3,471 Millionen. Mit 3.000 Startern bei 163.000 Einwohnern sind in Oldenburg aber fast zwei Prozent der Bevölkerung unterwegs. Das heißt: Relativ gesehen ist der City-Lauf größer als der Berlin Marathon. Okay, zugegeben: Das ist nur ein ganz grober Indikator. Aber immerhin deutet er an, dass diese Laufveranstaltung für eine Stadt unserer Größe etwas Herausragendes ist. Ein herzliches Dankeschön dafür geht an die Organisatoren des Laufs und an ihre vielen Helferinnen und Helfer entlang der Strecke.

Was die Zuschauer angeht, müssen wir allerdings neidvoll – nein, anerkennend – Richtung Hauptstadt gucken. Geschätzte 1.000.000 Menschen am Straßenrand bedeuten fast ein Drittel der Bevölkerung. Dafür müssten bei uns über 50.000 Menschen am Straßenrand stehen. Das wäre selbst dann illusorisch, wenn wir am Sonntag plötzlich wieder 25°C hätten. Aber wer weiß? Die Veranstaltung ist in ihrer jetzigen Form noch sehr jung. Sie wird noch wachsen. Und selbst wenn nicht: Ich freue mich über jede und jeden einzelne(n), die oder der ab 10.00 Uhr an der Strecke steht. Das ist übrigens auch ein tolles Thema für Nachbarschaften: Sich verabreden, etwas ausdenken, Stimmung machen. Das kann genauso viel Spaß bereiten wie das Laufen selbst. Probieren Sie es aus!

Ich hoffe übrigens auf Verständnis für die unvermeidbaren Verkehrsbehinderungen. Sehen wir es am besten so: Am 16. Oktober ist die Innenstadt ein Stadion. Wenn man den Tag so angeht, dann kann man nicht böse überrascht werden. Statt mit dem Auto über den Wallring zu fahren, stellt man sich einfach an die Straße und schaut zu, feuert an, fiebert mit. Oder noch besser: Man geht vorher noch ins Wettkampfbüro und meldet sich an – für 1, 5, 10, 21 oder 42 Kilometer. Wer den Fünfer wählt, hat auch die Chance, mich zu schlagen. Und wenn ich so (wenig) weiter trainiere wie zuletzt, dann wird das auch nicht sehr schwer.

Aber selbst, wenn man mit dem Selber-Laufen nichts am Hut hat: Am Sonntag geht’s früh raus aus den Federn. Ab zur Strecke. Weit kann es nicht sein, denn sie führt durch weite Teile der Stadt. Außerdem kennt jeder von uns jemanden, der jemanden kennt, der mitläuft. Ich wünsche – je nachdem, wofür Sie sich entscheiden – viel Glück, viel Erfolg und/oder viel Vergnügen!

Ihr
Gerd Schwandner
Oberbürgermeister