Kolumne des Oberbürgermeisters (22. April)

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,

ich habe es in der letzten Kolumne schon kurz angedeutet: Der Oldenburger Basketball ist derzeit das Maß der Dinge. Seit Wochen sind die EWE Baskets Tabellenführer der Bundesliga. Sie schafften es sogar, zehnmal in Folge zu siegen. Die Baskets begeistern die Fans in Oldenburg – und verblüffen die Zuschauer im Rest der Nation.

Oldenburg denkt Basketball. Immer mehr, immer stärker. Das fasziniert mich. Die Baskets habe ich von Beginn als Chance für Oldenburg begriffen. Das waren sie auch in schlechteren Zeiten. Aber jetzt haben sie die Magie des Erfolgs auf ihrer Seite. Solange wir beim Fußball noch auf dem Weg und nicht am Ziel sind, können Handball und Basketball die sportliche Leuchtturm-Funktion übernehmen. Und das tun sie auch – mit sensationellen Leistungen. Diese Erfolge tun unserer Stadt gut. In Oldenburg und weit über die Stadtgrenzen hinweg!

Bei solch einer Euphorie darf man ruhig mal Elemente aus dem Basketball ins „normale Leben“ übertragen. Zum Beispiel die praktische Aufteilung eines Ereignisses in vier Viertel. Wenden wir das einfach mal auf unser Jahr als Stadt der Wissenschaft an. Der Monat April bedeutet: Das erste Viertel ist gerade rum, wir stehen am Anfang des zweiten. Wie im Basketball lässt sich eine erste Bilanz ziehen, ohne dass schon absehbar wäre, was alles noch kommt oder wie das Endresultat aussehen wird. Ein spannender Moment.

Viele von Ihnen werden sich an den rasanten Doppel-Auftakt im Januar zurückerinnern. Sowohl die offizielle Gala im Staatstheater als auch die Kinderuniversität in der EWE Arena waren prall gefüllt und erlebten eine klasse Stimmung. Diese Kombination war Garant für die hohe Akzeptanz unserer Veranstaltungen und Aktionen in den folgenden Wochen und Monaten. Oder, um mal im Bild zu bleiben: Es waren zwei sauber versenkte Dreipunktwürfe gleich zu Spielbeginn.

Kurz danach wurde eindrucksvoll nachgelegt. Der Vortrag von NASA-Ingenieur Jesco von Puttkamer wird wohl den meistern Zuhörern in bester Erinnerung bleiben. Von Puttkamer ist eine Persönlichkeit, die nicht nur fachlich kompetent ist, sondern auch philosophisch spannende Standpunkte vertrat. Mir imponierte insbesondere seine Sicht auf Ziele und Visionen, die Menschen antreiben können. Auch in einem Jahr der Wissenschaft sollte man sich Gedanken machen, die mehr mit Emotionen als mit Empirie zu tun haben. Ich glaube: Nur wenn man das eine mit dem anderen verbindet, kann man ein vollständiges Bild der Zukunft entwerfen. Den Preis des MVP – des wertvollsten Spielers – im Monat Februar hat von Puttkamer auf jeden Fall mit Leichtigkeit errungen.

Danach gab es zahlreiche weitere Höhepunkte. Es ging Schlag auf Schlag. Das war ein echtes Powerplay – auch wenn dieser Begriff aus dem Eishockey kommt. Spannend war vor allem das Projekt „Grenzenlose Klangwelten“. Wer hatte zuvor schon mal Konzerte unter Wasser gehört? Eine völlig neue Erfahrung! Wobei ich dieses Leitprojekt nur stellvertretend für die anderen nenne. Und begeisternd ist auch, dass es in unserer Stadt nun so viele Tagungen und Treffen rund ums Thema Wissenschaft gibt.

Ich hoffe sehr, dass Ihnen das erste Viertel des Wissenschaftsjahres gefallen hat. Sollte dem so sein, dann dürfen Sie sich erst recht auf die drei weiteren Viertel freuen. Denn: Oldenburg nimmt keine Auszeit. Das Gegenteil ist der Fall: Wir erhöhen die Schlagzahl. Wir setzten auf die Offense. In Kürze wird das neue Programmheft für die kommenden Monate vorgestellt. Daran lässt sich leicht erkennen, dass wir erst den Auftakt erlebt haben und noch viele weitere Höhepunkte genießen dürfen. Ich nenne nur mal die längste Experimentiermeile Deutschlands und die Wissenschaftsgeisterbahn als Beispiele.

Der Sommer ist in Oldenburg sowieso niemals langweilig – aber in diesem Jahr wird er geradezu spektakulär. Urlauben fern der Stadt lohnt sich schon fast nicht mehr. Man würde zuviel verpassen. Zumal auch die Basketball-Playoffs noch bis zum 25. Juni laufen. Dann findet Spiel 5 im Finale um die Deutsche Meisterschaft statt. Die Baskets werden dabei sein. Oldenburg darf dann noch mal fiebern, zittern, anfeuern – und jubeln.

Es würde passen, wenn wir in diesem Jahr am Ende erfolgreich dastehen. Oldenburg ist ganz einfach dran. Den Titel „Stadt der Wissenschaft“ haben wir schon – mal sehen, ob es mit der „Stadt des Basketballchampions“ auch noch klappt. Ich drücke die Daumen – und freue mich auf die nächsten Wochen!

Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister