Kolumne vom 23. September 2011

Liebe Oldenburgerinnen und Oldenburger,

genießen Sie den Moment! Atmen Sie durch! Wir befinden uns gerade im Auge eines herbstlichen Veranstaltungstornados. Was allein im September los war und ist, könnte anderenorts Jahreskalender füllen. Lange Nacht der Museen, Weinfest, Oldenburger Modeherbst, Lange Einkaufsnacht, Saisonabschluss der „Bike & Inliner Nights“ und der Open-Air-Flohmärkte, Tag des offenen Denkmals, Oldenburger Seniorenmesse, dazu noch eine Kommunalwahl – und so weiter und so fort.

Am deutlichsten in Erinnerung ist aber das 18. Internationale Filmfest Oldenburg. Und das nicht nur wegen der zeitlichen Nähe, sondern auch – und vor allem – wegen seiner einzigartigen Atmosphäre und seines internationalen Flairs. Hollywood-Star Deborah Kara Unger, Rambo-Regisseur Ted Kotcheff und allen voran Golden-Globe-Gewinner Matthew Modine waren tolle Gäste, die sich spürbar wohl in Oldenburg fühlten. Sie alle übertrafen sich gegenseitig mit Komplimenten für das Filmfest, für die Stadt und für die Bevölkerung. Um es mit den Worten von Schauspieler Florian Lukas zu sagen: „Ich liebe Oldenburg. Echt. Wer mich kennt, der weiß, dass ich keinen [ich setze hier mal „Unsinn“ ein] rede.“

Im Grunde ging es aber um etwas anderes: um Filme. Um Kino. Um Kunst und Kultur. Und, ja, trotz des seichten Eröffnungsfilms gab es reichlich davon. Kreative Denkanstöße, Änderungen von Sehgewohnheiten, dramaturgische Experimente und bewegende Momente (z.B. „The Way“ in der Lambertikirche). Das hatte zwar – leider – nicht ganz die Ausmaße früherer Jahre. Und auch technisch/organisatorisch knirschte es hier und da im Gebälk. Aber wie könnte es anders sein? Das Filmfest wächst und wächst, das Budget hinkt dieser Entwicklung aber hinterher. In der Off-Season zwischen den Festivals Nummer 17 und 18 wurde zwangsläufig mehr über die Finanzierung diskutiert als über die Weiterentwicklung des Programms. Es wäre ein Wunder, wenn das nicht zu spüren gewesen wäre. Die kleinen Fehler haben gezeigt, dass man eben doch nicht beliebig am Geldhahn drehen kann, ohne das Filmfest zu beschädigen. Dennoch – und das ist eine große Leistung des Teams um Torsten Neumann – hat das fünftägige Festival wieder mal viele Impulse gegeben. Es war eine wichtige Bühne für Produzenten, Regisseure, Schauspieler. Der Blick nach Oldenburg lohnt sich. Immer. Und immer mehr. Da waren sich alle einig.

Das gilt übrigens auch für die „ganz normalen“ Kinobesucherinnen und -besucher. Mit 15.200 Gästen wurde – wieder mal – ein Rekord aufgestellt. Und das obwohl sechs Filme weniger gezeigt wurden als im Jahr zuvor. Ein klares Votum der Bevölkerung (nicht nur der Hardcore-Cineasten) für das Festival.

Jetzt aber genug zurückgeblickt. Im Auge eines Tornados zu sein, heißt schließlich zwangläufig, dass da noch was auf uns zukommt. Und das Bild eines Wirbelsturms ist nicht zufällig gewählt, denn es kommt noch einiges. Das herausragende Ereignis dürfte der 404. Oldenburger Kramermarkt sein, der am 30. September startet. Ein Höhepunkt folgt am Tag darauf beim traditionellen Umzug durch die Stadt, bei dem u. a. Bundeswirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler (ja, der Kramermarkt ist ein Wirtschaftsfaktor!) und die Nds. Ministerin für Wissenschaft und Kultur Prof. Johanna Wanka (ja, der Kramermarkt ist ein Kulturgut!) dabei sein werden. In diesem Jahr fällt zudem der 3. Oktober nicht mehr auf das Wochenende, so dass ein voller Tag mehr bleibt, um unseren Markt gebührend zu feiern. Und auch innerhalb der Weser-Ems Halle ist viel los. Der „Oldenburger Herbst“ und die „Nostalga 2011“ sind nur zwei Beispiel von vielen.

Hinzu kommen die zahlreichen Saisonstarts im Sport. Nachdem die VfL-Damen schon eine Weile aktiv sind, beginnt auch für die EWE Baskets der Ernst des Lebens. Zudem kehrt der VfB Oldenburg Ende Oktober zurück ins Marschwegstadion. Und das heißt: endlich wieder Heimspiele! In der Ferne wartet bereits der Oldenburg Marathon bzw. City-Lauf. Wer noch nicht austrainiert ist, hat noch ein paar Wochen Zeit, sollte sich aber langsam beeilen. Und wer nicht dazu kommt: Es gibt auch einen 5-km-Lauf – und damit keine Ausreden.

Übrigens: Selbst jetzt, in der vermeintlichen Ruhephase, ist viel los. Im Staatstheater heißt es „Vorhang auf“ für die neue Spielzeit, beim 9. Oldenburger Pferdemarkt dreht sich alles um edle Rösser, im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte startet die Ausstellung „Der zweite Aufbruch in die Moderne“, im Horst-Janssen-Museum diejenige des Grafikpreisträgers Michael Wutz und in der EWE Arena stimmt der „Baskets Day“ auf die neue Saison ein. Also: Computer aus und raus in die Stadt! Es gibt viel zu erleben!

Ihr
Gerd Schwandner
Oberbürgermeister