Kolumne vom 7. Dezember 2011

Liebe Oldenburgerinnen und Oldenburger,

ich bin sicher, Sie haben es bemerkt: An dieser Stelle hat es lange keinen neuen Text gegeben. Die letzte Kolumne datiert vom 17. Oktober. Das ist fast zwei Monate her. Das ist eine lange Zeit. Für ein digitales Medium ist es eine Ewigkeit.

Was war los?

Wir haben uns intern Gedanken gemacht, ob wir diese Form der Ansprache fortführen wollen. Wir haben uns überlegt, ob diese Kolumne ihren Sinn und Zweck erfüllt, oder ob Aufwand und Ertrag eventuell in einem Missverhältnis stehen. Wir wollen schließlich nichts machen, weil wir es schon immer so gemacht haben. Wir wollen ausschließlich das tun, was Sinn und Verstand hat – und was Oldenburg weiterhilft.

Nun stand also diese Kolumne auf dem Prüfstand. Und wie ist sie ausgefallen, diese Prüfung? In einem Wort: positiv. Die – normalerweise zwei- bis dreiwöchentliche – Kolumne bedeutet natürlich einen gewissen zeitlichen Aufwand. Er ist aber nicht so groß, dass er mich von irgendetwas anderem – wichtigerem – abhalten würde. Mehr dazu im Postskriptum.

Die sachlichen Gründe sprechen für die Kolumne. Ich denke, es ist wichtig, neben den üblichen Medien und Kanälen einen Kommunikationskanal zu haben, der ungefiltert wiedergibt, was ich denke und was die Verwaltung bewegt. Hier mache ich immer wieder auf Dinge und Entwicklungen aufmerksam, die ansonsten vielleicht unbemerkt geblieben wären. Außerdem liefere ich einen zusätzlichen Blickwinkel auf tagesaktuelle Themen. Ich erwarte nicht, dass Sie, die Leserinnen und Leser, meine Darstellungen 1:1 übernehmen. Im Gegenteil, an diesen Texten darf man sich „reiben“, man darf sie hinterfragen und man darf auch zu gegenteiligen Schlüssen kommen. Mir ist es aber wichtig, die Perspektive der Stadt aufzuzeigen und verständlich zu machen. Wir – als Verwaltung – agieren in einem sehr heterogenen Umfeld mit vielen widerstreitenden Interessen. Das müssen wir erklären und vermitteln. Wenn es mir gelingt, unsere Beweggründe an dieser Stelle nachvollziehbar darzulegen, dann hätte sich der Aufwand schon gelohnt.

Übrigens werde ich immer wieder von Neubürgerinnen und Neubürgern auf diese Kolumne angesprochen. Mir war das gar nicht bewusst – aber vor allem dann, wenn man sich im Internet über Oldenburg informiert, landet man schnell hier. Und der Tenor der Rückmeldungen ist ausgesprochen positiv. Offensichtlich ist es in anderen Städten (noch) nicht selbstverständlich, dass der OB den direkten Kontakt zur Bevölkerung sucht. Mir ist das aber wichtig. Schließlich sind die Bürgerinnen und Bürger unsere Auftrag- und Arbeitgeber. Und die informiert man gewöhnlich darüber, was man so tut. Das werde ich weiterhin tun.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Kolumne bleibt. Und in Zukunft erscheint sie wieder regelmäßig.

Ihr
Gerd Schwandner
Oberbürgermeister

P.S. Beginn des Textes 19.11 Uhr. Abschluss: 19.34 Uhr. Zeitaufwand: 23 Minuten.