Kolumne vom 11. Mai 2007

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,

diese Kolumne wäre ziemlich langweilig, wenn es immer nur um Wirtschaft und Politik ginge. Klar ließe sich auch dieses Mal wieder einiges dazu sagen. Es muss aber auch mal Raum für vermeintliche Nebensachen bleiben. Zum Beispiel für die wichtigste der Welt: Fußball!

In sämtlichen Ligen geht es jetzt in die heiße Phase der letzten Spieltage. Schauen wir zunächst mal nach oben: In der Bundesliga ist es in diesem Jahr so spannend wie selten zuvor. Beim Dreikampf um den Titel haben die Bremer – immerhin das Team unserer Metropolregion und sowieso von den Oldenburgern „adoptiert“ – die sympathische Rolle des Außenseiters, der das Feld von hinten aufrollen muss. Und das Schönste daran: Es ist mal nicht der FC Bayern, den man einholen will. Eine angenehme Abwechslung.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich persönlich einem anderen Verfolger die Daumen drücke. Nichts gegen Werder Bremen – aber meine Verbundenheit zum VfB Stuttgart ist stärker. Mit dem Wohnort wechselt man zwar vieles – aber nicht den Fußballverein. Mich würde es deshalb riesig freuen, wenn der VfB den Titel gewinnt – und Werder als Zweiter einen Champions-League-Platz sicher hat! Vielleicht könnten sogar eingefleischte Werderaner damit leben. Schließlich wartet der VfB schon seit 1992 auf einen Titel. Und ansehnlichen Fußball spielt er auch.

Apropos VfB – den gibt es ja auch in Oldenburg. Und genau wie der „große“ befindet sich auch der „kleine“ VfB mitten im Titelkampf. Allerdings müssen wir den Blick dafür (noch) etwas nach unten richten – bis in die fünfte Liga. Seit ein paar Jahren schon krebst der Oldenburger Fußball dort herum. Eigentlich hätte sich das schon im letzten Jahr ändern müssen. Ich bin ziemlich sicher, dass der VfB Oldenburg in der Oberliga eine bessere Figur gemacht hätte als der SV Ramlingen-Ehlershausen (mit 18 Punkten aus 30 Spielen Tabellenletzter). Doch in diesem Jahr wird’s was werden mit dem Aufstieg – da bin ich mir sicher. Ebenso große Chancen wie der VfB hat ja auch noch der VfL – was das Ganze noch viel spannender macht. Da ich aber weiß, dass der VfL auch mit einem weiteren Jahr in der Niedersachsenliga keine Probleme hätte, drücke ich dem VfB die Daumen. Ich hoffe, das ist auch für Fans des VfL okay.

Zwei Dinge dürfen allerdings auf gar keinen Fall passieren: Ein Deutscher Meister aus dem Ruhrpott – und ein Meister der Niedersachsenliga, der nicht aus Oldenburg kommt. Ich gehe aber in beiden Fällen auch nicht davon aus. Man sollte schließlich immer positiv denken. Und deshalb schreibe ich im nächsten Jahr an gleicher Stelle etwas über den Aufstieg des VfB in die neu geschaffene 3. Bundesliga. Das wäre doch was! In diesem Sinne – auf ein spannendes Fußballwochenende!

Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister