Büro chora blau aus Hannover gewinnt Wettbewerbsverfahren zum MediTech

Gesundheitsstandort Oldenburg wird weiter aufgewertet

In direkter Nähe zum Klinikum Oldenburg entsteht das Quartier „MediTech Oldenburg“ (MTO) als Zentrum der Gesundheitswirtschaft im Nordwesten. Um das Gelände mit entsprechend hoher städtebaulicher Qualität zu entwickeln hat ein Freiraumplanerisches Wettbewerbsverfahren für die zentrale neue Quartiersachse stattgefunden. Der Siegerentwurf ist am Freitag, 14. Dezember 2018, vorgestellt worden, er kommt vom Büro chora blau aus Hannover.

Entscheidung der Jury
Die Jury hat ihre Entscheidung damit begründet, dass der Entwurf sich vor allem dadurch auszeichnet, dass sich das Büro in überzeugender Weise mit dem zu beplanenden Raum intensiv beschäftigt habe. Der Entwurf zeichne sich durch hohe Qualität und eine deutlich erkennbare Robustheit aus und sorge für eine klare Adressierung im Quartier. Es handelt sich zudem um den Entwurf, der die Anforderungen an die zukünftige Quartiersachse in besonderer Weise erfüllt hat.

Für Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist der Abschluss der Wettbewerbsverfahrens ein klares Signal für den Wirtschaftsstandort Oldenburg: „MediTech Oldenburg wird mit Sicherheit ein schönes und innovatives Stück Oldenburg, es bietet dem Medizinstandort Oldenburg enorme Entwicklungsmöglichkeiten. Ich danke der Jury unter dem Vorsitz von Friedhelm Terfrüchte für die ausgezeichnete Arbeit.“

Das Preisgericht
Das aus Sach- und Fachpreisrichtern, also externen Experten und Fachleuten der Verwaltung sowie der Politik bestehende Preisgericht tagte gestern im Technischen Rathaus. Die sechs eingereichten Entwürfe wurden unter dem Vorsitz des Essener Landschaftsarchitekten Friedhelm Terfrüchte, intensiv beraten und beurteilt. Das Ergebnis fiel einstimmig aus, der erste Preis im Wettbewerbsverfahren ist mit 15.000 Euro dotiert.

Die weitere Planung
Zur Realisierung des Wettbewerbsentwurfes ist beabsichtigt, dem Preisträger die freiraumplanerischen Leistungen für den Bau der Quartierachse in den nächsten Jahren zu übertragen. Parallel zur weiteren Planung der Quartiersachse soll die Bauleitplanung erfolgen.

Auf einer Gesamtfläche von 6,3 Hektar sollen sich im MTO Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences und Public Health sowie Labore, Büros oder Seminarräume für die klinische Forschung ansiedeln. Das Areal bietet ein perfektes Umfeld für innovative Gründungen, aber auch für etablierte Unternehmen.

Das MTO wird mit den anderen Technologiestandorten in Oldenburg optimal vernetzt. Der zeitliche Ablauf ist derzeit noch nicht konkret zu benennen. Ziel ist es jedoch, die ersten Ansiedlungen im Jahr 2020 zu ermöglichen.

Der Abriss

Die Tage der Industriebrache auf dem ehemaligen AEG-Gelände im Stadtteil Kreyenbrück sind gezählt: „Hier werden Vergangenheit und Zukunft zusammengeführt“, sagt Klaus Wegling, Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg. Die Vergangenheit, das ist der bedeutende Werksstandort an der Straße Alter Postweg, an dem rund 60 Millionen Waschmaschinenmotoren produziert wurden – zunächst (ab 1947) als Teil des AEG-Konzerns, dann ab 1990 bei Electrolux. 2002 übernahm die Sole-Gruppe (heute ACC), bis 2012 wurden noch Ölbrennermotoren gebaut. Danach war Schluss. 2015 gelang es der Stadt nach langwierigen Verhandlungen, die 6,3 Hektar große Fläche aus der Insolvenzmasse zu kaufen, um neue Perspektiven für den Stadtteil zu schaffen. Und nun beginnt dort die Zukunft, die den Namen „Quartier MediTech Oldenburg“ trägt. Angesiedelt werden sollen Unternehmen aus der Medizin- und Gesundheitswirtschaft, für die insbesondere die Nähe zu den Krankenhäusern von großem Reiz ist, sowie Labor-und Forschungseinrichtungen.

Nachdem in den vergangenen Wochen in mühevoller Kleinarbeit die alten Produktions- und Bürogebäude entkernt, Vandalismusschäden beseitigt und Abfälle von Hand sortiert worden sind, starten nun die eigentlichen Abrissarbeiten. Den Auftrag dafür hat die Stadt Oldenburg an die Firma Freimuth Abbruch und Recycling GmbH aus Bülkau vergeben.
Für die „oberirdischen“ Arbeiten sind rund sechs Monate veranschlagt, informiert Torsten Klein, Bauleiter der Firma Freimuth. Die Dimensionen sind beeindruckend: Das Gebäudevolumen, das abgerissen werden soll, umfasst 220.000 Kubikmeter umbauten Raum. 60.000 Tonnen Beton werden abgetragen, aufbereitet und wieder in den Wirtschaftskreislauf eingebracht, so Klein weiter. Außerdem müssen 10.000 Quadratmeter aus Bitumenbahnen bestehende Dachflächen demontiert und entsorgt werden.
Am 7. März 2018 wurden die unmittelbaren Nachbarn bei einem Informationstreffen auf den aktuellen Stand gebracht. Bei der von Stadt Oldenburg organisierten Zusammenkunft in der Aula der IGS Kreyenbrück bekamen die Interessierten zudem die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Am nächsten Tag stimmten sich Wirtschaftsförderung, Bauleitung und Fachberatung auf der Baustelle ab, so dass dem Beginn des Gebäudeabbruchs, der für Montag, 26. März 2018, terminiert war, nichts im Wege stand.

Für Fragen rund um den Abriss und als Ansprechpartnerin für die Nachbarschaft steht Patricia Baasch, Mitarbeiterin im Unternehmensservice des Amtes für Wirtschaftsförderung, unter der Telefonnummer 0441 235-2870 oder per E-Mail an patricia.baasch(at)stadt-oldenburg.de » zur Verfügung.