Kolumne des Oberbürgermeisters (23. Dezember)

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,

nicht alle mögen romantischen Weihnachtszauber, stimmungsvolle Dekoration und fromme Worte. Trotzdem ist die Weihnachtszeit – oder die Zeit „zwischen den Jahren“ – für jede und jeden von uns etwas Besonderes. Ganz zwangsläufig. Die Schulen schließen, viele Betriebe pausieren, überall scheinen die Uhren langsamer zu ticken.

Das mag ungewohnt sein. Ich selbst merke, wie schwer es ist, von der vorweihnachtlichen Terminfülle plötzlich in die Feiertage überzugehen. Manch einer fällt da erst einmal in ein „Loch“. Andere begeben sich in neuen Freizeitstress. Dabei könnten wir diese Zeit so gut gebrauchen, um Kraft und Mut zu schöpfen.

Kraft und Mut kann man bei Familie und Freunden tanken. Auch weihnachtliche Rituale, seien sie religiöser, gesellschaftlicher oder persönlicher Art, sind für viele Menschen Quelle neuer Energie. Ich persönlich nehme mir zum Jahresende gern die Zeit, zurückzublicken und mir vor allem das Gute, Positive des vergangenen Jahres vor Augen zu führen.

Wenn ich dies aus der Perspektive der Stadt Oldenburg mache, gibt es da eine ganze Menge Schönes. Unsere Wahl zur Stadt der Wissenschaft 2009 war sicher eines der eindrucksvollsten Ereignisse, auf das wir zurückschauen können, und ich freue mich auf das viele Neue und Spannende, was in diesem Zusammenhang noch auf uns zukommen wird.

Doch diese „offizielle“ Ebene ist nur die eine Seite der Oldenburger Erfolgsgeschichte. Die andere ist die unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Ihre persönlichen Erfolge, aber auch das, was sie für andere und damit für unser städtisches Allgemeinwohl erreicht haben, machen einen mindestens ebenso großen Anteil aus. 

Seien es die vielen Gruppen und Einzelpersonen, die sich auf privater Ebene für die Unterstützung benachteiligter Menschen hier und in entfernten Teilen dieser Welt eingesetzt haben, seien es die Oldenburgerinnen und Oldenburger, die sich für den Erhalt und die Pflege des Eversten Holzes zusammengeschlossen haben, oder sei es der junge Mann, der nach Jahren aktiver Integration nun endlich seine Einbürgerung in den Händen hält: Sie alle – und mit ihnen viele andere Bürgerinnen und Bürger – verbindet der Wille zur Eigeninitiative. Ihr Engagement ist Ausdruck von Zuversicht und Nächstenliebe. Und damit hat seine Erwähnung und Würdigung genau hier ihren Platz: in einem Grußwort zu Weihnachten, dem Fest des Friedens, der Mitmenschlichkeit und der Hoffnung.

Ich danke allen, die mit ihrem Engagement zum Wohle unserer Stadt beigetragen haben und wünsche allen Oldenburgerinnen und Oldenburgern ein gesegnetes Fest, frohe Stunden, Ruhe und Muße und vor allem eine erfüllte und kraftbringende Zeit.

Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister