Stabiler Umschlag im Oldenburger Hafen 2017

Der Umschlag im Schiffs- und Bahnverkehr hat im Jahr 2017 nach Angaben des Eigenbetriebs Hafen der Stadt Oldenburg im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 0,29 Prozent verzeichnet. Der Gesamtumschlag im Hafen Oldenburg lag 2017 bei 1.058.533 Tonnen. Im Jahr 2016 waren es 1.055.524 Tonnen. Dabei ging der Umschlag in der Gütergruppe „Getreide und Futtermittel“ zurück, wogegen die Mengen bei den Gütergruppen „Baustoffe“ und „Düngemittel“ angestiegen sind.

Stimmen zur Hafen-Bilanz 2017
„Der Einbruch bei den Futtermitteln, der auch in anderen nordwestdeutschen Häfen zu beobachten ist, hat seine Ursache zum einen in der Geflügelgrippe in der ersten Hälfte des Jahres 2017. Dies sorgte für eine geringere Nachfrage nach Tierfutter in der Region. Zum anderen fiel die Sojaernte in Brasilien letztes Jahr deutlich schlechter aus. Die macht aber einen großen Teil der Umschlagmengen für Futtermittel in den Oldenburger Häfen der Gruppe aus. Stattdessen wurde vermehrt indisches Soja importiert, das nicht über die Läger an der Dalbenstraße und den Osthafen verteilt wurde. Beide Effekte sind einmalig und temporär, sodass wir für das laufende Jahr wieder mit höheren Mengen auch bei den Futtermitteln rechnen“, sagt Nico Steudel, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Rhein-Umschlag.

Auch Heinrich Bruns, Geschäftsführer der AGRAVIS Oldenburg, beurteilt die Entwicklung in dieser Gütergruppe in ähnlicher Weise. „Die Mindermengen der AGRAVIS in der Gütergruppe „Getreide und Futtermittel“ im Oldenburger Hafen resultieren in erster Linie aus der Geflügelgrippe in den ersten Monaten 2017. Hier fehlt dann ein Hafenumschlag in der Größenordnung von etwa 20.000 Tonnen. Die marktbedingten Warenströme aus dem Inland per Lkw gingen zusätzlich zu Lasten der Getreideanlieferungen per Schiff. Bei normalem Geschäft in 2018 ohne seuchenbedingte Zwischenfälle (Geflügelgrippe, Afrikanische Schweinepest) sollten die Produktionsmengen wieder deutlich ansteigen.“

„Ursache für den Anstieg bei den Baustoffen ist der anhaltende Bauboom in der Region, der für eine weiterhin hohe Nachfrage nach Kies, Sand und Splitt für die Beton- und Asphaltproduktion, sowie Mineralgemischen sorgt. Dieser Effekt wird sich nach derzeitigem Ermessen auch in 2018 fortsetzen“, begründet Nico Steudel diese Entwicklung in der Unternehmensgruppe Rhein-Umschlag, die die gesamten Baustoffmengen im Hafen Oldenburg über ihre Anlagen umschlägt.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sieht insgesamt eine positive Entwicklung für den Oldenburger Hafen. „Für die Zukunft bestehen darüber hinaus gute Chancen für einen zunehmenden Seeverkehr, da wir für Anfang 2019 mit der Fertigstellung der Wendestelle rechnen“, erwartet Krogmann. „Außerdem sprechen die Investitionen der Hafenwirtschaft und die ständigen aktiven Bemühungen der Hafenwirtschaft, neue Geschäftskontakte zu erschließen für eine positive Entwicklung“, so der Oberbürgermeister. Dazu trage auch die Seaports of Niedersachsen GmbH bei, die den Hafen Oldenburg auch über die deutschen und europäischen Grenzen mit vertrete.

Schiffsumschlag

Der Schiffsumschlag ist gegenüber dem Jahresergebnis 2016 um 0,63 Prozent auf 1.033.290 Tonnen zurückgegangen. Der Umschlag im Seeverkehr ist auf 64.412 Tonnen gesunken (ein Rückgang von 8,64 Prozent), der Umschlag im Binnenverkehr hat bei minus 0,04 Prozent und 968.878 Tonnen nur leicht nachgegeben. Im Seeverkehr hat die Anzahl der Schiffe um drei abgenommen, bei den Binnen-schiffen kamen 31 Schiffe (931 gegenüber 962) weniger nach Oldenburg. 2017 liefen insgesamt 974 Schiffe den Oldenburger Hafen an.

Güter-Bilanz
Im Hinblick auf die einzelnen Güter ist der Umschlag im Bereich Baustoffe (Sand, Kies, Erden, Steine) im Vergleich zum Vorjahr auf 648.786 Tonnen gestiegen, eine Zunahme von 15,32 Prozent. Auch der Umschlag von Düngemitteln konnte um 8.404 Tonnen (plus 25,58 Prozent) gesteigert werden. Der Umschlag der Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft (Getreide und Futtermittel) ging zurück (um 23,51 Prozent auf 317.568 Tonnen). Der ausgehende Umschlag (Sekundärrohstoffe, Altmetalle) ist auf 24.098 Tonnen in 2017 gefallen, eine Abnahme um 13,58 Prozent.

Bahnumschlag

Der Bahnverkehr schließt im Jahr 2017 gegenüber 2016 bei 484 eingesetzten Waggons mit einem Gesamtgüterumschlag von 25.243 Tonnen ab, eine Steigerung von 9.523 Tonnen. Dies entspricht einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 60,58 Prozent. Bei den Gütern im Bahnverkehr handelt es sich hauptsächlich um Düngemittel (57.39 Prozent, 14.488 Tonnen). Daneben entfallen 41,55 Prozent (10.488 Tonnen) auf Baustoffe und 1,06 Prozent (267 Tonnen) auf Flüssiggas. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Menge an umgesetztem Gas abgenommen, die Mengen an umgesetzten Baustoffen und Mineraldünger sind gestiegen.