Kolumne vom 15. Dezember 2006

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,

die Diskussion über das geplante Einkaufszentrum auf dem Hallenbadareal bewegt Oldenburg wie kaum ein anderes Thema. Es gibt Befürworter des Projektes ebenso wie Gegner. Beide Seiten haben gute Argumente für ihren Standpunkt und beide wähnen sich im Recht. Eine Lösung dürfte allerdings – wie so häufig – eher zwischen den Extremen zu finden sein.

Ein solcher Konsens war lange nicht in Sicht. Zumindest nicht, bis vor einigen Tagen ein vermeintlicher Kompromiss mit dem Investor ECE erreicht war, der den Bau einer Einkaufsgalerie mit 12.900 m² Gesamtnutzfläche vorsah. Jedoch hielten die letztlich eingereichten Pläne der ECE nicht, was wir uns davon versprochen hatten. Im Grunde stellten sich die neuen Vorschläge – trotz des attraktiveren Namens „Schlosshöfe“ – als das alte Center minus einiger Meter nach oben und in Richtung Schloss. Davon abgesehen bewies sich die Namensänderung allerdings leider als eine reine Umetikettierung.

Es war und ist mein erklärtes Ziel, eine überdimensionierte ECE-Konsumwelt auf dem Hallenbadareal zu verhindern. Vielmehr muss es darum gehen, die City durch ein maßvolles Projekt attraktiver zu machen, ohne dabei das sensible innerstädtische Gefüge und das historische Stadtbild zu beschädigen. Auf dem Weg dorthin schienen wir gemeinsam mit der ECE einige wichtige Schritte gegangen zu sein – bevor es schließlich doch zurück auf „Los“ ging.

Natürlich gleicht eine verträgliche Lösung, die individuelle Interessen der Stadt und des Investors gleichermaßen berücksichtigt, der Quadratur des Kreises. Doch ohne ambitionierte Ziele gibt es auch keine großen Taten. Niemandem ist damit geholfen, wenn man sich nun auf Blockadehaltungen zurückzieht und „verbrannte Erde“ hinterlässt. Nach wie vor ist mir daran gelegen, eine sinnvolle und bereichernde Bebauung auf dem Areal zu realisieren. Meine Tür ist für Investoren immer offen. Allerdings dient der runde Tisch im Rathaus für Verhandlungen – darüber ziehen lasse ich mich nicht.

Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister