Die Jahre 1996 – 2001

Stadtverwaltung wird „eingleisig“.
1996 wird die Niedersächsische Gemeindeordnung reformiert. Die bis dahin geltende Zweigleisigkeit zwischen Politik und Verwaltung wird aufgehoben. Damit wird das Nebeneinander des ehrenamtlichen Oberbürgermeisters und des hauptamtlichen Oberstadtdirektors beendet und in Zukunft steht alleine der gewählte Oberbürgermeister an der Spitze der Kommune.

City-Management Oldenburg.
Am 30. Juni 1997 wird das City-Management Oldenburg (CMO) gegründet. Das CMO hat sich dem Ziel verschrieben, die Oldenburger Innenstadt noch lebendiger zu gestalten und Oldenburg mit seinem Charme und seinen Stärken nach außen zu präsentieren.

Brands-Werft geht in Konkurs.
11. August 1997: Die Oldenburger Brands Werft stellt nach über einhundert Jahren ihren Betrieb ein. Das bedeutet das Ende der Schiffsbautradition in der Stadt Oldenburg. Mehr als 250 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Das Werftgelände befand sich zunächst „Am Stau“ am linken Ufer der Hunte etwas oberhalb der heutigen Eisenbahnbrücke. 1917 wurde die Werft etwas weiter flussabwärts auf die andere Seite der Hunte verlegt.

Brand im AGO.
Am 3. März 1998 zerstört ein verheerender Brand die oberen Räume und das Dach des Alten Gymnasiums, der ältesten Schule Oldenburgs. Ausgelöst wird der Brand durch ein defektes Kabel in der Decke zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoss. Mitte November 1998 beginnen die Sanierungsarbeiten. Die historische Aula mit ihren Wandmalereien und der pseudogotischen Deckentäfelung ist seit 2001 wiederhergestellt.

Orkan verwüstet die Stadt.
Am 6. Juni 1998 fegt rund zehn Minuten lang ein Orkan mit heftigem Regen über Teile der Stadt und hinterlässt wüste Zerstörungen. Fast 700 große Bäume werden entwurzelt und beschädigen Häuserfronten, Autos und Straßen. Etwa 1,7 Millionen DM Schaden richtet der Sturm in wenigen Minuten an.

Der Dalai Lama kommt.
Am 2. und 3. November 1998 besucht der Dalai Lama Oldenburg. Er folgt damit einer Einladung der Stadt. Begleitend gibt es ein umfangreiches Programm mit Vorträgen und Filmen und anderen Kulturveranstaltungen. Zu den Referenten gehört auch Eugen Drewermann. Die Grußbotschaft des Dalai Lama beim Empfang der Stadt im Alten Rathaus an die Oldenburger enthält als Kernaussage den Satz: „Die Ursache für Glück und Zufriedenheit liegt in uns selbst; nicht äußere Dinge, nicht das Geld entscheiden darüber, ob wir Glück und Zufriedenheit erlangen.“

Hindenburgkaserne wird neu erschlossen.
Seit 1999 wurde das Gelände der früheren Hindenburgkaserne an der Cloppenburger Straße durch eine private Erschließungsgesellschaft neu bebaut. Im Nordwesten zum Osternburger Kanal entstehen Einfamilienhäuser, im Mittelteil zur Cloppenburger Straße, zum Teil in den alten Kasernenbauten, wird Gewerbe angesiedelt, darunter der Hauptsitz der Telefonfirma EWE Tel. Im Süden beginnt 1997 der Bau einer neuen Justizvollzugsanstalt.

Haus für Medienkunst.
Das Edith-Ruß-Haus für Medienkunst wird am 22. Januar 2000 an der Katharinenstraße eröffnet. Damit besitzt die Stadt Oldenburg in der Landschaft der zeitgenössischen Kunst eine Rarität: Ein Haus, das allein der Kunst mit Neuen Medien gewidmet ist. Die Oldenburger Studienrätin Edith Ruß (22. Januar 1919 bis 18. Juli 1993) hatte in einer Stiftung der Stadt Oldenburg ihr Vermögen vermacht mit der Auflage, ein Haus „für die Künste“ zu errichten.

„Oldenburger Stern“ beginnt zu leuchten.
Am 9. Juli 2000 wird der Zentrale Omnibusbahnhof drei Jahre nach der Grundsteinlegung eingeweiht. Der so genannte „Oldenburger Stern“ an der Nordseite des Bahnhofs bündelt die Verkehrsströme von Bahn, Bus und Individualverkehr. Die unmittelbar östlich des Hauptbahnhofs vollendete Straßenunterführung schafft Anbindung der bisher durch die Bahnanlagen getrennten Bereiche nördlich und südlich des Hauptbahnhofs.

Horst-Janssen-Museum.
Am 13. November 2000 öffnet das Horst-Janssen-Museum in Nachbarschaft des Stadtmuseums erstmals seine Türen. Grundlage für das Museum war die „Claus-Hüppe-Stiftung“, eine Gemäldesammlung von 1.800 Werken des Grafikers. Der 1929 geborene Grafiker und Zeichner Janssen wuchs in Oldenburg auf und blieb seiner Heimat stets eng verbunden. 1992 wurde ihm die Oldenburger Ehrenbürgerwürde verliehen.

Verwaltungsreform.
Zum Jahreswechsel 2000/2001 tritt die Verwaltungsreform in Oldenburg in ihre entscheidende Phase. Die Stadtverwaltung wird neu strukturiert und in Geschäftsbereiche, Fachbereiche und Fachdienste gegliedert. Steuerungs- und Serviceaufgaben werden getrennt. Ziel ist eine höhere Effektivität und mehr Bürgernähe.

Neue JVA in Oldenburg.
Anfang 2001 wird die neue Justizvollzugsanstalt (JVA) Oldenburg auf einem Teilstück der ehemaligen Hindenburg-Kaserne im Stadtteil Kreyenbrück in Betrieb genommen. Zwei Gebäudeteile (die Sporthallen) der ehemaligen Kaserne wurden in den neuen Gebäudekomplex integriert. So wurde eine Sporthalle als Arbeitsstätte/Werkhalle umgebaut. Die dort entstandenen Arbeitsplätze sorgen für eine Beschäftigung der Inhaftierten. Der Produktionsgewinn, unter anderem der Tischlerei und der Schlosserei der Anstalt, fließt in den Landeshaushalt ein. Die Anstalt verfügt über 317 Haftplätze.

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