Kolumne vom 27. Juli 2007

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,

wenn man derzeit morgens in unserer Stadt unterwegs ist, hat man das Gefühl, dass sich irgendetwas verändert hat. Man weiß zunächst nicht genau, was es ist – man spürt nur, dass etwas anders ist als zuvor. Und schlagartig fällt es einem ein: Die Heerscharen an Fahrradfahrern sind nicht mehr da! Nur noch vereinzelt trifft man Menschen auf Drahteseln an. Und auch der Verkehr auf den Straßen hat spürbar nachgelassen. Ganz klar: Es sind Ferien. Und Oldenburg schläft ein bisschen länger.

Sommerferien – das ist für viele nicht nur ein Wort, sondern ein sechswöchiges Lebensgefühl. Für die Jüngeren unter uns versprechen die großen Ferien eine lange Auszeit von der Schule und jede Menge spannender Erlebnisse und Erfahrungen. Für die Älteren sind die freien Tage zwar nicht ganz so zahlreich – ähnlich sehnsüchtig erwartet wird die Urlaubszeit von ihnen aber auch. Seit einigen Wochen ist das auf den Bürofluren deutlich zu spüren. Die Frage nach dem „Wann“ und „Wohin“ der Urlaubsreisen dominiert die Smalltalks. Vorfreuen und Mitfreuen ist angesagt. Ich empfinde diese positive Stimmung als sehr angenehm.

Nun ist sie also da – die Zeit des Jahres, in der wir es ruhiger angehen lassen können. Die wir zur Entspannung und Erholung nutzen wollen – oder um Dinge zu erleben, die nicht in das starre Schema des Alltags passen. Vielleicht bilde ich mir das ja ein – aber ich habe das Gefühl, dass in diesen Wochen vieles etwas leichter genommen und lockerer gesehen wird. Dieses „Laissez-faire“ steht Oldenburg gut zu Gesicht. Hier lässt es sich sowieso gut aushalten – im Sommer aber noch ein bisschen mehr als sonst.

Einen Haken hat all das derzeit allerdings: Das Wetter. Zum Urlaub gehören eigentlich Sonne und Wärme, Strand und Meer. Mit dieser Kombination hat es im Juli aber noch nicht so gut geklappt (um es mal zurückhaltend auszudrücken). Doppelt so viel Niederschlag wie im Vorjahr – das ist eine Quote, die nicht gerade für Begeisterung sorgt. Zwar ist bisher nicht der komplette Sommer ins Wasser gefallen – nasse Füße hat er aber auf jeden Fall bekommen.

Es gibt trotz allem etwas Gutes an dieser Nachricht: Noch hat es in jedem Jahr einige schönes Wochen gegeben. Und je länger das schlechte Wetter anhält – desto wahrscheinlicher wird es, dass es bald zu Ende ist. Ein sonniger Spätsommer hat schließlich auch was – und ist wesentlich besser auszuhalten als eine hochsommerliche Hitzewelle. Zugegeben: Das ist nur ein schwacher Trost – aber es ist leider der einzige, den wird haben. Und weil ich ein positiv denkender Mensch bin, sage ich: Das wird schon werden mit dem Wetter!

Bis zu meinem eigenen Urlaub dauert es auch nicht mehr lang – Mitte August ist es soweit. Solange ich noch hier bin, freue ich mich für die vielen Oldenburgerinnen und Oldenburger, die schon jetzt ihre freie Zeit genießen können – und die diese Kolumne nun entspannt bei einer Tasse Kaffee lesen können, anstatt sie in einer raren freien Minute zu überfliegen.

Wie auch immer Sie Ihren Urlaub verbringen – ich wünsche Ihnen eine angenehme und erholsame Zeit!

Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister