Bedarfe der Betriebe bei Kinderbetreuung sehr individuell

Die Stadt Oldenburg ist im Bereich der betrieblichen Kindertagesbetreuung bereits sehr gut aufgestellt. Zu diesem Ergebnis kommt die Bedarfsabfrage der Wirtschaftsförderung Stadt Oldenburg und des Amtes für Jugend, Familie und Schule bei kleineren und größeren Oldenburger Unternehmen. Eine weitere Erkenntnis: Die Bedarfe der Unternehmen beim Thema Kindertagesbetreuung sind individuell ausgeprägt und erfordern individuelle Lösungen. Allgemeine Lösungskonzepte führen nicht zum Ziel.

Zahlen
Mehr als 500 Unternehmen wurden im September 2013 angeschrieben. Bis zum Umfrageschluss Ende Oktober hatten 111 geantwortet (22 Prozent), davon 75 kleinere mit weniger als 100 Beschäftigten und 36 größere Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten. Im Rahmen einer vorgeschalteten Auftaktveranstaltung kam dem Thema eine besondere Aufmerksamkeit zu. Bei den kleineren Unternehmen gaben 22 an, einen Bedarf an Kindertagesbetreuung zu haben, bei den größeren waren es 18. Am häufigsten wurde der Bedarf für Kinder unter drei Jahren benannt. 61 Unternehmen hatten entweder keinen Bedarf oder hatten bereits entsprechende Maßnahmen getroffen.

Bereitschaft zum Engagement
Erfreulich dabei: Selbst Unternehmen, die aktuell keinen Bedarf haben, wären bereit, sich für die Entwicklung eines Betreuungskonzeptes zu engagieren. 26 kleinere Unternehmen und sechs größere Unternehmen wären sogar bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. „Dies zeigt, dass die Oldenburger Wirtschaft bei diesem Thema sehr zukunftsorientiert aufgestellt ist“, betont Klaus Wegling, Leiter der Wirtschaftsförderung Stadt Oldenburg. „Es setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass familienfreundliche Maßnahmen in den Betrieben ein wichtiges Steuerungsinstrument bei der Suche nach kompetenten Fachkräften sind“, so Wegling weiter.

Städtische Impulse
Bereits seit 2007 gehört die Förderung der „Familienfreundlichkeit in Unternehmen“ zu den festen Aufgaben der Wirtschaftsförderung. Mit unterschiedlichen Aktivitäten, wie zum Beispiel der Verleihung des OLLY, und einem breiten Beratungs-, Informations- und Netzwerkangebot engagiert sich die Wirtschaftsförderung für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dieses Engagement hat sich ausgezahlt: Die städtischen Initiativen hatten eine impulsgebende Wirkung und haben zu einer Erhöhung betrieblicher Betreuungsangebote geführt. Und die Betriebe bleiben am Ball: Die Bedarfsabfrage zeigt, dass weitere Unternehmen bereit sind, sich dafür zu engagieren.

Individuelle Bedürfnisse
Insbesondere die Frage nach dem zeitlichen Betreuungsbedarf wurde bei der unterschiedlichen Art der Betriebe und der Beschäftigungszeiten sehr verschieden beantwortet. Angegeben wurden zum Beispiel Zeiten am Vormittag, vom Vor- bis zum Nachmittag, Ganztagsbetreuung über zwölf Stunden, ab 6 Uhr, über 17 Uhr hinaus, montags bis freitags, zum Teil auch für samstags und sonntags. 20 kleinere sowie 19 größere Unternehmen haben Interesse an einer Kooperation zur Einrichtung einer Großtagespflegestelle bekundet. Die Angaben zu den Örtlichkeiten bezogen sich fast immer auf die Nähe zum Betrieb. Verstärkt genannt wurden insbesondere die Bereiche Innenstadt, Wechloy/Uni-Nähe, Tweelbäke/Osternburg/Kreyenbrück.

Intensivere Beratung
Ziel der Bedarfsabfrage war, die Unternehmen in der betrieblichen Kindertagesbetreuung noch besser unterstützen und beraten zu können. Die Ergebnisse dienen der Wirtschaftsförderung und dem Amt für Jugend, Familie und Schule dazu, das Beratungsangebot systematisch zu intensivieren. Erste Maßnahmen werden sein: Treffen von interessierten Unternehmen, um mögliche Kooperationen zu starten oder individuelle Lösungen zu finden. Insbesondere kleinere Unternehmen werden von betriebsübergreifenden Projekten profitieren können. Im Rahmen der Beratungsgespräche werden auch finanzielle Fördermöglichkeiten vorgestellt.

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