Kolumne vom 3. Juni 2011

Liebe Oldenburgerinnen und Oldenburger,

heute melde ich mich nur kurz bei Ihnen. Seit einigen Tagen bin ich aus dem Urlaub zurück, es wartet viel Arbeit. Ein wichtiges Thema möchte ich aus aktuellem Anlass hier in der Kolumne aufgreifen: das Seniorenbüro der Stadt Oldenburg.

Vielleicht erinnern Sie sich: Ich habe vor gar nicht langer Zeit an dieser Stelle schon einmal über das Thema Alter geschrieben. Den Text finden Sie hier ». Und jetzt schon wieder. Warum das? Ganz einfach: das Thema bewegt die Bevölkerung. Deutlich zu sehen war das bei der Diskussionsveranstaltung „Neues Altern in der Stadt“, die mit zweihundert Zuhörerinnen und Zuhörern stark besucht war. Auch die Bevölkerungsstatistik bestätigt diesen Eindruck. Die Zahl der Älteren nimmt zu. Das bedeutet zwar nicht, dass unserer Gesellschaft „vergreist“. Ihr stehen aber Veränderungen bevor, auf die wir uns vorbereiten sollten. Schließlich soll Oldenburg ein lebenswerter Ort für die gesamte Bevölkerung bleiben. Auch – und gerade – für die wachsende Gruppe der Seniorinnen und Senioren.

Die Stadt verfügt bereits über eine „Koordinierungsstelle Alter“, die mit zwei Mitarbeitern ausgestattet ist. Sie leistet wichtige Vorarbeit für die Entscheidungen von Politik und Verwaltung. Das ist ein guter Anfang. Aber: nur ein Anfang. Wenn der Rat sich dazu entschließen sollte, zusätzlich eine „Stabstelle Demographie“ zu schaffen, dann würde ich das sehr begrüßen. Es wäre positiv für unsere Stadt und ihre Bevölkerung, wenn wir strategisch und konzeptionell auf den demographischen Wandel reagieren. Wie wertvoll so eine inhaltliche Konzentration ist, hat die Stabstelle Wissenschaft eindrucksvoll beweisen.

Das Seniorenbüro ist gewissermaßen das praktische Gegenstück dazu. Hier geht es nicht um Ideen und Visionen für jüngere Menschen, hier geht es um Hilfe und Unterstützung für die älteren. Ganz konkret. Von Mensch zu Mensch. Das ist mindestens genauso wichtig. Deshalb ist er sehr erfreulich, dass Oldenburg bald über diese wichtige Einrichtung verfügt. Sie wird jede inhaltliche Unterstützung bekommen, die sie benötigt.

Offen ist derzeit noch der Standort. In dieser Frage kommt es auf drei Dinge an: Erreichbarkeit, Erreichbarkeit, Erreichbarkeit. Das Büro muss dort zu finden sein, wo es für die ältere Generation – mit womöglich eingeschränkter Mobilität – leicht aufzusuchen ist. Es darf keine Schwellen oder Barrieren geben, die Lage sollte möglichst zentral und die Infrastruktur hervorragend sein. Das trifft auf beide derzeit zur Diskussion stehenden Standorte zu. Welche Lösung man auch wählt, sie ist richtig. Deshalb rechne ich damit, dass in dieser Frage bald eine Einigung erzielt wird. Den guten Willen erkenne ich jedenfalls bei allen Beteiligten.

Ich will diesen Gedanken noch etwas weiterspinnen. Wir können unsere Stadt nicht altersgerecht gestalten, wenn wir die betroffenen Generationen nicht beteiligen. Das muss Hand in Hand passieren. Anders geht es nicht. Deshalb werden wir bei dieser Aufgabe immer wieder zum Mitmachen aufrufen. Und wir werden genau darauf hören, was die Menschen bewegt, worüber sie sich Sorgen machen und worauf sie sich freuen. Tun wir das – und tun wir das ohne Scheuklappen – dann werden wir sicher schnell zu guten Lösungen kommen. Und über das Seniorenbüro wird die ältere Bevölkerung direkt davon profitieren. Klingt gut, oder? Finde ich auch. Also lassen Sie uns das tun. Gemeinsam. Für Oldenburg.

Ihr
Gerd Schwandner
Oberbürgermeister