Die Jahre 1956 – 1981

Oldenburger Straßennetz wird neu geplant.
Das Wohnungsbauproblem war in den 1960er Jahren weitestgehend gelöst. Als neues Problem trat das ständig zunehmende Verkehrsaufkommen zutage und der kommunale Aufgabenschwerpunkt verlagerte sich. Besonders das Straßennetz der Innenstadt war völlig überlastet. Autos, Lieferfahrzeuge und Busse drängten sich neben Fahrradfahrern und Fußgängern durch die engen Straßen und die Zahl der Verkehrunfälle hatte beträchtlich zugenommen. So begann die Stadtverwaltung mit Plänen für eine Sperrung der Innenstadt für den gesamten Kraftverkehr. Die Hauptverkehrslast sollte um die Innenstadt, über die Wälle und die Staulinie verlegt werden.

Eisenbahn am Pferdemarkt rollt zukünftig über Brücke.
Auch die Verkehrsführung am Pferdemarkt stellte die Stadtplaner vor eine neue Herausforderung. Der Autoverkehr hatte hier im letzten Jahrzehnt immens zugenommen und die Bahnübergänge am Pferdemarkt blockierten den Verkehrsfluss erheblich. 1963 wurden die Verträge über eine Bahnhochlegung am Pferdemarkt geschlossen und 1966 war das Projekt verwirklicht. Der Eisenbahnverkehr vom Bahnhof über den Pferdemarkt verlief nun über eine 300 Meter lange Brücke und die Bahnschranken am Pferdemarkt gehörten zur Vergangenheit. Der Ausbau der Verkehrswege wurde in den 70er Jahren fortgesetzt und Oldenburg wurde an das Autobahnnetz angeschlossen.

Oldenburg bekommt erste Fußgängerzone.
Die Stadt Oldenburg entwickelte sich zu einem Einkaufszentrum und zahlreiche Kaufhäuser richteten in der Innenstadt Filialen ein. Eine Fußgängerzone im gesamten Innenstadtbereich war etwas Neues und Befremdliches, bekannt waren aus anderen Großstädten allenfalls einzelne Fußgängerbereiche. Einwände kamen vor allem von der ansässigen Buslinie Pekol und von vereinzelten Kaufleuten. Nach jahrelangen Diskussionen in politischen Gremien setzte die Stadt Oldenburg ihr Vorhaben um und Oldenburg bekam eine Einkaufs-City ohne störenden Großstadtverkehr. Am 1. August 1967 eröffnete Oberbürgermeister Fleischer die Oldenburger Fußgängerzone. Mit dieser Fußgängerzone hatte Oldenburg Vorreiterfunktion in Deutschland und bald folgten andere Großstädte diesem Vorbild.

Neues Rathaus.
Mitte der 60er Jahre begann die Diskussion um den Bau einen Neuen Rathauses. Hitzig wurde innerhalb der Stadtverwaltung die Frage um den Standort diskutiert, schließlich einigte man sich auf die Ecke zwischen Gartenstraße und Theaterwall. Der Neubau wurde jahrelang aus finanziellen Gründen vertagt und letztlich nicht verwirklicht. Inzwischen wird die ehemalige Infanteriekaserne am Pferdemarkt, die einige Dezernate und Ämter der Stadtverwaltung beherbergt, als Neues Rathaus bezeichnet.

Straßenbaupläne scheitern an Bürgerinitiative.
Der Ausbau der Verkehrswege in den sechziger und siebziger Jahren hatte zuweilen wenig Rücksicht auf das historische Stadtbild genommen. Als 1972 mit dem Bebauungsplan 164 große Teile des Schlossgartens einer Trasse geopfert und das Dobbenviertel durch eine Schnellstraße geteilt werden sollte, regten sich massive Proteste der Oldenburger Einwohner. Bürgerinitiativen liefen Sturm und schließlich hob der Stadtrat 1974 die Bebauungspläne wieder auf. Erstmals scheitert in Oldenburg eine politische Entscheidung am Druck von Bürgerinitiativen.

Wirtschaftsförderung.
Die Stadt Oldenburg versprach in den siebziger Jahren eine Politik der Wirtschaftsförderung. Städtische Investitionshilfen, Zuschüsse für Betriebserrichtungen und steuerliche Vergünstigungen sollten Unternehmen von außerhalb anlocken. Die Zahl der Betriebe mit über 100 Beschäftigten vergrößerte sich in den Jahren von 1970 bis 1987 von 91 auf 120. Die Zahl der Kleinbetriebe wuchs in diesem Zeitraum  von 4.694 auf 5.225 an. Großbetriebe mit über 500 Beschäftigten blieben nach wie vor rar in Oldenburg.

Oldenburg wird Universitätsstadt.
Eine neue Herausforderung an die Stadtentwicklung Oldenburgs war die Gründung einer Universität. Bereits am 23. Februar 1959 hatte der Stadtrat unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Hans Fleischer den Beschluss gefasst, in Oldenburg eine Universität einzurichten. Das Land Niedersachsen setzte eine Sachverständigenkommission ein und am 13. März 1970 gab die Landesregierung mit der „Denkschrift zur Gründung der Universitäten Oldenburg und Osnabrück“ den Startschuss für die neue Oldenburger Uni. 1974 wurde der Lehrbetrieb der Universität an der Haarenniederung mit 2 400 Studierenden aufgenommen. Umstritten war zunächst die Namensgebung, den offiziellen Namen Carl-von-Ossieztky-Universität trägt die Oldenburger Universität erst seit 1991.

Beliebteste Großstadt Deutschlands.
Ende des Jahres 1979 gibt es für die Oldenburger eine angenehme Überraschung. Oldenburg wurde in einer Umfrage der Illustrierten „Bunte“ und von Meinungsforschungsinstituten als die beliebteste Großstadt Deutschlands ermittelt.

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