Kolumne des Oberbürgermeisters (9. April)

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,

in den letzten Wochen habe ich an dieser Stelle über viele wichtige – bisweilen brisante – Dinge geschrieben, die Oldenburg bewegten und die Diskussionen innerhalb der Stadt bestimmten. Genau das will ich jetzt auch tun. Das Thema lautet: Freizeit!

Wie bitte? Freizeit? Das soll wichtig sein? Ja, das soll es. Ungemein wichtig sogar. Natürlich macht es Spaß, seinen Job zu tun und darin auch gut zu sein. Ich selbst habe großen Spaß am Planen und Gestalten – und daran, mir Gedanken zu machen, wie man unsere schöne Stadt immer noch weiter verbessern kann. Das bewegt mich, das treibt mich an. Doch bei aller Freude am Job: Auch ich genieße die Freizeit.

Was wäre das Leben wert, gäbe es nicht auch die unbeschwerten Momente? Was wäre die Arbeit wert, gäbe es nicht Gelegenheit, sie genussvoll zu reflektieren oder auch mal Abstand zu ihr zu nehmen und sie aus der Ferne zu betrachten? Ich will an dieser Stelle nicht über die vieldiskutierte Work-Life-Balance sprechen – also über das Verhältnis von Beruf und Freizeit. Aber eines steht fest: Das eine würde ohne das andere erheblich an Wert verlieren. Und deshalb ist in dieser Kolumne nicht nur Platz für Konjunkturpakete und Haushaltspolitik, sondern auch für die Welt außerhalb der Büros und Tagungsräume. Ganz besonders sogar.

Vielleicht erinnern Sie sich an meine Kolumne zum 160.000. Einwohner. Es war die vorletzte. Dort habe ich darüber nachgedacht, worin unsere Anziehungskraft auf die Menschen begründet sein könnte. Eine Antwort darauf – und es war sicherlich nicht die unwichtigste – hieß Lebensqualität. Sie ist ein entscheidendes Plus unserer Stadt. Und sie erschöpft sich nicht in schöner Bebauung oder in Parks und Gärten. Sie schließt die Freizeitangebote – von Sport bis Kunst und Kultur – mit ein. Oldenburg ist auch deshalb so schön, weil die Menschen hier mit ihrer Zeit viel anzufangen wissen.

Nur ein paar Beispiele für den ganz engen Zeitraum der letzten zwei Wochen: Vom 20. bis 29. März fanden im Staatstheater die 9. Internationalen Tanztage statt. Das waren Darbietungen der Extraklasse mit durchweg internationalem Niveau. Ich habe mir einige Veranstaltungen angesehen – und war begeistert. Völlig zu Recht waren die Aufführungen ausverkauft.

Diejenigen, denen Tanz und Ballett ein wenig zu filigran sind, sind derweil anderswo auf ihre Kosten gekommen. Zum Beispiel im Marschwegstadion, in dem der VfB auf die Meisterschaft zusteuert. Dasselbe tun die Baskets in der EWE Arena – allerdings nicht in der fünften, sondern in der ersten Liga. Derzeit sind sie das beste Team Deutschlands! Der Höhenflug ist spektakulär und verspricht – nein, garantiert – spannende und mitreißende Playoffs! Mit tausenden Oldenburgerinnen und Oldenburgern  freue ich mich darauf.

Ein Stück weiter sind wir schon beim Handball. Am ersten Aprilsonntag gewannen die Damen des VfL den Deutschen Handballpokal 2009 – und holten damit einen wichtigen nationalen Titel nach Oldenburg! Und das im Endspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister! Nach dem Gewinn des  EHF Challenge Cup im vergangenen Jahr gab es nun also gleich den nächsten großen Erfolg. Wobei das nicht das Ende gewesen sein muss. Gewinnen die VfL- Damen die letzten beiden Liga-Spiele, stehen sie auch im Final Four Turnier um die Deutsche Meisterschaft. Wer weiß, was da möglich ist? Ich traue diesem Team einiges zu! Doch egal, wie das ausgeht: Der Pokalsieg ist für die Sportstadt Oldenburg ein strahlendes Glanzlicht! Ich freue mich sehr darüber!

Freizeit muss sich aber nicht unbedingt kategorisieren lassen. Neben Kultur und Sport gibt es noch viel mehr, das nicht so recht in eine Schublade passt – das Leben aber trotzdem ungemein bereichert. Ein gute Beispiel dafür sind unsere Feste und Märkte. Sie sind in Oldenburg wichtige Standortfaktoren. Wer würde schon ernsthaft auf den Kramermarkt, das Stadtfest oder den Lambertimarkt verzichten wollen? Ich nicht! Auch der Frühlingsmarkt von Ostern an bis 19. April hat viele Freunde. Als erster Markt im Jahr gestalten wir ihn zusammen mit den pfiffigen Oldenburger Schaustellern besonders für die ganze Familie attraktiv. Oma, Opa, Mama, Papa, Tante, Onkel und die Kinder und Enkel dürften sich in diesem Jahr ganz besonders vom größten Osternest der Welt angezogen fühlen. Neben Leckerbuden und Fahrgeschäften ist das Gigantennest auf unserem Volksfest gleich neben der Weser-Ems Halle zu besuchen. Viel Vergnügen!

Die Ostertage sind genau die richtige Zeit, um etwas Abstand von der Arbeit zu gewinnen und die Freizeit zu genießen. Wir dürfen uns freuen, dass Oldenburg unzählige Gelegenheiten bietet, genau das zu tun. Das ist einer der Gründe warum unsere Stadt so lebenswert ist. Einer von vielen – und auch hier ganz sicher nicht der unwichtigste!

Ich wünsche Ihnen Frohe Ostertage!

Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister