Kolumne des Oberbürgermeisters (14. Oktober)

Liebe Oldenburgerinnen und Oldenburger,

es herbstelt. Die Wetterkarten bestehen nur noch aus einem Meer an Grautönen, die Adjektive „nasskalt“, „ungemütlich“ und „stürmisch“ dominieren die meteorologische Terminologie. Sonnenstrahlen? Soll es noch geben, sieht man aber immer seltener. Allerhöchste Zeit, sich mit einem guten Buch auf das Sofa zu verkrümeln und den Winter einzuläuten. Könnte man zumindest denken….

…aber so weit ist es noch nicht! Der Winterschlaf muss vorerst noch warten, die Metamorphose zur Couch Potatoe ist bis auf weiteres verschoben (und darf meinetwegen ganz ausfallen). Wir können nämlich einen doppelten Endspurt für unsere Sportsaison hinlegen. Das betrifft natürlich nicht die Hallensportler, deren Spielzeiten gerade erst begonnen haben. Das betrifft aber tausende Läuferinnen und Läufer in unserer Region. Sie haben noch zwei echte Höhepunkte vor sich, bevor es in die verdiente Winterpause geht.

Am 18. Oktober findet zunächst der Oldenburger City-Lauf statt. Übrigens schon zum 24. Mal. Er hat also ein knappes Vierteljahrhundert auf dem Buckel. Merkt man ihm das an? Ich finde nicht. Die Strecke kehrt zwar nach dem letztjährigen Ausflug ins Dobbenviertel wieder an den bewährten Wallring zurück; es ist aber nach wie vor etwas ganz Besonderes, die Stadt aus dieser Perspektive zu erleben, ohne anderthalb Tonnen Stahl, Blech und Plastik um sich herum zu haben. Die schönen Kulissen und die tolle Stimmung halten den Lauf ewig jung.

Der Oldenburger City-Halbmarathon (21,0975 Kilometer) feiert am 1. November seine Premiere. Schon jetzt, einige Wochen vor dem Start, haben sich deutlich mehr als 800 Läuferinnen und Läufer angemeldet. Kein Wunder: Der Halbmarathon gewinnt als Strecke immer weiter an Beliebtheit. Ein Indiz dafür: In unserer Nachbarstadt Bremen finishten Anfang Oktober 2.194 Läufer/innen über die Halbdistanz – während nur 1.026 Läufer/innen die vollen 42,195 Kilometer hinter sich brachten. Der Marathon bleibt zwar die Königsdisziplin. Daran ändert sich gar nichts. Der Halbe ist aber ein guter Kompromiss. Das Lauferlebnis ist ähnlich intensiv wie beim Marathon – Endorphine inklusive. In der Vor- und Nachbereitung zeigt sich die Halbdistanz aber „gnädiger“ und verlangt nicht ganz so viel von Geist und Körper wie der Marathon. Das ist sympathisch. Was allerdings nichts daran ändert, dass mir auch 21,0975 Kilometer sehr ambitioniert erscheinen. Ich habe Hochachtung vor jedem, der sie bezwingt. Mir persönlich reichen 5 Kilometer derzeit völlig aus.

Apropos 5 Kilometer: Ich rede trotz allem nicht als Blinder von Farben. Mit meinem Büro habe ich Anfang September an der Firmenwertung des Sparda-Laufs in Kreyenbrück teilgenommen – und wir sind Dritter geworden! Na gut, ich glaube, es waren nur drei Firmenteams am Start. Und die Erstplatzierten von Cewe Color und Ludwig Freytag haben uns klar distanziert. Ich finde unsere Durchschnittszeit von 23’48 Min. aber trotzdem respektabel. Und noch wichtiger: Es hat einen Riesenspaß gemacht! Auch wenn das Wetter schon damals nicht 100prozentig war (nasskalt, ungemütlich… aber immerhin nicht stürmisch), war es eine tolle Veranstaltung.

Ich freue mich sehr darüber, dass in Oldenburg viele begeisterte Läuferinnen und Läufer leben – und dass viele von ihnen bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren, um attraktive Laufveranstaltungen auf die Beine zu stellen. Der City-Lauf zum Beispiel ist untrennbar mit Martin Klar und seinem Team verbunden. Seit dem ersten Lauf halten sie die Orga-Fäden in der Hand – und beweisen damit auch neben der Strecke große Ausdauer. Wenn – wie geplant – im kommenden Jahr der City-Lauf mit Halbmarathon und Marathon zu einer Laufveranstaltung der Extraklasse (was Dimension und Qualität betrifft) verschmelzen, dann ist das die Krönung eines besonderen Kapitels der Oldenburger Sportgeschichte. Ich danke Herrn Klar – stellvertretend für alle Beteiligten – herzlich für das große Engagement.

Was übrigens auch für die Organisatoren des Halbmarathons – dem Oldenburger Marathonverein e.V. – gilt. Mein bisheriger Eindruck ist ganz hervorragend. An vielen Details lässt sich schon jetzt ablesen, dass wir einen wunderbaren Lauf erwarten dürfen, der einen festen Platz im Kalender finden wird. Also: Am 18. Oktober und 1. November ist nicht die heimische Couch der „Place to be“, sondern die Oldenburger Innenstadt. Beim City-Lauf entlang des Wallrings – und beim Halbmarathon irgendwo entlang der Strecke, die durch die halbe Stadt führt. Den genauen Verlauf finden Sie hier. Suchen Sie sich einen schönen Platz aus. Oder: Laufen Sie am Besten einfach mit! 80 Millionen Menschen in Europa können sich nicht täuschen: Laufen inspiriert. Laufen motiviert. Laufen läuft. Laufen Sie auch?

Ihr
Gerd Schwandner
Oberbürgermeister