Kolumne vom 26.2.07

Liebe Oldenburgerinnen, liebe Oldenburger,

bevor ich im Dezember mit dieser Kolumne online ging, hatte ich mich ein wenig umgehört. Nicht alle hielten das für eine gute Idee. Die Möglichkeit, sich über das Internet an die Bevölkerung zu wenden und damit mehr Bürgernähe und Transparenz zu schaffen, wurde zwar überall begrüßt. Allerdings gab es Zweifel, ob es für eine wöchentliche Kolumne genügend Material geben würde.

Man hätte nicht weiter daneben liegen können! Nicht genügend Material? Ich würde eher sagen: Viel zu viel! Mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich täglich eine Kolumne schreiben könnte – wenn dafür Zeit bliebe. Es gäbe so vieles zu berichten und zu erzählen. Allerdings bin ich nicht zum Stadtschreiber gewählt worden, sondern zum Oberbürgermeister. Statt vieler Worte sind viele Taten gefragt – was mir aber mindestens ebenso sehr behagt.

In dieser Woche stehen einige wichtige Sitzungen im Mittelpunkt. Ich weiß, das klingt nicht sehr spannend. Ist es aber! Denn dort – in den Sitzungen der Ausschüsse und des Rates – werden aus Plänen und Vorschlägen der Verwaltung schließlich handfeste Beschlüsse. Dabei ändern sie sozusagen ihren Aggregatzustand von Fiktion in Realität. Gleich zu Beginn der Woche tagen Verwaltungsausschuss und Rat – bevor dann am Donnerstag eine Art inoffizieller Höhepunkt folgt: Im Ausschuss für Stadtplanung und Bauen sollen die Pläne für die Schlosshöfe erstmals vorgestellt werden. Darauf haben viele Oldenburgerinnen und Oldenburger gespannt gewartet. Ich zähle mich auch dazu.

Umso schmerzhafter ist es für mich, dass ich bei diesem Termin leider nicht dabei sein kann. Ich werde zu diesem Zeitpunkt wegen eines kleineren aber unaufschiebbaren Eingriffs einen Krankenhausaufenthalt haben, der mir eine Teilnahme unmöglich macht. Nachdem der Themenkomplex Schlosshöfe die ersten Wochen meiner Amtszeit so maßgeblich geprägt hat (was noch zurückhaltend ausgedrückt ist), wäre ich bei der Vorstellung der Neuentwürfe natürlich gern dabei gewesen.

Dieses eigentlich „geerbte“ Projekt ist mittlerweile zu einem geworden, das mir auch persönlich wichtig ist. In ihrer neuen Gestalt und Dimension stehe ich zu den Schlosshöfen – und würde ihre Vorzüge nur zu gerne auch vor Publikum erläutern. Ich habe mich eben dabei ertappt, wie ich mir in Gedanken schon ein paar Worte zurechtgelegt habe. Doch wie gesagt – diese Woche wird das leider nichts. Zum Glück habe ich dazu aber an anderer Stelle Gelegenheit.

Am 14.03. im AGO und am 22.03 im PFL werden Bürgerforen stattfinden, zu denen Sie alle herzlich eingeladen sind. Dort soll über die Pläne – und die Möglichkeiten, die sie bieten – diskutiert werden. Vorschläge und Anregungen sind willkommen – je konstruktiver, desto besser! Ich freue mich sehr auf die Ideen aus der Bevölkerung, auch wenn die Einflussmöglichkeiten natürlich irgendwo ihre sachlichen Grenzen finden. Manchmal ist es aber sehr hilfreich, die Scheuklappen der Fachkunde beiseite zu lassen und stattdessen ganz einfach den Bauch sprechen zu lassen. Ich verspreche Ihnen: Ich werde genau hinhören. 

Ihr Gerd Schwandner
Oberbürgermeister