Kolumne des Oberbürgermeisters (12. August)

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,

die letzte Kolumne hatte ich noch mit einem „Endlich!“ überschrieben. Endlich Sommerferien, endlich Kultursommer! Das einzige was damals noch fehlte, war die Sonne – und die hat sich mittlerweile ja ausgiebig gezeigt. Alles bestens also. Bis auf die Tatsache vielleicht, dass die Ferien sich dem Ende zuneigen und die Zeit der Schulbänke und Schreibtische wieder beginnt. Aber irgendwas ist ja immer.

Das Ende der Sommerferien bedeutet aber zum Glück nicht zwangsläufig das Ende des Sommers. In den letzten Jahren waren es ja die Herbstmonate, die Juli und August in Sachen Sonnenstunden meilenweit hinter sich ließen. Wir dürfen uns also noch auf viele schöne Tage freuen. Und wenn ich gerade so aus dem Fenster schaue – wolkenloser Himmel, strahlender Sonnenschein, 29 Grad Celsius – dann muss man sich gar nicht mit der Zukunft trösten. Die Gegenwart ist schön genug!

Und sowieso gilt: Egal welche Jahreszeit, egal welches Wetter – Oldenburg hat immer was zu bieten. Was mir ganz spontan einfällt: Die fabelhaften Museen! Die sollte man auch im Hochsommer nicht vergessen. Beziehungsweise: Gerade dann nicht. Wer seine Museumsbesuche antizyklisch plant, hat nämlich mehr davon. Wenn draußen die Sonne brennt, ist es dort angenehm kühl. Und wenn Großteile der Bevölkerung am Strand liegen, hat man mehr Platz und Ruhe. Ich hatte das Vergnügen leider selbst noch nicht – aber ich stell mir das sehr angenehm vor.

Neben diesen eher praktischen Vorteilen, gibt es natürlich noch andere Gründe, unsere Museen zu besuchen. Ihre Qualität ist wirklich bemerkenswert. Wir müssen uns hinter keiner Stadt unserer Größenordnung verstecken. Hinter einigen größeren übrigens auch nicht. Schade ist nur, dass der Prophet im eigenen Lande nicht viel gilt – und die Oldenburger Museen in dieser Hinsicht keine Ausnahme machen. Weit gereiste Touristen kennen unsere Häuser manchmal besser als die direkten Nachbarn. Deswegen mein Tipp: Besuchen Sie unsere Museen. Auch – oder gerade – im Sommer.

Wenn Sie trotzdem lieber Sonne als Kultur tanken, kann ich das natürlich auch verstehen. Schließlich zeigt sich Oldenburg im Sommer von seiner schönsten Seite. Besonders reizvoll sind die lauen Sommerabende, an denen man lange draußen sitzen kann. Ganz egal, ob im heimischen Garten, vor einem der Cafés in der Innenstadt oder an einem anderen schönen Plätzchen – der beinahe mediterrane Charme unserer Stadt ist in diesen Momenten kaum zu überbieten.

Man kann diese schönen Abende wunderbar zur Erholung nutzen. Schließlich braucht man bald seine gesamte Kondition, um den Oldenburger Veranstaltungsmarathon im Spätsommer zu schaffen. Abgesehen davon, dass es am 7. September tatsächlich den 1. Oldenburger Marathon zu bewältigen gibt, ist der Kalender auch sonst prall gefüllt. Mehr als prall, um genau zu sein.

Zu den alljährlichen Highlights Stadtfest (28. bis 30 August), Filmfest (10. bis 14. September) und Weinfest (12. bis 14. September) kommt in diesem Jahr noch etwas anderes dazu: die 900-Jahr Feier (6. bis 14. September). Am 14. September kommt es also zu einer Art „Finale Grande“ in Oldenburg: Gleich drei Großveranstaltungen feiern dann ihren Abschluss. Noch dazu kommt der Tag des Pferdes auf dem – ja, richtig – Pferdemarkt. Und der Tag des offenen Denkmals findet auch noch statt.

Diese Ballung wurde mitunter kritisch gesehen. Vielleicht haben Sie den Beitrag in der NWZ gelesen. Zugegeben: Perfekt ist das natürlich nicht. Aber – ich wiederhole mich – irgendwas ist ja immer.

Im Grunde ist das Jammern auf hohem Niveau. Schließlich finden sämtliche Veranstaltungen in einem Radius von 500 Metern rund um den Lappan statt. Bequemer geht’s kaum. Mir ist diese Konstellation jedenfalls lieber, als wäre gar nichts los. So hat man einen guten Grund, sich einmal richtig ins Getümmel zu stürzen.

Also, seien Sie dabei! Ich lade Sie alle herzlich dazu ein!

Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister