Die Jahre 1981 – 1986

Carl-von-Ossietzky-Preis.
1981 wird von der Stadt Oldenburg der Carl-von-Ossietzky-Preis » für Zeitgeschichte und Politik geschaffen. Dieser würdigt einzelne Arbeiten, Gesamtwerke oder Personen, die sich in herausragender Weise mit dem Leben und Werk Carl von Ossietzkys oder mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinandersetzen. Der Preis wird alle zwei Jahre am 4. Mai, dem Todestag des Friedensnobelpreisträgers Carl von Ossietzky vergeben, erstmals im Jahr 1984.

Hochwasserschutz für Oldenburg.
Im Januar 1982 wird das Schöpfwerk mit Siel am Stautorplatz in Betrieb genommen. Das Schöpfwerk macht die Haarenniederung von Ebbe und Flut unabhängig, reguliert den Wasserstand der Haaren und schließt die letzte Lücke im Hochwasserschutz für das Oldenburger Stadtgebiet. Überflutungen wie in den Jahren 1960, 1962 und 1976, von denen besonders das Bahnhofs- und Hafenviertel sowie der Stadtwesten betroffen waren, wird das Schöpfwerk zukünftig verhindern.

Gewerbegebiet Osthafen wird ausgewiesen.
Im Oktober 1982 beginnen die Umbauarbeiten der Grünflächen zwischen Blankenburger Holz und Hunte zum Gewerbe- und Industriegebiet Osthafen. Oberstadtdirektor Heiko Wandscher bezeichnete dieses Vorhaben als existenznotwendig und zukunftsweisend. Der Ausbau des Gewerbegebietes Osthafen sichert nicht nur kurzfristig Arbeitsplätzen, sondern sollte vor allem langfristig Arbeitsplätze schaffen durch die Neuansiedlung von Betrieben.

Buchdruckerei Stalling geht in Konkurs.
Die 1789 gegründete traditionsreiche Oldenburger Buchdruckerei Stalling AG mit rund 500 Mitarbeitern geht am 30. November 1982 in Konkurs. Zu den bedeutenden Druckaufträgen gehörte rund drei Jahrzehnte die Brockhaus-Lexika-Produktion. Teile des Verlagsprogramms gehen im neu gegründeten Lappan-Verlag auf. Aus der ehemaligen technischen Abteilung des Stalling-Verlages wird die Neue Stalling GmbH & Co KG, die sich seit dem auf das rein technische Herstellen von Büchern konzentrierte.

Oldenburger Glashütte schließt.
Die Gerresheimer Glas AG schließt am 31. Mai 1983 das Oldenburger Zweigwerk, die Oldenburger Glashütte in Osterburg, und 424 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Rat und Verwaltung hatten Anfang 1983 versucht, den Konzern von seinen Schließungsplänen abzubringen. Dennoch scheiterte das Vorhaben, eine Delegation bestehend aus Oberbürgermeister und Oberstadtdirektor und einer neu gebildeten Bürgerinitiative zur Aufsichtsratssitzung nach München zu schicken an einer Entscheidung des Verwaltungsausschusses.

Infanteriekaserne wird „Neues Rathaus“.
Am 28. Dezember 1983 ziehen Teile der Stadtverwaltung in das Neue Rathaus am Pferdemarkt 14 ein. Die ehemalige Infanteriekaserne war zuvor gründlich saniert worden und wird heute als Beispiel für die zivile Nutzung von militärischen Anlagen hervorgehoben. Die Kaserne stammt aus dem Jahr 1835 und wurde durch die Baumeister Slevogt und Strack geprägt. Damals hatten die Befestigungsanlagen des Wallrings ihren Zweck verloren, die Stadt war längst über den Ring hinaus gewachsen und die herzoglichen Truppen wurden zum Pferdemarkt verlegt. Nach 1945 war das Gebäude Flüchtlingsunterkunft, Domizil des Versorgungsamtes und Außenstelle der Marktverwaltung gewesen.

Städtische Kliniken ziehen nach Kreyenbrück um.
1984 wird der Neubau der städtischen Kliniken in Kreyenbrück fertig gestellt und am 4. Juli eingeweiht. Damit zogen die letzten medizinischen Abteilungen des Peter-Friedrich-Ludwig Hospitals in der Peterstraße nach Kreyenbrück um. Die alten Gebäude der städtischen Kliniken Kreyenbrück waren ehemals das Standort-Lazarett Kreyenbrück. Es wurde 1936 gegründet und 1953 von der Stadt Oldenburg übernommen. Seit dem begann der Ausbau zum städtischen Krankenhaus. In dem ehemaligen Städtischen Krankenhaus, dem Peter-Friedrich-Ludwig Hospital, entsteht ein Städtisches Kulturzentrum.

Intercity-Züge rollen erstmals nach Oldenburg.
Am 2. Juni 1985 wird Oldenburg an das Intercity-Netz der Bundesbahn angeschlossen. Zahlreiche Vertreter aus Stadt und Region, Wissenschaft und Wirtschaft hatten sich um den IC-Anschluß Oldenburgs bemüht. Der Nordwesten und die Region Weser-Ems solle nicht auf’s „tote Gleis“ geschoben werden, sondern eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Infrastruktur der Verkehrswege bieten.

Pferdemarkt wird saniert.
Das Sanierungsvorhaben Johannisviertel/Pferdemarkt beginnt 1986. Das gesamte Planungsgebiet wird im westlichen Bereich von 91er Straße, Ziegelhofstraße, Humboldstraße bis Getrudenfriedhof/Alexanderstraße begrenzt. Zum Osten hin umfasst es die Bereiche Lindenstraße, Milchstraße und die Donnerschweer Straße. Im Johannisviertel sind Neubauten und der Ausbau von Straßen vorgesehen. Als weiterer Schwerpunkt wird der Pferdemarkt umgestaltet.

Neues Forum für Kultur.
Am 4. April 1986 öffnet an der Bahnhofstraße die Kulturetage auf Initiative einer 1984 gegründeten Kulturkooperative. Mehrere Kulturgruppen hatten sich zu diesem kultur- und theaterpädagogischen Zentrum zusammengeschlossen. Dadurch entsteht ein Forum für den internationalen Kulturaustausch, das heute weit über Oldenburg hinaus bekannt ist.

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